KAISERSLAUTERN RHEINPFALZ Plus Artikel Konni Schmidt erhält den „Roland-Vogt-Friedenspreis“

Wird am 12. September in der Apostelkirche geehrt: Konni Schmidt.
Wird am 12. September in der Apostelkirche geehrt: Konni Schmidt.

Seit Jahrzehnten engagiert sich Konni Schmidt in Organisationen und Kampagnen für den Frieden und gegen die Militarisierung seiner Heimatregion Rheinland-Pfalz. Für sein unermüdliches Engagement verleiht die Kampagne „Stopp Air Base Ramstein“, deren Mitbegründer er ist, dem gebürtigen Miesenbacher am 12. September in der Apostelkirche als erstem Preisträger den „Roland-Vogt-Friedenspreis“.

Konni Schmidt und der Frieden: Im Westpfalz-Klinikum, wo in diesen Tagen seine hartnäckige Krebserkrankung behandelt wird, blickt er zurück auf 1968. Es war die Zeit des Vietnamkriegs, in der er als Abiturient zum Studium von Mathematik und Physik nach Saarbrücken ging. Ein Kommilitone habe ihn gefragt: „Findest du das in Ordnung, was die Amis in Vietnam machen?“, erinnert sich Schmidt. Er weiß noch genau, wie er sich geschämt hat wegen seiner Unwissenheit und dass er sich direkt kundig gemacht hat.

Erst mit dem Bus, dann mit dem Fahrrad

Damit war ein Anfang gemacht. Es habe da diese Friedensmärsche gegeben, Bewegungen, in die man einfach hineingezogen wurde, schildert er. In Kaiserslautern machte er dabei mit. Erst „unelegant mit dem Bus“, ab 1980 mit dem Fahrrad. Damit hatte er seine zweite Leidenschaft aktiviert. Längst gehört sein Herz auch der Organisation „Bike für Peace and New Energies“, deren Vorsitzender er ist und mit der er bis heute von Paris bis Moskau zahlreiche Fahrten im Zeichen des Friedens organisiert hat. Aus der „Stopp Ramstein“-Kampagne heraus sei schließlich die Pfälzer Initiative „Entrüstet Euch“ entstanden, schildert Schmidt. „Die Air Base wegzukriegen, ist keine Tagesaufgabe, da muss man dranbleiben.“ Geradezu beflügelt hatte ihn und seine Mitstreiter die Resonanz auf das erste Friedenscamp, das 2013 auf Anregung des Berliner Friedensbüros in der Region stattgefunden hatte.

„Statt der erwarteten 300 Leute kamen 1500“, erinnert sich der Friedensaktivist. Zwei Jahre später seien dann 5000 Teilnehmer aus ganz Deutschland gekommen. Als Auftakt zu einer Aktionswoche finde das Friedenscamp mit Festival auf einer Wiese an der Ortsgrenze von Steinwenden/Kottweiler-Schwanden seither jedes Jahr statt.

Trotz seiner Krankheit, die ihn in seinem Engagement einschränkt, bleibt Konni Schmidt am Thema dran. Es gebe ja Internet, meint er und betont: „JP8, die Kerosinvariante, welche die Nato benutzt, ist hochgiftig; es tut mir in der Seele weh, was mit dem Pfälzerwald passiert.“ Bis zur Preisverleihung hofft er, wieder auf den Beinen zu sein.

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