Kaiserslautern Mörsergranate am Hauptbahnhof geräumt: Zugausfälle am Dienstagmorgen

In der Nähe des Kaiserslauterer Hauptbahnhofes wurde eine Mörsergranate gefunden.
In der Nähe des Kaiserslauterer Hauptbahnhofes wurde eine Mörsergranate gefunden.

Bei Bauarbeiten ist in der Nähe des Kaiserslauterer Hauptbahnhofes eine Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Mehrere Stunden durfte kein Zug mehr fahren.

Gegen 2 Uhr in der Nacht auf Dienstag ist die Mörsergranate bei Baggerarbeiten im Bereich von Gleis 68 entlang der Trippstadter Straße/Brandenburger Straße gefunden worden, wie die Bundespolizei Koblenz mitteilte. Zwar handelt es sich bei Gleis 68 lediglich um ein Abstellgleis, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte, doch der Fund hatte erhebliche Auswirkungen auf den Ablauf des Fern-, Regional- und Güterverkehrs. Um 2.20 Uhr in der Nacht wurde die Hauptstrecke von Ludwigshafen nach Saarbrücken zwischen dem Hauptbahnhof Kaiserslautern und dem saarländischen Homburg gesperrt.

Zugverkehr erheblich beeinträchtigt

Laut Bundespolizei fielen zehn Züge komplett aus, 36 weitere Verbindungen teilweise. Zudem wurden drei Ersatzzüge eingesetzt. Betroffen von den Einschränkungen waren laut Deutscher Bahn unter anderem die Linien S1 und S2 zwischen Homburg und Osterburken, die Regional-Express-Linien zwischen Koblenz und Mannheim sowie zwischen Karlsruhe und Kaiserslautern, zwischen Mainz und Kaiserslautern und zwischen Bingen und Kaiserslautern. Auch der Fernverkehr war von der Sperrung betroffen. Die Bahn hatte zwischen den Bahnhöfen Kaiserslautern und Landstuhl einen Schienenersatzverkehr mit insgesamt fünf Bussen eingerichtet.

Viele Pendler wurden am frühen Morgen von der Streckensperrung überrascht. Sie wurden im Kaiserslauterer Hauptbahnhof über Alternativen informiert. Der durfte auch nach dem Fund der Granate betreten werden, auch die Busse vor dem Bahnhofsgebäude verkehrten wie üblich.

Granate wird abtransportiert

Laut Bundespolizei wurde der Kampfmittelräumdienst informiert, die Granate wurde zudem von Mitarbeitern einer Fachfirma vor Ort begutachtet. Grundsätzlich gebe es bei solchen Kampfmittelfunden zwei Möglichkeiten des Vorgehens, wie Gino Stobrawe von der Bundespolizei auf Nachfrage erläuterte. Entweder man entschärfe die Kampfmittel vor Ort, was teils mit Sperrungen oder gar Evakuierungen einhergeht, oder man räume die Funde und entschärfe sie an einem sicheren Ort. Im Fall der Mörsergranate in Kaiserslautern konnte die Polizei rasch Entwarnung geben. Die Granate wurde von einer Fachfirma abtransportiert und wird an einem sicheren Ort von Experten unschädlich gemacht. Eine Evakuierung des Umfeldes war während der Arbeiten an der Granate nicht notwendig. Straßen im Stadtgebiet waren nach Informationen der Polizei ebenfalls nicht gesperrt. Wer am Dienstagmorgen in der Stadt zwischen Trippstadter Straße, König- und Zollamtstraße unterwegs war, bekam von dem Granatenfund nichts weiter mit – lediglich einige Polizeiautos mehr als sonst schoben sich durch den Verkehr.

Bereits gegen 8.20 Uhr konnte die Hauptstrecke zwischen Ludwigshafen und Saarbrücken wieder freigegeben werden, wie die Bundespolizei informierte. Zunächst fuhren die Züge jedoch noch mit einiger Verspätung. „Es braucht ein bisschen Zeit, bis der Verkehr wieder anläuft“, informierte Stobrawe.

Gegen 9.15 Uhr hatte sich am Bahnhof vieles schon wieder eingespielt. Nur noch wenige Zugverbindungen fielen aus, manch ein Zug fuhr von einem anderen Gleis als üblich. Doch es waren ohnehin nur wenige Leute am Bahnhof unterwegs, die meisten Bahnsteige menschenleer. In der Eingangshalle studierten Reisende vereinzelt die große Anzeigentafel, warfen einen intensiven Blick darauf, um Änderungen ihrer Verbindungen nicht zu verpassen. Vor den Schaltern der Fahrplanauskunft herrschte dagegen Ruhe. Das sei am frühen Morgen ganz anders gewesen, war von Mitarbeitern zu hören. Da hatten viele Leute nach alternativen Fahrtmöglichkeiten gefragt.

Zuletzt 2024 Weltkriegsbombe gefunden

Zuletzt waren in Kaiserslautern am 26. September 2024 Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Damals handelte es sich um eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe, die bei Arbeiten auf dem Pfaffgelände entdeckt wurde. Deren Entschärfung geriet allerdings schwieriger als gedacht. Rund 200 Menschen hatten in der Nacht ihre Häuser verlassen müssen. Unter anderem Teile der Königstraße waren gesperrt worden. Erst in den frühen Morgenstunden des 27. September konnte die Bombe damals entschärft werden.

Am Dienstagmorgen normalisierte sich der Zugverkehr nach und nach bereits wieder. Die in der Nacht bei Baggerarbeiten an einem A
Am Dienstagmorgen normalisierte sich der Zugverkehr nach und nach bereits wieder. Die in der Nacht bei Baggerarbeiten an einem Abstellgleis gefundene Mörsergranate wurde abtransportiert und an einem sicheren Ort unschädlich gemacht.
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