Kaiserslautern
Lauterer Besonderheiten: Der letzte Harzofen am Rand von Kaiserslautern
Die untergegangene Annexe Harzofen, eine Harzsiederei, war eine der ältesten Siedlungen im Umland der Stadt Kaiserslautern. Sie entstand in den Jahren 1706 bis 1710 bei der heutigen Entersweilerstraße auf der Ostseite des Warmfreibads. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die letzten Harzöfen stillgelegt. So auch der Harzofen bei der Entersweilerstraße.
Die großen Wälder um Kaiserslautern schienen der Grund gewesen zu sein, dass sich bereits Mitte des 18. Jahrhunderts mehrere selbstständige Harzsieder in Lauterer Wäldern ansiedelten. Nach dem Untergang der Harzöfen blieben einige Siedlungshäuschen der ehemaligen Harzbrennereien erhalten. Die Stadt vermietete noch im Jahr 1942 die letzten „Harz-Wohnhütten“ als Wohnungen. Mit den Wohnhütten und den Brennereien entstanden kleine Siedlungen, die im Laufe der Jahre in die wachsende Stadt einbezogen wurden, wie beispielsweise im Bereich der heutigen Straße Am Harzhübel.
„Vielerlei Frevel“ der Harzbrenner
Im Jahr 1780 beantragte die Forstverwaltung, dass das Harzbrennen im Stadtwald nicht mehr erlaubt werden solle, denn die Harzbrenner hätten sich „vielerlei Frevel zu Schulden komme lassen“, Bäume unerlaubt angeritzt und Bäume gefällt, um Harz zu gewinnen. Harz aus Kiefern und Tannen war ein wertvolles und geschätztes Produkt. Es wurde als Verschlussmittel beim Obstbaumschnitt verwendet, es war Klebstoff, Wagenschmiere, und auch von Musikern ein geschätztes „Geigenharz“ für Geigenbögen. Dünn auf Bretter gestrichen diente es als Insektenfalle.
Die Serie
Kaiserslautern ist eine uralte Stadt – und gleichzeitig ist sie bunt, vielfältig und topmodern. Unser Autor Gerhard Westenburger widmet sich in unserer RHEINPFALZ-Sommerserie den Besonderheiten und Auffälligkeiten der Barbarossa-Stadt. Los geht's. Es gibt viel zu entdecken. Schon entdeckt hat unser Autor das Stadtwappen, das den Kühlturm des früheren Schlachthofs ziert.