Kaiserslautern „Man spornt sich gegenseitig an“
Wie klappt es, die Kurve zu kriegen, sich immer wieder für den Sport zu motivieren? Jonathan Horne, ein Karateass von Weltformat und Träger des Silbernen Lorbeerblattes, sagt dazu ganz klar, zu zweit geht es leichter.
Ja, der Spaß ist immer noch voll und ganz da. Ich würde es sogar als Leidenschaft bezeichnen. Es kommen immer neue Herausforderungen auf Turnieren. Mir stehen die unterschiedlichsten Gegner auch im Training gegenüber. Das macht es nie langweilig. Nun ist es ja nicht so, dass Ihr Körper das alles so hinnimmt. Verletzungen begleiten Sie genauso wie die Titel. Was treibt Sie an? Einmal als erfolgreichster deutscher Karateathlet in die Geschichtsbücher einzugehen, das wäre schon schön. Dieses Ziel motiviert mich durchaus. Und dann ist dieser Wille in mir, mich immer wieder aufs Neue mit der Konkurrenz zu messen. Was die Verletzungen angeht, die gehören zum Leistungssport irgendwie dazu und bleiben selten ganz aus. Das muss man akzeptieren. Nicht unterkriegen lassen, das ist die wahre Kunst. Allerdings hatte ich auch Glück, meine Verletzungen blieben bislang noch im Rahmen. Der Deutsche Karate Verband hat einen Kalender herausgegeben. Im Februar sind Sie auf dem Kalenderblatt zu sehen. Pusht so was? Das macht mich schon stolz. Ob es mich pusht? Das würde ich so nicht sagen. Ich bin eigentlich immer voll motiviert, will immer das Beste aus jedem Training und jedem Wettkampf mitnehmen. Jetzt im Winter, wo andere es gerne mal ruhiger angehen lassen, waren Sie mit dem Deutschen Karate Verband im Trainingslager auf Fuerteventura. Wie war’s? Dass es bei uns auch im Winter zur Sache geht, ist bei mir längst Routine, das macht mir nichts mehr aus. Das Trainingslager war sehr gut. Wir hatten optimale Bedingungen und haben super trainiert. Ein paar Tage Erholung sollte man sich aber schon gönnen. Und nun hier, im kalten nassen Kaiserslautern, fällt da das Training schwerer? Ich bin ja meist in der Halle. Außerdem kann ich mich ohnehin gut selbst antreiben, egal, ob es nun regnet oder die Sonne scheint. Wenn ich daran denke, wofür ich trainiere, warum ich das alles mache, dann gehen die Trainingseinheiten fast von selbst. Und woran denken Sie konkret, was steht an? 2018 ist wieder Weltmeisterschaft, und da möchte ich eine super Platzierung holen. Ziel ist natürlich Platz eins und der Titel, aber in erster Linie will ich gut kämpfen. Ab September beginnt dann die Olympiaqualifikation für 2020. Da will ich dabei sein, das ist meine ganz große Motivation. Olympia schaffen nur wenige. Bei den allermeisten bleibt der Trainingswille häufig direkt an der Haustür hängen. Haben Sie da einen Tipp parat? Am besten Tagebuch führen und jedes absolvierte Training abhaken. Das hilft. Oder man sucht sich eine Begleitung. Zu zweit spornt man sich gegenseitig an, lässt sich nicht so leicht hängen. Sonst kann ich nur raten: Setzt Euch ein Ziel, und verliert es nie aus den Augen. Nur der Wille zählt.