Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Mölschbachs Förster Wolfgang Schmitt ist im Ruhestand, schaut aber weiter nach dem Wald

Förster Wolfgang Schmitt ist im Ruhestand, bleibt seinem Wald aber weiterhin treu.
Förster Wolfgang Schmitt ist im Ruhestand, bleibt seinem Wald aber weiterhin treu.

Förster Wolfgang Schmitt ist im Ruhestand. Bis ein Nachfolger da ist, hält er Borkenkäfer und Co. im Revier Mölschbach jedoch einfach weiter fest im Blick.

Mit Wolfgang Schmitt geht erneut ein langjähriger Förster in Rente – einer, der seit 1981 den Wald auf seinem Weg begleitet hat. Am Mittelrhein bei Bacharach aufgewachsen, studiert Schmitt in Rottenburg am Neckar Forstwirtschaft, geht zunächst in den Binger Wald, dann weiter ins baden-württembergische Forstamt Schönau. 1988 ruft ihn das Forstamt Kaiserslautern. Der Mann vom Weinland wird, wie er betont, Westpfälzer mit Herz, Leib und Seele und übernimmt das Revier Mölschbach. 800 Hektar war es anfangs klein, fast überschaubar.

Die Forstreform führt ihn 2005 ins Revier Waldleiningen. 2011 kehrt er zurück in sein inzwischen gewaltig vergrößertes Revier Mölschbach. 2000 Hektar misst es nun. Schmitt muss sein Revier neu erkunden. Längst hat er da seinen Anker schon privat in Mölschbach ausgeworfen, wohnt dort, „wo andere Urlaub machen“, wie er betont.

Kindern die Natur näherbringen

„Drei Kinder und sechs Enkel“, zählt er stolz auf, was ihn wohl im Ruhestand wenig Ruhe bescheren dürfte. Es sind ohnehin die Kinder – nicht nur die eignen–, die ihm in seiner Zeit als Förster immer mit am Herzen lagen. Daher war ihm ein intakter Waldspielplatz bei Mölschbach wichtig. Allzu gerne hat er die Jüngsten mit in sein Revier genommen und ihnen seinen Wald und die Natur gezeigt. Mit Kindern und Jugendlichen den Wald vom Müll zu befreien, war eine weitere Herzensangelegenheit, für die er sich immer gerne Zeit genommen hat. Diese Zeit werde er sich auch im Ruhestand nehmen, erzählt er.

Försternachwuchs auszubilden, war ebenfalls ein großes Thema für Wolfgang Schmitt, der über viele Jahre hinweg zusätzlich noch Ausbildungsbeamter am Forstamt Kaiserslautern war. Viele Studenten und Referendare hat er begleitet und ihnen den Wald offenbart, wie er sich fernab vom Hörsaal wirklich zeigt.

Kleine Pflänzchen unterstützen

„Es gab viele Aufgaben zu bewältigen, ohne den Mut zu verlieren“, blickt Schmitt gerade auch auf die großen Herausforderungen wie Windwürfe, Trockenerscheinungen und Borkenkäferkalamitäten zurück. Er hat alles angenommen, hat sich seine Begeisterung für den Wald nicht nehmen lassen. Wenn er doch ein wenig ins Wanken geriet, war es der Blick auf die Naturverjüngung im Wald – auf das, was die Natur zu leisten im Stande ist –, der ihn wieder nach vorne schauen ließ.

„Die Naturverjüngung der Eichen war mir immer eine besondere Freude“, verrät Schmitt. Er kann sich noch nach all den Försterjahren an den ganz kleinen Pflänzchen erfreuen, die sich aus der herabgefallenen Eichel auf den Weg in ein hoffentlich jahrhundertelanges Baumleben machen. Sie zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass ihnen die anderen Gewächse nicht zu viel Licht rauben, waren Aufgaben, denen er mit viel Herz nachkam.

Der Wald ist ihm lieber als der Schreibtisch

Im rund 2000 Hektar großen Revier gab es für den umtriebigen Förster immer viel zu tun. Das hat ihn nicht davon abgehalten, sich über viele Jahre hinweg leidenschaftlich im Ortsbeirat Mölschbach einzubringen. Ebenso war Schmitt im Forstamt Kaiserslautern zur Stelle, wenn er gefordert wurde: Ohne große Worte übernahm er vertretungsweise die Position der stellvertretenden Forstamtsleitung. Zwischenzeitlich war dadurch auch mal der Verantwortliche fürs Forstamt.

„Der Wald war mir aber immer lieber als der Schreibtisch“, lässt er keinen Zweifel an seiner wahren Leidenschaft. Begegnungen mit Menschen bei Führungen im Revier, bei Veranstaltungen wie Nikolaus, beim Weihnachtsbaumschlagen oder auch bei der Brennholzzuweisung hat er geschätzt.

Das mit dem Ruhestand klappt noch nicht so richtig

„Auch die Jagd war und ist für mich eine Bereicherung. Nicht wegen des Schießens, sondern wegen der Ruhe, man kann in sich kehren und neue Kraft schöpfen.“

Ob er sich der Jagd zukünftig öfter widmen kann, wo er doch offiziell im Ruhestand ist? Das mit dem Ruhestand klappt irgendwie noch nicht so richtig. Sein Nachfolger ist noch nicht da, also wird Schmitt einfach weiter zur Stelle sein. Nicht dass der Borkenkäfer denkt, er hätte den Wald für sich. Schmitt ist und bleibt zudem im Naturschutz, in Vereinen und Verbänden tätig. Und dann ist da ja noch die Sache mit dem Wein. „Ich bin Hobbywinzer mit eignen Weinbergen“, erzählt der Förster und hofft darauf, öfter Abstecher in seine alte Heimat Richtung Bacharach machen zu können.

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