Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kolumne Nachspielzeit: Waldleiningen, Reichenbach und Bruchmühlbach

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ASV Waldleiningen: Drama in drei Akten

Warum denn nervenschonend, wenn's auch hochdramatisch geht? Der ASV Waldleiningen zeigte in der Partie gegen den SV Otterberg II wieder einmal, zu was er vor heimischer Kulisse fähig ist. In diesem Spiel der Fußball-B-Klasse Süd strapazierte das Team die Nerven seines Trainers und die seiner Anhänger bis zum Zerreißen. Ein Autor hätte eine Menge Fantasie investieren müssen, um so ein Drehbuch zu Papier zu bringen.

Im ersten Akt sah alles nach einem lockeren Sieg für den ASV aus. Das Heimteam ging mit einer mehr als komfortablen 4:1-Führung in die Pause. „Wir schießen noch ein Tor, und dann ist das Spiel gelaufen.“ Mit dieser Vorgabe schickte der ASV-Trainer Alexander Hahn die Seinen in die zweite Halbzeit. Und die taten dann auch, wie ihnen geheißen: Sie erhöhten auf 5:1. Doch dann begann der zweite Akt. „Als ob meine Spieler Blei in den Füßen hätten, so spielten sie auf einmal“, schildert Hahn diese für ihn als Trainer wohl schlimmste Viertelstunde, in der seine Elf einen Vier-Tore-Vorsprung vergeigte. So stand es auf einmal 5:5 und sein Team am Rande einer Niederlage. Doch schließlich im dritten Akt die erneute Wende, in der Nachspielzeit und noch dazu in Unterzahl. Der Waldleininger Kapitän Jonas Keck legt sich den Ball zum Freistoß zurecht, hämmert ihn aus 20 Metern zum 6:5 ins Otterberger Tor und sorgt so in diesem Fußballdrama für ein aus Sicht des ASV glückliches Ende.

VfB Reichenbach: Erfolgreiche Aufholjagd

Dass man auch einen vermeintlichen „Todesstoß“ überleben kann, dafür lieferte der Landesligist VfB Reichenbach im Heimspiel gegen den SC Hauenstein ein eindrucksvolles Beispiel. Eigentlich schien die Mannschaft von Spielertrainer Benny Früh bereits nach 53 Minuten mausetot zu sein. Hatte sie sich doch nach einem 0:2-Rückstand zur Pause auch noch einen dritten Gegentreffer zum 0:3 eingefangen. Nach einem „kapitalen Abwehrfehler“, was die Sache noch schlimmer machte. Doch nach dieser für ihn beruhigenden Führung habe der Gegner, beschreibt Früh den weiteren Spielverlauf, „einen Gang zurückgeschaltet“. Möglicherweise waren es auch zwei Gänge. Als dann der Reichenbacher Ballvirtuose Heiko Batista Meier mit einem wunderschönen Freistoß in den Winkel auf 1:3 verkürzte, glaubte Benny Früh an eine erfolgreiche Aufholjagd. Die gelang seinem Team dann auch tatsächlich. Yannik Brehmer traf per Kopf zum 2:3 und mit einem 16-Meter-Schuss zum 3:3. Damit aber nicht genug. Eine von Batista Meier getretene Flanke rutschte irgendwie zum 4:3 durch und bescherte dem Heimteam kurz Schluss noch einen glücklichen Sieg.

FV Bruchmühlbach: Über die Dörfer

„Ich dachte doch, das hätte ich hinter mir.“ Dieser Satz sei ihm spontan durch den Kopf gegangen, als er den regennassen Hartplatz in seiner ganzen Novembertristesse gesehen habe, schildert Karl-Heinz Halter, der Trainer des FV Bruchmühlbach, den ersten Eindruck beim Gastspiel seiner Mannschaft bei der SG Hüffler/Wahnwegen. Ja, der einstige Erfolgstrainer des SV Morlautern tingelt mit seiner in der A-Klasse Kusel-Kaiserslautern spielenden Mannschaft „über die Dörfer“. Auch wenn er weit von seiner Klasse, der Oberliga, entfernt ist, ist er mit großer Leidenschaft und noch größerem Ehrgeiz bei der Sache. Auch beim FVB will Halter wieder eine Erfolgsgeschichte schreiben. Leicht gemacht wurde seinem Team der Sieg bei der SG nicht. Seine Elf sei zwar spielbestimmend gewesen, habe aber mit dem Toreschießen so ihre Probleme gehabt. Zudem habe der Schiedsrichter bei zwei Aktionen im gegnerischen Strafraum sozusagen in dubio pro Underdog entschieden und seinem Team zwei Foulelfmeter verweigert. „Beim dritten Mal“, so Halter, „konnte der Schiri aber nicht mehr Nein sagen.“ So offensichtlich sei das Foulspiel gewesen. Den verhängten Strafstoß verwandelte Aaron Valentin sicher, und der Favorit siegte 1:0.

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