Kaiserslautern „Klimaschutz!“
„Klimaschutz! Klimaschutz! Klimaschutz!“ Wem am Altenhof gestern Mittag noch nicht klar war, warum sich der bunte Demonstrationszug durch die Innenstadt bewegt hatte, dem sagte es ein Chor aus mehreren hundert Kehlen ganz deutlich. Und die Demonstranten wurden gehört. Insbesondere beim Zug durch die Eisenbahnstraße zuvor, zog die große Menschenmasse mit den vielen bunten Transparenten die Blicke auf sich, nicht nur aus den oberen Fensterreihen, auch die Belegschaften einiger Geschäfte traten vor die Tür und machten sich ein Bild vom Geschehen – die meisten mit Mobiltelefon im wahrsten Sinne des Wortes. Um 11.30 Uhr hatte die Demonstration offiziell auf dem Bahnhofvorplatz begonnen. Bevor sich der Zug in Bewegung setzte, richtete Selina Wolf ein paar Worte an ihre Mitschüler. „Wir haben mit dem Wetter zu kämpfen und mit dem Klima“, sagte sie mit Blick auf Nieselregen und stürmische Böen. „Ihr rockt das hier, danke dafür.“ Auch aus dem Lager der Studierenden hatten sich Protestler dem Demonstrationszug angeschlossen. „Klimaprotest ist Bildung“, sagte Nele Ladage, Mitglied des Studierendenparlaments der TU Kaiserslautern. „Wir schaffen es nicht, uns an Gesetze zu halten. Das ist traurig“, sagte sie und forderte die Verantwortlichen auf, eine bessere Klimapolitik zu machen. Das Grünen-Stadtratsmitglied Tobias Wiesemann sprach sich gegen das Märchen aus, dass der Klimawandel nicht von Menschen gemacht sei. Detlev Besier von der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Landeskirche der Pfalz bedankte sich bei den Demonstranten für ihr Engagement und ermutigte sie, weiter auf die Straße zu gehen und sich nicht entmutigen zu lassen. „Ihr macht das genau richtig“, sagte er. „Nicht umfallen!“ Im April und im Mai sollen weitere Kundgebungen in der Form folgen, kündigte Selina Wolf am Ende der Veranstaltung gestern gegenüber der RHEINPFALZ an. Die Schülerin des Burggymnasiums, die die Demo angemeldet hatte, zeigte sich zufrieden mit dem Zuspruch der Veranstaltung. „Es macht mich glücklich, dass so viele heute gekommen sind.“ Aus Sicht von Raphael Mader vom städtischen Referat für Recht und Ordnung, unter anderem zuständig für die Genehmigung von Versammlungen und Demonstrationen, hat der Zug durch die Innenstadt „gut funktioniert“, obwohl insbesondere in der Eisenbahnstraße auf den Verkehr geachtet werden musste. Im Vorfeld habe es ein Gespräch mit den Anmeldern und den zuständigen Behörden gegeben, dabei seien Details besprochen und die Route festgelegt worden. Politik