Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Lauterer Musiker Markus Pfeffer mit neuem Soloprojekt am Start

Fliegende Finger: Gitarrist Markus Pfeffer.
Fliegende Finger: Gitarrist Markus Pfeffer.

Träume sind Schäume, sagt man. Besonders die schönen und gänzlich unwahrscheinlichen werden selten wahr. Aber manchmal eben doch: Der Kaiserslauterer Musiker Markus Pfeffer (Winterland, Lazarus Dream) zum Beispiel hat sich selbst solch einen alten Traum erfüllt und zusammen mit einer exquisiten Auswahl von seit Jugendtagen bewunderten US-Rockstars eine eigene CD produziert.

Jetzt ist das komplexe Hardrock-Album unter dem Bandnamen Barnabas Sky (im Prinzip ein Ein-Mann-Projekt mit prominenter Unterstützung) mit dem sinnigen Titel „Inspirations“ fertig. Diese Kooperation hätte sich der Multi-Instrumentalist, Komponist und Sänger dereinst wohl kaum vorstellen können. Aber es hat geklappt: Pfeffer hat fast komplett die Musik komponiert und auch die meisten Instrumente selbst eingespielt. Die zur Mitarbeit angefragten und durchweg begeisterten Promis haben dazu Texte geschrieben und auch gleich selbst eingesungen. Da stimmte die Chemie, und das Ergebnis kann überzeugen.

Wen wundert’s. Kaum zu glauben nämlich, wen der mit der Band Winterland international selbst nicht ganz unbekannte Markus Pfeffer da alles an hochkarätigen Musikern für „Inspirations“ gewinnen konnte. Namen wie Danny Vaughn von Tyketto, Zak Stevens (Ex-Savatage), Guild of Hearts-Sänger Danny Martinez Jr. und Silent Rage-Frontmann Jesse Damon (die in dieser Reihenfolge das Album einleiten und insgesamt mit je zwei Songs vertreten sind) lassen die Augen von Rockfans schon allein bei deren Erwähnung leuchten.

Glänzende Augen, heiße Ohren

Und dann erst deren professionelle Text- und Vokal-Beiträge auf der sicheren Basis eines seine Gitarre scharf wie ein Schwert und präzise wie ein Chronograph führenden Markus Pfeffer. Dann kommen zu den glänzenden Augen auch noch heiße Ohren. Hier spürt man in jedem Titel eine eindringliche, von tiefem gegenseitigem Verständnis zwischen Komponist und Texter geprägte Einheit.

Das ist auch naheliegend. Schließlich haben alle beteiligten Sänger schon den jungen Markus Pfeffer intensiv beeinflusst. Jener erinnert sich da etwa noch ziemlich genau an die exakt vor 30 Jahren erschienene Tyketto-CD „Don’t Come Easy“, die er damals in Dauerschleife rauf und runter hörte. So etwas prägt und fließt später ein in eigene Kompositionen, die dann wiederum dem großen Vorbild gefallen sollten.

Rasante Rasierklingen-Gitarre

Und nicht nur dem, sondern wohl auch dem aktuellen Hörer. Schon der fast siebenminütige Opener „Legends Rise“ mit Pfeffers rasanter Rasierklingen-Gitarre und einem stimmlich aufgeräumten, vor Energie sprühenden Danny Vaughn bohrt sich mit Macht in die Gehörgänge. Danach geht es Schlag auf Schlag und meist in unverminderter Intensität weiter. Zak Stevens interpretiert energiereich „What Lies Beneath“, Danny Martinez Jr schlägt in „In My Mind“ eingängigere Töne an, und Jesse Damon singt –mit Assistenz von Sabu – in „Till The End Of Time“ einfühlsam und heftig zugleich über den ewigen Menschheitskampf ums Überleben (wovon es im Übrigen, wie auch von „In My Mind“, ein gut produziertes Video gibt; wir berichteten). Dazwischen und später toben sich noch in je einem einzelnen Beitrag Rob Rock (Impellitteri) im extra-schnellen „Yesterday’s Gone“ und Steve Grimmett (von Grim Reaper) im auch schwierige Höhen nicht scheuenden „Never Enough“ aus.

Wer dann tatsächlich so etwas wie „nicht genug“ haben sollte von diesem Album, findet darauf glatt auch noch zwei besondere musikalische Bonmots, die außerhalb des Erwartbaren diese Lücke schließen: zum einen das als einziges auf der CD nicht von Pfeffer komponierte Instrumental-Stück „Timm’s Theme“, eine ordentlich aufgemotzte Adaption des Titelsongs der alten TV-Serie „Timm Thaler“, zum anderen die das Album reprisenhaft abrundende Pianoversion von „Till The End Of Time“ – ein Hörvergnügen, das zum launigen Vergleich mit der Hardrock-Version einlädt.

Bemerkenswert ist bei alledem, dass Markus Pfeffer bis auf die Unterstützung des Schlagzeugers Thomas Rieder in allen zwölf Stücken (sowie der stellenweise Hilfe der beiden Tasten-Tycoons Thomas Nitschke und Michael Weickenmeier und des versierten Bassisten Bernd Schreiber) an der gewichtigen Basis fast alles alleine gemacht hat: Gitarre, Bass, Synthesizer, Backing Vocals, Komposition und Arrangement – ein erstklassiges Solo-Projekt mit Spitzen-Musikern on top – eine runde Sache. Mehr noch: Ein in Erfüllung gegangener Traum für den Produzenten, ein hörenswertes Album für anspruchsvolle Hardrock-Fans.

Info

Das Album „Inspirations“ der Kaiserslauterer Band Barnabas Sky gibt es als physische CD im Fachhandel und als Download in den bekannten Portalen.

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