Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Lauterer Band Satin White legt erstes Album vor

Zusammen Satin White: Carsten Kettering (rechts), Frank Schnitzer.
Zusammen Satin White: Carsten Kettering (rechts), Frank Schnitzer.

Selten war der Name eines Albums näher dran an dessen Inhalt und zugleich am Auftreten der produzierenden Musiker: „Not Grayed At All“ heißt das Debüt-Werk der Kaiserslauterer Gruppe Satin White. Und genau das sind die elf Titel des Erstlings auch: so wenig angegraut wie die beiden ausführenden Musiker Carsten Kettering und Frank Schnitzer in ihrer vitalen Art selbst.

Das Album der beiden Künstler schien schon nach dem auf YouTube veröffentlichten Appetizer-Video zum Titel „I feel Alive“ eine gelungene Sache zu werden (wir berichteten). Und tatsächlich: Das jetzt erschienene komplette Debüt mit seinen elf starken Songs bestätigt den positiven Eindruck auf ganzer Linie.

Da sind zunächst einmal die beiden „Macher“ des Projekts. Ja, es sind tatsächlich „nur“ zwei Personen, die hier als „Mini-Band“ agieren – aber was für welche! Den Geist des sich sauber ergänzenden Duos spürt man denn auch in jedem Song dieses Albums. Der erfahrene Kaiserslauterer Bassist, Sänger, Komponist und Texter Carsten Kettering ist etwa schon in aller Welt mit Showgrößen wie Ross The Boss aufgetreten. Da hört und bemerkt man allenthalben Selbstsicherheit und Können. Und Gitarrist/Sänger Frank Schnitzer steht ihm in Sachen handwerklicher Qualität und spielerischem Ausdruck nicht nach, treibt vielmehr in ebenbürtiger Position die künstlerischen Ideen und Vorgaben Ketterings permanent nach vorne. Da fehlt es dann an nichts, zumal Kettering auch noch alle virtuellen Instrumente selbst eingespielt hat, da klingen die beiden Akteure in jedem Song wie eine komplette Rock-Band.

Mehr als einfacher Rock

Und damit wären wir mittendrin in der klanglichen Welt von „Not Grayed At All“. Die ist zwar nun ganz klar vom guten, alten Rock beeinflusst. Man kommt ja schließlich aus der knallharten Ecke des Stils. Aber die Titel auf „Not Grayed At All“ sind mehr als nur einfache Rocksongs. Tatsächlich hat Carsten Kettering hier das verarbeitet, was ihm beim Blick von seinem jahrzehntelang verfolgten, „metalligen“ Weg links und rechts der rockigen Straße begegnet ist. Daraus ist im Laufe der Jahre ein gut aufbereitetes, respektables Repertoire an Stücken etwas außerhalb des nun vielleicht Erwartbaren geworden.

Da gibt es komplexe Progressive/Alternative-Rock-Partien neben klassischen, heftig rockenden Hardrock-Stellen, in anderen Titeln dann wieder lange, düster-geheimnisvolle Passagen („Cry, Children“) bis hin zu geradezu Balladeskem („Abused“). An exponierter Stelle schließlich steht der positiv etwas aus dem Rahmen fallende, äußerst eingängige Gute-Laune-Song „I Feel Alive“, von dem es als optische Ergänzung noch jenes erwähnte, gelungene Video gibt.

Video als Sahnehäubchen

Apropos Videoclip: Auch von dem letzten Titel der aktuellen Produktion gibt es inzwischen ein interessantes Video auf YouTube: Die knapp und knackig „A.I.“ genannte Komposition zeigt sich als ebenso stringentes (und ziemlich treibendes, gravitätisches) Rock-Sahnestückchen. Das Video selbst behandelt in einer launigen Selbstreferenz auch die Entstehung des vorangegangenen Clips zu „I Feel Alive“. Prädikat: sehenswert (hörenswert sowieso).

So viele Einflüsse, so viele entdeckenswerte kleine Seitenlinien auch und gerade in den oft recht melodisch-eingängigen Stücken, so viele Überraschungen, etwa in den manchmal schon recht nachdenklichen, düsteren Texten), so viel Vertrautes letztlich aber auch – da gibt es keine Längen, keine Langeweile, keine Monotonie. Stattdessen strahlende (und da spielt dann der „weiße“ Bandname eine Rolle) musikalische Schmuckstücke, die aus den langen Erfahrungen eines starken Duos in die unmittelbare Gegenwart reichen. Durch ihren Ursprung allenfalls „in Ehren ergraut“ vielleicht, aber insgesamt dann eben kein bisschen angegraut – not grayed at all.

CD-Tipp

Das Debüt-Album „Not Grayed At All“ der Kaiserslauterer Gruppe Satin White gibt es als Download und als physische CD in verschiedenen Versionen: als „Limited Edition“, die zu den elf Titeln der regulären Jewel-Case-Edition noch drei Bonus-Tracks enthält, und als aufwändige „Limited Producer Edition“ mit reichlich Bonus-Material. Näheres zum Bezug findet sich auf den Websites www.satinwhite.bandcamp.com und www.satinwhite.net.

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