Kaiserslautern „Kleiner Leuchtturm unter vielen“

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Die Kaiserslauterer Band Shaian hat wieder neue Ehrungen erfahren: Vom Kultusministerium wurde sie zum „Musikalischen Botschafter Rheinland-Pfalz 2017“ ernannt und gleichzeitig vom Integrationsbeirat der Stadt Kaiserslautern zum „Musikalischen Botschafter von Kaiserslautern“.

Als Teil der Initiative der Landesregierung zur Förderung von Kulturprojekten für junge Flüchtlinge wird das Integrations- und multikulturelle Bandprojekt als „Musikalische Botschafter Rheinland-Pfalz 2017“ eine Reihe von Veranstaltungen in Großstädten Deutschlands spielen. Die zweite Förderung erhält Shaian für verschiedene Integrationsprojekte in Kaiserslautern selbst – wie zum Beispiel Workshops und Konzerte. Die Band habe Modellcharakter, werbe für kreative Integration und kulturübergreifende Kunst und repräsentiere dabei „als kleiner Leuchtturm unter vielen“ gelungene Integrationsmaßnahmen, so die Begründung des Ministeriums. Als Landesbotschafter wird die Band am Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober in Berlin ein Konzert vor etwa 10.000 Gästen geben. Weitere Konzerte werden in Kaiserslautern, Speyer, Homburg, Zweibrücken und Düsseldorf stattfinden. Durch die Implementierung zusätzlicher multimedialer Veröffentlichungen kämen die verschiedenen Kulturen und individuellen Lebenshintergründe und -wege der jungen Flüchtlinge zur Geltung, argumentiert das Ministerium weiter. Die Veranstaltungsreihe biete somit drei Integrationsebenen: Erstens ermögliche sie geflüchteten Musikern direkte gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe. Zweitens ermutige sie geflüchtete Menschen, sich durch kreative Initiativen gesellschaftlich und künstlerisch einzubringen, und schließlich erleichtere sie allen Menschen ungeachtet der Kultur-und Religionszugehörigkeit den Zugang zu Kunst und Kultur. Die Landesregierung lobt dabei insbesondere die überregionale Bedeutung des Projekts: Der Integrationsansatz, mit Musik unterschiedliche Kulturen zu verbinden und so zum interkulturellen Austausch beizutragen, sei vorbildlich. Seit Anfang 2016 vereint „Shaian“ Musiker aus Afghanistan, Eritrea, Iran, Syrien, Indonesien, Tunesien und Deutschland. Ende 2015 hatten Dagmar Kern und Michael Halberstadt die Idee, in Flüchtlingsunterkünften Musiker für eine gemeinsame Band zu suchen. Behilflich bei der Suche war das zehnjährige Mädchen Shaian, gleichzeitig Namensgeberin (kurdisch: die Würdige) der Band. Oud- und Dambora-Spieler, Bassisten, Rapper, Perkussionisten sowie weitere Sänger und Gitarristen spielen seither gemeinsam Lieblingslieder aus ihren Heimatländern. Für viele der Musiker ist die Band so zur zweiten Familie geworden.

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