Kaiserslautern Kleine Lokalbahn für Pendler und Rüben

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Mit der Eröffnung der acht Kilometer langen Bahnstrecke von Weilerbach nach Otterbach vor 100 Jahren ging ein wichtiger Wunsch der Gemeinden nördlich von Kaiserslautern in Erfüllung. Intensive Diskussionen und Planungen gingen voraus – sogar eine Überlandstraßenbahn war im Gespräch. Heute diskutiert man nicht über die Reaktivierung, sondern über den Abbau der Gleise. Trotzdem soll die Option pro Schiene erhalten bleiben.

Als am 15. Oktober 1914 der erste Abschnitt der Bachbahn eröffnet wurde, gab es keine Feier – die Deutschen waren kurz zuvor mit „Hurra“ in den Ersten Weltkrieg getaumelt, und die Chronisten vermerkten Siege in Belgien und Galizien. Dagegen war der erste Zug auf der kurzen „Vizinalbahn“ – so der bayerische Begriff für Lokalbahn – nichts besonderes. Außerdem war sie noch nicht fertig, das Stück bis Reichenbach fehlte noch. Dieses folgte im Jahre 1920, aber hochfliegende Pläne zur Verlängerung ins Glantal wurden nicht verwirklicht. Folglich erlangte die Strecke nie eine überregionale Bedeutung – sie diente knapp 60 Jahre nur dem Schüler- und Pendlerverkehr in die nahe gelegene Stadt. Ab den 1960er Jahren lösten rote Schienenbusse die unwirtschaftlichen Dampfloks ab. Bis zum 27. Mai 1972: Da fuhr Samstagsmorgens um 7 Uhr in der Frühe der letzte planmäßige Zug. Es blieb der Güterverkehr. Vor allem Rüben, Baustoffe, Rohstoffe, Briketts und vieles mehr. So manches Vieh trat seine letzte Fahrt an der Weilerbacher Verladerampe an – am Schlachthof im Lauterer Westbahnhof war dann Endstation. Der Güterverkehr nach Reichenbach endete 1989, im Februar 1991 folgte der Abriss und der Bau des Radwegs. Zu dessen Eröffnung am 16. Mai 1993 kehrten noch einmal Personenzüge auf die Strecke nach Weilerbach zurück. Als drei Jahre später der letzte Güterzug fuhr, gab es Hoffnung auf eine Reaktivierung des Personenverkehrs. Als Teil einer Lauterer Stadtbahn sollte die Strecke zu neuem Leben erweckt werden. Gutachten bestätigten den volkswirtschaftlichen Nutzen, doch das Land hatte kein Geld, und die geplante Stadtbahn für Kaiserslautern wurde nicht realisiert. Mit der Bahn wurde deshalb ein Vertrag abgeschlossen, der die Strecke sicherte, um sie irgendwann doch noch in Betrieb nehmen zu können. Heute, zum 100. Geburtstag der Strecke, steht ihre Reaktivierung nicht auf der Agenda, und die Trasse liegt brach. Als Radweg will sie die Verbandsgemeinde Weilerbach wiederbeleben. Der für den Nahverkehr zuständige Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Süd sowie die Planungsgemeinschaft Westpfalz haben die hierfür nötigen Beschlüsse gefasst. Sie geben die Trasse frei, aber die Option für die Schiene wird von den Beteiligten nicht ganz aufgegeben. Sollte in ferner Zukunft der Bedarf für eine Bahn wieder gegeben sein, könnte sie als Überlandstraßenbahn wiederbelebt werden. Die hierfür nötigen Vorkehrungen sollen bei der Grundstücksübertragung getroffen werden. Auch beim Bau der Verbindungsstraße zwischen Rodenbach und der L367 beim IG Nord soll darauf geachtet werden, dass eine Straßenbahnkreuzung nicht unmöglich würde.

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