Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Konzert im SWR-Studio: Stefan Flesch liefert Gänsehautmomente

Gut gelaunt: Stefan Flesch mit Perkussionist Elmar Federkeil. Bis zu fünf Freunde holte der Musiker auf die Bühne.
Gut gelaunt: Stefan Flesch mit Perkussionist Elmar Federkeil. Bis zu fünf Freunde holte der Musiker auf die Bühne.

Wenn Stephan Flesch auf einem Programm steht, dann weiß man, was man auf der Bühne erleben wird: gute Unterhaltung auf hohem Niveau nämlich. Immer. Und wenn noch musikalische Freunde aufgeführt sind, dann erst recht. Immer. Am Sonntag kam all das zusammen, als „Stephan Flesch and Friends“ zum dritten Mal unter diesem Motto im SWR-Studio gastierten.

Zusammen mit fünf kompetenten Mitmusikern zelebrierte der Lauterer Lokalmatador im rappelvollen Emmerich-Smola-Saal einmal mehr ein erfrischendes, sauber durchkomponiertes Konzert mit einigen unerwarteten Höhepunkten. Flesch selbst zeigte sich von Anfang an aufgeräumt und locker.

Ganz alleine, nur mithilfe seiner sonoren Stimme und dem Klang der akustischen Gitarre, erschuf er gleich mit der selbst in der reduzierten Solo-Version weit in die emotionale Tiefe gehenden ersten Nummer „Englishman in New York“ eine solide, tragende Stimmungs-Basis für das Nachfolgende. Und das hatte es in sich. Nach und nach kamen dazu die nicht namentlich vorangekündigten „Friends“ auf die Bühne. Vom starken Duo bis zum soundgewaltigen Sextett gab es immer neue Kombinationen. Das hielt die Spannung zusätzlich zum reizvollen musikalischen Angebot beständig hoch.

Duo bis Sextett: die Freunde legen los

Da bescherte zuerst Perkussionist Elmar Federkeil in „Keep the Fire Burning“ starke rhythmische Akzente, kurz darauf füllte Pianist Daniel Krüger in „Rocket Man“ auf gleicher qualitativer Ebene den Klang. Eine dem Gastgeber ebenbürtige vokale Leistung lieferte an jenem Abend die Sängerin Isabel Fuchs unter anderem im mitreißenden Titel „Jolene“ – und ein erstes Highlight mit nicht alltäglichen Akkordeon-Klängen setzte schließlich Alexandra Maas im anspruchsvollen „Libertango“.

Mit dem Akkordeon wurde auch ein besonderes Stück begleitet: Stephan Flesch interpretierte Charles Aznavours Chanson „La Bohème“ – komplett in reputablem Französisch, nur dezent unterlegt von Akkordeon, Keyboard und Percussion, auch in den schwierigen Gesangspassagen des Stücks (und davon gibt es einige) absolut sicher und ausdrucksstark. Er habe Sorge gehabt, dass er das Stück nicht schaffe, erklärte Flesch dazu. Der Zweifel war unbegründet. Es wurde zum ersten Gänsehautmoment des Abends.

Publikum singt bei Knef-Klassiker mit

Fleschs Sprachtalent sorgte für eine weitere Überraschung, als er nach der Pause – wiederum solo – Lucio Dallas „Caruso“ anstimmte. Das war dann Gänsehautmoment Nummer zwei. Zwei deutschsprachige Titel, das von vielen Besuchern in weiten Teilen auswendig mitgesungene „Über sieben Brücken musst du gehn“ und Hildegard Knefs „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ reihte sich ein in die Abfolge nicht unbedingt erwartbarer Lieder.

Zum Schlusspart des Konzerts hin wurde es noch mal besonders intensiv und emotional, als Fleschs musikalischer Kompagnon seit fast einem halben Jahrhundert, der Sänger und Gitarrist Markus Ziegler, auf die Bühne kam und „The First Cut Is the Deepest“ mitsang.

Von allen Beteiligten des Abends wurde schließlich „Let it Rain“ und „Angels“ geboten, bevor als offiziell letztes Stück Fleschs (wie immer tief unter die Haut gehendes) Paradestück „Purple Rain“ erklang. Das ergab gleich mehrere Gänsehautmomente an dritter Stelle des Konzerts. Und das war immer noch nicht das Ende. Das kam erst mit den Zugaben „Sailing“ und „Leaving on a Jet Plane“, mit viel begeisterten Zurufen.

Gut interpretierte Klassiker und Ohrwürmer, viel Publikumsanimation und flotte Sprüche, gute Stimmung und nette Überraschungen – da fehlte nichts für einen gelungenen Konzertabend mit Stephan Flesch und Co. So wie immer ...

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