Kaiserslautern
Letzter Teil von Jürgen Walzers „Dispyria“-Trilogie in Arbeit
Es war im Jahr 2012, als Walzer das erste Drittel seines von Anfang an als Trilogie geplanten großen „Dispyria“-Werks veröffentlichte – und damit gleich ordentlich positive Resonanz sogar weit über die Landesgrenzen hinaus erfuhr. Das eindringlich-rockige Album „Dispyria – A Dream Therapy“ – ganz ohne Plattenfirma in kompletter Eigenregie entstanden – überzeugte die Genre-Fans nicht nur durch die bis ins feinste Detail hinein durchkomponierte Musik. Auch die spannende, zwischen Fantasy, Mystik und Psychologie oszillierende Geschichte um den Protagonisten Josh Devon konnte anhaltend fesseln.
Sieben Jahre Zeit ließ sich danach Jürgen Walzer, bis er 2019 den zweiten Part „Dispyria – The Journey To Aelyrea“ nachschob. Und er hatte die Zeit genutzt, die komplexe Story schlüssig weiter entwickelt und musikalisch umgesetzt. In nun noch mehr zupackenden Titeln beschrieb der Musiker die Konfrontation Devons mit der sinistren Dämonin Aelyrea und ihrer düsteren Welt. Und wieder zeigten sich besonders die Metal-Fans begeistert: diesmal nicht nur von dem starken Sound aus Kaiserslautern, sondern auch von dem zum Album gehörenden Storybook mit dunklen Schreckensbildern aus der Feder des international bekannten Zeichners Timo Würz.
Vom Mädchen zur Dämonin
Und nun ist Walzer also mittendrin im dritten und letzten Teil des musikalischen Großprojekts. Sein Titel: „The Story Of Marion Dust“ – das ist Programm und Versprechen in einem. 16 Titel sollen es werden, erzählt Walzer. 16 Stücke, in denen die wendungsreiche Geschichte ihren Abschluss findet und bis dahin offene Fragen beantwortet werden – zum Beispiel jene, wie aus dem titelgebenden, netten und Liebe suchenden Mädchen Marion Dust die abgrundtief böse Aelyrea werden konnte. Oder was es eigentlich mit dem handlungstragenden „Ewigen Auge“ auf sich hat, dessen Farbgestaltung eine besondere Bedeutung hat.
Nicht zuletzt sind es auch 16 Songs, in denen die bisherige musikalische Gestaltung in Sachen Detailreichtum, Emotionalität und Energiefluss – und das selbst in den zurückgenommeneren Kompositionen – einen weiteren Höhepunkt erfährt. Exemplarisch sei hier der beeindruckende Titel „The Blue Mirror“ genannt. Keine Frage: Diese über sechs Minuten währende, besonders durch die live eingespielten Bass- und Gitarrenpartien Walzers beständig Leben atmende Komposition mit ihrem hörspielartigen Intro und dem abwechslungsreichen Verlauf hat es in sich. Hinzu kommt ein deftiges Solo, das Musikerkollege Markus Pfeffer (Lazarus Dream) beisteuerte. Kein Wunder, dass Walzer erwägt, den Titel als Single auszukoppeln. Überhaupt denkt er darüber nach, das Material aufgrund seiner Fülle in zwei Teilen zu veröffentlichen.
Nicht nur ein Musikprojekt
Der Großteil der Kompositionen ist bereits in Walzers eigenem, kleinen Studio vorproduziert worden und erwartet die baldige Fertigstellung mit Gesang und letztem Schliff. Die restlichen Titel befinden sich in der aktuell hochkreativen Phase des Künstlers. Mit jedem neuen Song bewegt er sich an seiner eigenen Story entlang und setzt sie dabei mit Idealismus und Enthusiasmus gleichermaßen, mit reichlich technischem Geschick, professionellem Equipment und nicht zuletzt versierten musikalischen Wegbegleitern um.
Einer dieser befreundeten Musikerkollegen, die schon bei der vergangenen Produktion mit dabei waren, ist der Sänger und Hörfunkmoderator Daniel „Otti“ Ott, der unter anderem die Song-Texte zu den einzelnen „Dispyria“-Stücken beisteuert. Und nicht nur das. Der sprachgewandte Ott ist auch derjenige, der das Hörbuch zum ersten Teil der „Dispyria“-Saga eingesprochen hat – und zwar sehr professionell und das Vorbild des musikalischen Werks damit noch einmal aufwertend.
Erster Teil als Hörbuch und Roman
Ja, es ist tatsächlich so, dass die „Dispyria“-Trilogie kein rein
musikalisches Projekt bleibt. Denn der erste Teil wurde von Autorin Eliza Spielman nach den Vorgaben Jürgen Walzers, der damit nach dem besonderen Storybook ein weiteres Mal eine ungewöhnliche Umsetzung seiner Musik zu bieten hat, zu einem spannenden Roman verarbeitet. Und Daniel Ott verlieh dieser literarischen Transformation mit seiner Hörbuchversion dann noch einmal eine weitere ungewöhnliche Wendung.
Wer nun das Ende des Projekts gar nicht mehr abzuwarten vermag und bis dahin wenigstens eine Art „Dispyria“-Exkurs machen möchte: Beide Umsetzungen, das gedruckte Buch über den ersten Teil – übrigens mit einem Titelbild von jenem berühmten Timo Würz – und auch das entsprechende Hörbuch werden ziemlich bald, nämlich schon am 1. Juni, veröffentlicht.