Kaiserslautern
Landschaft der Teststellen beginnt sich wieder auszudünnen
In den Straßen stehen noch viele Container und auch die Liste des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) im Internet weist noch über 20 Stellen in der Stadt nach. Doch da das Amt darauf angewiesen ist, dass die Betreiber ihre Daten aktualisieren, gibt die Liste nicht unbedingt den aktuellen Stand wieder.
Abgemeldet hat das DRK seinen Betrieb. „Leider ist unsere Teststelle seit Samstag geschlossen“, bedauert DRK-Geschäftsführer Marco Woltermann. Einerseits sei die Nachfrage stark zurückgegangen. Andererseits habe die Uni „wegen des wieder aufgenommenen Präsenzbetriebes die Räume gebraucht“. Ein Container oder Zelt sei derzeit nicht zu bekommen, und andere Alternativen hätten sich nicht als realisierbar herausgestellt.
Im November und Dezember sei die Nachfrage sehr hoch gewesen, und nach einem schwächeren Januar im Februar wieder stark angezogen. „Aber dann sind die Zahlen extrem eingebrochen: Wir hatten zuletzt rund 65 bis 70 Prozent weniger Testungen als im Februar.“
Ein ähnliches Bild zeigt die Statistik des LSJV: Im November stiegen die Zahlen von unter 10.000 auf täglich bis zu 100.000 Tests landesweit, von Januar bis März hielten sie sich auf hohem Plateau zwischen 200.000 und 250.000, und im April sank die Zahl auf unter 100.000 mit stark fallender Tendenz.
„Die Nachfrage bestimmt das Angebot“, kommentiert Detlef Placzek, Koordinator des Projektes „Testen für alle“ im LSJV nüchtern die Lage. Momentan befinden sich laut ihm noch über 2300 Teststellen in dem Projekt.
DRK-Chef Woltermann nennt den jetzigen Betriebszustand „Stand-by-Modus“ und versichert: „Wenn die Zahlen wieder steigen, werden wir wieder öffnen.“ Mit dem Kooperationspartner Uni sei das DRK stets im Gespräch.
Die „stark rückläufige Nachfrage“ bestätigt auch Matthias Moritz, Geschäftsführer der Lauterer Firma Testeval mit derzeit zwölf Teststellen in der Region, davon fünf in der Stadt Kaiserslautern. Enkenbach-Alsenborn wurde kürzlich geschlossen; die Teststelle am Martinsplatz ist dagegen am Wochenende noch immer bis 2 Uhr nachts geöffnet. „Damit wollten wir die Gastronomen unterstützen“, erläutert Moritz, gesteht aber zu, dass auch Testeval die Öffnungszeiten im Blick habe und gegebenenfalls anpassen müsse. „Doch solange die Bevölkerung die Teststellen braucht, werden wir sie offen halten.“ Noch immer gebe es „gut laufende“ Stationen – und schiebt die Definition hinterher: „Gut laufend bedeutet kostendeckend.“ Defizitäre Stellen könne sich Testeval jedoch auch nicht leisten.
Die Anzahl der PCR-Tests, die Testeval neben den üblichen Antigen-Tests anbietet, hat laut Moritz nicht spürbar zugenommen. Eine andere Entwicklung ist jedoch eklatant: „Im Schnitt ist jeder vierte Test positiv!“ Dies spiegelt deutlich den Wegfall der Nachweispflicht wider und dass nun hauptsächlich getestet wird, um eine vermutete Infektion zu erkennen. Diesen Trend kann Woltermann bestätigen: Beim DRK war zuletzt rund jedes fünfte Ergebnis positiv.
Die aktuelle Testverordnung gilt noch bis Ende Juni. Ob danach die kostenlosen Bürgertests auslaufen, dazu „kann das Land keine Prognose treffen, da die Regelungen auf Bundesebene getroffen werden“, antwortet LSJV-Sprecherin Anna Bendel.
Auch Matthias Moritz hält sich mit Prophezeiungen zurück. Woltermann glaubt, dass die freien Bürgertestungen nicht verlängert werden – aber „die Fallzahlen im Herbst wahrscheinlich wieder steigen und dann auch die Bürgertests wieder aufgenommen werden“, wie im vergangenen Jahr.