Kaiserslautern „Klingelndes Handy verliert“
Da rauchten die Köpfe von Jung und Alt: die Schachgemeinschaft (SG) Kaiserslautern veranstaltete zum neunten Mal ein Bibliotheks-Open unter der Leitung von Helmut Hürter, dem Vereinsvorsitzenden. Im Lesesaal der Pfalzbibliothek duellierten sich ab 13 Uhr 40 Teilnehmer an 20 Tischen.
In seiner Begrüßung freute sich Hürter darüber, das Turnier in einem so schönen Ambiente präsentieren zu können. „Alle Altersklassen, alle Spielstärken sind vertreten – alles ist möglich hier“, betonte der Turnierleiter. Der Form halber wiederholte Hürter die bekannten Regeln: „Berührt – geführt“, Verlust der Partie nach dem ersten falschen Zug, sowie „klingelndes Handy verliert“ – dies gelte allerdings nur für Spieler. Eine DWZ-Auswertung finde nicht statt. „Ihr habt euch ein tolles Hobby ausgesucht, das strategisches Denken und Konzentration fördert“, begrüßte Sabine Klapp, Leiterin der Pfalzbibliothek, die Spieler. Sie lobte das große, vielfältige Teilnehmerfeld. Falls wider Erwarten doch einmal Langeweile aufkommen sollte, empfahl sie, im Lesestoff auf den Regalen zu stöbern oder dafür wiederzukommen. Mit dem Ton der Signalglocke kehrte allerdings schlagartig konzentrierte Stille im Saal ein. Über sieben Runden mit maximal 30 Minuten galt es, den Gegner zu schlagen. Gespielt wurde nach Schweizer System. Vom starken Vereinsspieler bis zum Grundschüler mit nur wenigen Monaten Spielerfahrung, in der Altersspanne von fünf bis 83 Jahren, von Ramstein-Miesenbach bis Ludwigshafen, von Idar-Oberstein bis Pirmasens – breit gestreut war das Spektrum der Spieler. Nach Einschätzung Hürters nahmen etwa zehn starke Vereinsspieler am Turnier teil. Schnell-Schach – der Name sagt es schon – ist ein Spiel mit Tempo. Deshalb war niemand überrascht, als sich bereits nach knapp drei Minuten Matthias Huschens von der SG Kaiserslautern beim gut gelaunten Turnierleiter Hürter meldete, um den siegreichen Ausgang seiner Partie zu melden. Kaum hatte die zweite Runde begonnen, meldete Richard Triebsch aus Heltersberg seine Partie als gewonnen. Der Neunjährige spielt erst seit knapp drei Monaten Schach. „Mit das Schönste am Schach ist, dass das Alter fast gar keine Rolle spielt“, sagte Holger Haase von der SG Kaiserslautern, Assistent der Turnierleitung. „Man spielt nicht nur gegeneinander, sondern auch miteinander.“ Schade findet es Haase, dass im Schach die Damen allgemein noch schwach vertreten sind. Allerdings freuten sich Hürter und Haase, dass an diesem Samstag Mädchen und Frauen überdurchschnittlich zahlreich angetreten waren. Janett Metzler war eine von ihnen. Die Gruppenleiterin bei der SG Kaiserslautern spielt Schach seit 14 Jahren und studiert Chemie und Geografie an der Technischen Universität. „Schach ist ein toller Ausgleich für die Kinder“, sagt die 27-jährige. Im September 2017 wird das Bibliotheks-Open mit dem zehnten Turnier sein erstes Jubiläum feiern können. Austragungsort wird, wie immer im Herbst, die Stadtbibliothek sein. Für das Turnier am 23. September können sich Teilnehmer jetzt schon bei der SG Kaiserslautern anmelden. Spieler, die sich keinem Verein anschließen wollen, sind beim Schachtreff in der Stadtbibliothek willkommen, der jeden Donnerstag (außer an Feiertagen) stattfindet. info Bei dem Turnier gewann Markus Müller vom TSV Hütschenhausen vor Christoph Kennel, SG Kaiserslautern, und Philipp Rölle, SC Ramstein-Miesenbach. | cbg