Kaiserslautern Legende live erleben

Sie gelten als Urgesteine des Krautrock. Wer die Herren von Guru Guru aber live auf der Bühne erlebt, weiß, wie viel jugendliche Energie da noch in den Knochen steckt. Am Freitag sind die Krautrock-Gurus zum wiederholten Male im Lauterer Irish House zu Gast. Mitbegründer und Schlagzeuger Mani Neumeier sprach vorab mit der RHEINPFALZ.
Neumeier ist gerade frisch von seiner Solo-Tour aus Japan zurück. Zeit, um sein Ebenbild im Wachsfigurenmuseum von Tokio zu besuchen, blieb ihm kaum. Fast täglich stand er hinter seinem Schlagzeug auf der Bühne und spielte mit unterschiedlichen Künstlern zusammen. In Japan sind Konzerte von Mani Neumeier und Guru Guru heute noch begehrt. Die Japan-Tour der Band 1996 ist dort noch immer vielen im Gedächtnis, die „importierten Guru Guru-Platten nach wie vor stilbildend für viele japanische Rockbands und gleichbedeutend mit der Musik von Frank Zappa und den Stones“, so Neumeier selbst. „Wir füllen dort natürlich keine Hallen wie Jimi Hendrix, spielen eher in kleineren Clubs. Aber die Intensität ist sehr stark. Die Japaner sind ein lautes und frenetisches Publikum.“ Da sei das deutsche Publikum im Vergleich schon deutlich zurückhaltender, wird von den Gurus aber genauso geschätzt. Die ersten Konzerttermine in der Heimat stehen bereits fest. Das Irish House soll die erste Station werden. Für gemeinsame Live-Auftritte proben müssen Neumeier & Co. schon lange nicht mehr. Man ist eingespieltes Team – trotz eines Repertoires, das fast fünf Jahrzehnte umfasst (2018 steht das 50-jährige Jubiläum an) und etlicher Besetzungswechsel. Erst 2016 hat die Band einen langjährigen Weggefährten verloren: Gitarrist Hans Reffert starb im Alter von 69 Jahren. Ein schwerer Schlag für die Musiker. „Es war ein Moment, in dem wir uns alle fragten: Bringt es überhaupt noch was, weiterzumachen“, so Neumeier. Die gemeinsame Antwort lautete letztendlich „ja“. „Wir müssen einfach weiterspielen, auch für Hans. Er ist immer bei uns und bleibt unvergessen.“ Im selben Jahr haben sich die Musiker auf die Anfänge von Guru Guru zurückbesonnen und die 1969er Platte „The Birth of Krautrock“ neu veröffentlicht. Neumeier hatte die Bänder zufällig wiederentdeckt und den Kollegen vorgespielt. Das erste einheitliche Urteil: „Das ist zu krass. Das kann man nicht raus bringen“, gesteht Neumeier lachend. Nach mehrmaligem Hören hat man sich aber dann doch dafür entschieden. Neues Songmaterial gab es von der Band seit der letzten Platte „Electric Cats“ (2013) nicht mehr. Das soll sich bis Ende dieses Jahres ändern. Die Gurus arbeiten derzeit an einem neuen Album, in den nächsten Monaten geht’s ins Studio. Aus der Puste sind die Krautrock-Urgesteine also noch lange nicht. „Solange das Publikum Spaß auf unseren Konzerten hat und solange wir noch Kraft und Energie haben, machen wir weiter“, prophezeit der Bandgründer. Konzert Am Freitag, 21. April, 21 Uhr, im Irish House; Karten im Vorverkauf und an der Abendkasse.