Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Lautrer Sommerabend mit dem Yannisha-Quartett: Nicht alltäglich

Tolle Leistung: das Yannisha-Quartett.
Tolle Leistung: das Yannisha-Quartett.

Ein warmer Sommerabend, ein hochwertiges Konzert und rundherum freundlich gestimmte Leute – mehr gute Atmosphäre geht kaum. Und das alles während der Woche und in Sachen Musik auch noch kostenlos.

Auf diese Weise wurde auch die zweite Ausgabe der „Lautrer Sommerabende“-Konzerte am Donnerstag, diesmal angesiedelt rund um den Riesenbrunnen, zu einem schönen Erfolg.

Auf dem Programm und der kleinen Bühne stand Yannisha, schon von der Wort-Kombination her ein Zusammenschluss des musikalischen Ehepaares Anisha (Gesang) und Yann Loup Adam (Gesang und Gitarre). Erweitert wurde das Duo an diesem Abend um den Akkordeonisten Christian Di Fantauzzi und den Bassisten Oliver Abt – was entscheidende und angenehme Konsequenzen für den Sound der nunmehr zum Yannisha-Quartett gewordenen Formation hatte.

Populäres Repertoire

Geboten wurde grundsätzlich ein populäres Repertoire quer durch alles, was bekannt, beliebt, mitunter mitsing- und manchmal auch sogar (ausgelassen vor der Bühne) tanzbar war: hehre Chart-Klassiker und moderne Hitparaden-Stürmer („Komet“) allzumal, etwas spezieller 1950er-Jahre-Hits, die sich tief ins kollektive Musik-Bewusstsein eingegraben haben („Stand By Me“), ähnlich wirkende Songs aus der Country-Welt à la „Take Me Home, Country Roads“ und, natürlich, etliche Chansons, selbst geschriebene wie auch erst recht klassische (hier etwa das von vielen zumindest im Refrain laut mitgesungene „Les Champs-Élysées“), deren Originalsprache insbesondere der mehrsprachige Franzose Yann Loup Adam perfekt beherrscht.

All jenes Bekannte wurde durch die besondere Instrumentierung und Interpretation in ein nicht ganz alltägliches Sound-Gewand gehüllt. Dadurch wurden die Vorbilder keineswegs verwässert, aber durchaus interessante neue Hör-Perspektiven aufgezeigt. Die charakteristischen Intros von „These Boots are made for walking“ zum Beispiel oder, mehr noch, „Smooth Operator“ klangen hier speziell durch die Arbeit von Bass und insbesondere Akkordeon dann anders als gewohnt und dennoch zugleich vertraut (Letzteres vor allem auch wegen der hohen spielerischen Fähigkeiten der Instrumentalisten). Das animierte – sofern bei der unvermeidlichen Unterhaltungs-Geräusch-Kulisse rundherum machbar – zum genaueren Hinhören, Nachspüren und Vergleichen.

Rhythmische Kraft

Einen Schlagzeuger vermisste man bei alledem übrigens nicht im Mindesten. Hier kam die rhythmische Kraft selbst in komplizierten Strukturen einfach aus der Mitte des fähigen Quartetts. An dessen Oberfläche agierte zur mehr als nur positiven Abrundung vor allem Sängerin Anisha. Ihre warme, tragfähige Stimme gab auf ihre Weise all den gebotenen Titeln noch zusätzlich einen besonderen Touch.

Info

Das nächste „Lautrer Sommerabende“-Konzert findet am Donnerstag, 11. Juli, mit einem Solo-Programm des Sängers/Gitarristen Sascha Kleinophorst auf dem Stiftsplatz statt.

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