Kaiserslautern
Mündliches Abitur: Prüfungen mit hohen hygienischen Standards
Wenn die mehr als 500 Abiturienten in der Stadt in diesen Tagen zum Briefkasten gehen, könnte das Abiturzeugnis bereits im Briefkasten liegen. In diesem Jahr wird es – Stichwort Corona – nichts mit einer großen Entlassfeier, alle Abifeiern und Abibälle sind abgesagt.
Nach dem mündlichen Abitur an der IGS Bertha-von-Suttner, das am vergangenen Freitag und Montag über die Bühne ging, hat Schulleiter Hermann Kimmel die Zeugnisse unterschrieben und zusammen mit einem Abschiedsschreiben verschicken lassen. Dennoch, ein wenig seltsam sei es schon gewesen. Und deshalb soll, nach überstandener Krise, auch noch ein Sommerfest gefeiert werden. „Das ist wichtig, wir wollen unsere Schüler nicht einfach sang- und klanglos nach 13 Jahren entlassen“, sagt Kimmel. Rund 70 Abiturienten haben an der IGS ihren Abschluss gemacht im Abiturjahrgang 2020. Der werde mit Sicherheit in Erinnerung bleiben, sagt Eva Wenzel-Staudt, die in diesem Zusammenhang von „Corona-Abitur“ spricht: „Ich bin seit 25 Jahren im Dienst und sowas hatten wir noch nie.“ Am ASG zählt der Abiturjahrgang 95 Köpfe.
Die Prüfungen am Freitag und Montag seien – natürlich – unter strengen Hygienevorschriften abgelaufen. „Am Freitag haben wir noch gefürchtet, dass womöglich eine Ausgangssperre kommen könnte“, schildert Kimmel Überlegungen, die ja dann nicht eingetreten sind. „Ich habe am Montag drei Kreuze gemacht, als wir dann durch waren“, ergänzt Wenzel-Staudt. Die Entwicklungen unmittelbar um das Prüfungswochenende seien doch „sehr dynamisch“ gewesen. „Nun sind wir heilfroh.“ Auch die Abgänger des ASG sollen – nach der Krise – die Gelegenheit zum Feiern erhalten, berichtet Wenzel-Staudt. Wann genau, das kann derzeit noch niemand sagen. „Wir sind noch nicht im Partymodus.“
Genügend Abstand: Vier Menschen in einem Saal
In einem großen Schulsaal habe es dann aber keine Probleme gegeben, die vier Anwesenden beim Abi – Prüfungsvorsitz, Prüfender, Protokollant und Prüfling – mit ausreichend Abstand zu platzieren. „Und wenn ich dann bei einigen Prüfungen noch als Fünfter dabei war, dann habe ich mich ganz an den Rand gesetzt“, berichtet Kimmel. Nach jeder Prüfung sei desinfiziert worden, Tische, aber auch Türklinken abgerieben und gereinigt worden. Am Albert-Schweitzer-Gymnasium hätten die Fachkollegen, die normalerweise schon der ein oder anderen Prüfung beiwohnen, dieses Mal darauf verzichtet. „Wir haben auch darauf geachtet, dass die Schüler und Prüfer nur zur Prüfung im Haus waren und dann wieder nach Hause gegangen sind“, berichtet Wenzel-Staudt. Die Anzahl der Menschen im Schulhaus sei damit so gering wie möglich gehalten worden.
Erschwerte Bedingungen in einer Situation, die ja per se schon für mächtig Anspannung bei den Prüflingen sorgte. „Ich glaube aber, dass die Anspannung bei den Schülerinnen und Schülern eher fachlicher Natur war und nicht so sehr mit der Pandemie zu tun hatte“, hat Kimmel beobachtet. Und die Lehrer und Prüfer? „Wir haben uns viel Zeit genommen“, sagt Kimmel. Um erst gar keine Anspannung aufkommen zu lassen. Hat offenbar gewirkt: „Wir hatten sogar einige Prüfungen mit 15 Punkten“, berichtet Kimmel.