Kaiserslautern „Manchmal fließen auch die Tränchen“
Bei der vierten Auflage des LVP-Kinderleichtathletik-Finales räumte vor allem die LG Neustadt in allen drei Altersklassen ab. Der 1. FC Kaiserslautern verpasste bei der Teamwertung in der U12 das Podest, stand aber in der weiblichen Einzel-Altersklasse WK11 mit Hannah Marie Roos ganz oben.
Anfeuerungsrufe von 285 Kindern hallten am Sonntag ab 10 Uhr durch die Barbarossahalle, wenn nicht gerade die mit Eltern und Großeltern bestückte, randvolle Zuschauertribüne lauthals die 26 Mannschaften aus der ganzen Pfalz anfeuerten. „Einen besseren Austragungsort kann man sich gar nicht wünschen“, erklärte Nicolas Fröhlich, Referent Kinderleichtathletik beim Leichtathletik-Verband-Pfalz (LVP) und Hauptorganisator. Zweimal hatte das Finale der Regionen Westpfalz, Vorderpfalz und Südpfalz in Ludwigshafen stattgefunden, ehe man im letzten Jahr nach Kaiserslautern umzog. „Die Zuschauer sind hautnah dabei und können von allen Plätzen aus ihre Kinder sehen“, lobte Fröhlich die Architektur der Halle. Auch Markus Römer vom 1. FC Kaiserslautern lobte die Halle und den Hausmeister Wolfgang Brenner, der engagiert den FCK beim Aufbau unterstützte. Auf der Tribüne selbst markierten Beach-Fahnen die Lager der verschiedenen Vereine, sodass jedes Team auch seinen eigenen kleinen Fanblock hatte. Unten auf dem Hallenboden reihte sich Station an Station, die von allen Teams durchlaufen wurden. So fanden sich im linken Teil der Halle die Sprungdisziplinen Hoch-/Weitsprung, Fünfsprung und Einbein-Hüpfer wieder, auf den langen Geraden der Hindernis-Sprint und normale Sprint, während im rechten Teil der Medizinball gestoßen wurde. Gerade beim Hindernis-Sprint über die Bananenkisten wurde es auf den Rängen richtig laut, während die Trainer an der Station alle Hände voll zu tun hatten, dass ihre Schützlinge richtig den Parcours meisterten. Denn im Eifer des Wettkampfs konnte da schon einmal die Wende um die Stangen am Ende vergessen werden. Vollen Einsatz zeigten da auch die drei jungen Trainerinnen des TPSV Enkenbach, Magdalena und Jana Roth sowie Svea Eichert, die ihre ehrgeizen Wilden immer wieder um die Stangen bugsierten. „Einige sind so ehrgeizig, dass da auch mal die Tränchen fließen“, erzählte Magdalena. Alle drei finden die gemeinsame Art des Wettkampfs für die Kleinen besonders gut. „In der Mannschaft macht es den Kleinen viel mehr Spaß, wenn sie sich zum Beispiel gegenseitig anfeuern können“, freut sich Jana über die neue Gangart im Kinderbereich beim Leichtathletik-Verband. „2011 fanden die ersten Überlegungen statt, wie wir die Kinder behutsam an die Leichtathletik heranführen können“, schilderte Fröhlich das Umdenken im LVP, ehe 2013 das endgültige Konzept stand. „Der Konkurrenzkampf ist dadurch noch nicht so hoch. Zudem bringen die Disziplinen den Kleinen gerade in der Koordination mehr“, ist Svea überzeugt. Bei der Einbein-Hüpfer-Staffel belegte der TPSV am Sonntag sogar den dritten Platz, kam beim Hindernis-Sprint jedoch nur auf den letzten Platz. „Wir hatten diese Disziplin nicht so oft geübt. Zudem hat man jede Woche andere Kinder im Training“, zeigte Svea auch die Problematik bei den Kleinsten auf. Am Ende reichte es dennoch für den sechsten Platz bei der U8. Bei der U10 landete der TPSV hingegen nur auf Rang acht. Knapp am Podest vorbei flogen „Die fliegenden Teufel“ des 1. FCK in der U12, doch war Trainer Andreas Schäfer keineswegs enttäuscht, da die Favoriten auf dem Treppchen standen. In den Einzelwertungen der U12 waren die Teufel hingegen stark vertreten: Hannah Marie Roos holte sich den Sieg in der ältesten Altersklasse, während Charlotte Wunder, Franziska Berninger und Névio Eicher-Dias in der K10 auf den Plätzen zwei und drei standen.