Handball
Krimi im Regionalliga-Topspiel zwischen Homburg und Dansenberg
Obwohl es für die Dansenberger tabellarisch um nichts mehr ging, „hatten wir super viel Bock auf die Partie, wir wollten Homburg ärgern, denen alles abverlangen und sie nicht einfach so zur Meisterschaft marschieren lassen“, so TuS-Spielmacher Ben Kölsch, der mit zehn Treffern bester Werfer auf dem Platz war, zum Saarpfalzderby. Kölsch bedankte sich zudem bei den etwa 60 mitgereisten Fans: „Unsere Fans haben auswärts richtig geile Stimmung gemacht. Dafür sind wir als Mannschaft unglaublich dankbar.“
Der TuS unter der Leitung von Co-Trainer Patrick Schulze, der Theodoros „Theo“ Megalooikonomou an der Seitenlinie vertrat, hatte sich einiges vorgenommen: „Wir hatten uns taktisch etwas überlegt, wie wir deren Abwehr auseinander nehmen können“, so Schulze, dessen Plan erfolgreich in die Tat umgesetzt wurde, was an 37 erzielten Toren zu erkennen ist. „Wir können sehr stolz auf uns sein, wir haben das, was wir uns vorgenommen haben sehr gut umgesetzt“, findet auch Kölsch.
Frühes Rot für Homburger Torwart
Nach einem temporeichen Start in das Derby, führte der TuS nach fünf Minuten mit 5:4, als Homburgs Torhüter Patrick Schulz mit Rot vom Platz flog. Da auch der zweite Torhüter des TVH verletzt fehlte, musste der dritte Torhüter Dominik Schwindling ran: „Wir wussten, das ist was, das kann man nutzen. Das hat bei uns eine Euphorie ausgelöst und Schwung gebracht. Wir haben gedacht, jetzt erst recht“, sagte Kölsch. TVH-Kapitän und Ex-Dansenberger Robin Egelhof meinte: „Das war ein herber Schlag, das hat das Team verunsichert. Da kommt ein Torhüter rein, der eigentlich nur als Trainingstorhüter zu uns gekommen ist und mehrere Jahre gar kein Handball gespielt hat.“
Egelhof übernahm sehr viel Verantwortung und glänzte mit neun Toren. Patrick Schulze lobte den ehemaligen TuS-Jugendspieler: „So gut habe ich Robin schon lange nicht mehr gesehen. Man hat heute einfach gesehen, was für ein Wahnsinns Spieler das ist, was er für eine Qualität hat.“
Ein Angriffsspektakel
Die Dansenberger nutzen das Homburger Torhüterproblem zunächst und erhöhten auf 10:7 (13.). Zwar gingen die Hausherren in der Folge 13:11 (19.) in Führung, doch die Dansenberger fingen sich nach einer Auszeit schnell wieder und führten 21:19 zur Pause. „Die Abwehr hat auf beiden Seiten keine Glanzleistung gezeigt, dafür war es eine wahre Angriffsschlacht“, kommentierte TuS-Linksaußen Timo Holstein (sechs Tore) die tor- und temporeiche Begegnung.
Die Dansenberger nahmen den Schwung mit in die zweite Hälfte und konnten sich auf drei Tore absetzen. Diese Führung verteidigten sie bis zur 50. Minute, ehe der TVH die Partie bis zur 55. Minute wieder auf 35:34 drehen konnte: „In den letzten zehn Minuten hat uns die Abgezocktheit gefehlt, um in Führung zu bleiben und diese über die Zeit zu bringen. Wir hatten mehrere Fehlwürfe von Außen und Zeitstrafen“, haderte Schulze. Der TuS hatte nach einer letzten Auszeit 13 Sekunden vor Spielende die Chance auf den Ausgleich, schaffte es jedoch nicht mehr, einen sauberen Spielzug auf die Platte zu bringen und verlor 37:38.
Tolles Niveau
Schulze resümiert: „Es hat trotz des bitteren Endes Spaß gemacht, zuzusehen. Es war ein Wahnsinnsspiel auf sehr, sehr hohem Niveau. Das ist genau das Niveau, wo wir hin wollen, einer solchen Mannschaft auf Augenhöhe begegnen zu können.“ Auch Egelhof sprach seinem Ex-Verein ein Lob aus: „Die haben uns alles abverlangt und uns sehr gefordert. Lange sah es danach aus, dass sie hier etwas mitnehmen und ein Unentschieden wäre sicher auch verdient gewesen.“