Kaiserslautern Malen und singen geht bei jedem Wetter
Das Pfalztheater stand bereit, wie an Pfingstmontag üblich, die Gartenschau vom Kaiserberg bis zum Neumühlepark bunt zu bespielen. Es hat nicht sein sollen, denn dazu war die Luft zu kalt und das Gelände zu nass. Statt Gastspiel im „großen Haus“ war die „Regenvariante“ angesagt.
Die Profis des Pfalztheaters waren auch darauf vorbereitet und spielten sich zwischen Blumenhalle und Veranstaltungshalle die Bälle zu. Dabei kamen Groß und Klein auf ihre Kosten. Umgeben von Rhododendron und Azaleen der Hallenblumenschau „Sagenhaft prächtig“ las beispielsweise Rainer Furch die Bibel in den Worten von deutschen Dichtern. Geschlossen zog es anschließend seine Zuhörer in die Veranstaltungshalle. Günther Fingerle und Victor Portnoy am Klavier müssen es geahnt haben, wie sie dort mit dem Repertoire von Udo Jürgens trotzdem Sonnenschein in die vollbesetzten Zuhörerreihen bringen konnten. „Immer wieder geht die Sonne auf“ und „Zeig mir den Platz an der Sonne“ hat mit „Aber bitte mit Sahne“ direkt gepasst. Malen geht bei jedem Wetter und besonders gut an den großen Basteltischen im hinteren Teil der Veranstaltungshalle. Jan Henning Kraus als zotteliger „Bär, der nicht da war“ stand Pate für die Bärenrasseln, die die Kinder unter fachkundiger Anleitung selber zeichnen und mit Reis gefüllt rasselnd mitnehmen durften. Er selbst dekorierte seine Rassel ganz spontan mit einem Minion. Selber malen oder bemalen lassen: Beides war möglich bei den drei Maskenbildnerinnen, die fürs Handschminken tolle Vorlagen mitgebracht hatten. Ein Zebra auf den Handrücken und vier Finger zu pinseln setzte ein bisschen Geduld voraus, schneller war da ein Krokodil auf die inneren Daumen, Zeige- und Mittelfinger gemalt. Es konnte richtig zuschnappen. Einmal eine Prinzessin sein? Oder die Spinnenfrau? Vielleicht auch Robin Hood oder eine Fee im duftig grünen Gewand? Die Theaterpädagogik war auf Kinderwünsche vorbereitet, half beim Einkleiden und schon konnte das Erinnerungsfoto geschossen werden. Bevor zum Abschluss der Veranstaltung der „Kleine Horrorladen“ seine Tore für einen musikalischen Streifzug öffnete, ließ die Sopranistin Adelheid Fink begleitet von Frank Kersting am Klavier in der Veranstaltungshalle „die kleinen Veilchen“ und andere Filmschlager erblühen. In der Blumenhalle plätscherte zur gleichen Zeit der „kleine Wassermann“, gelesen von Manuel Klein im Mühlenwasser. Gut zwei Dutzend Kinder versammelten sich zu seinen Füßen. (krh)