Kaiserslautern
Klein siegt im Kopf-an-Kopf-Rennen
Wahlkreis 44
Der Wahlkreis 44 bleibt eine sichere Bank für die Genossen: Die SPD ist wieder stärkste Partei, und Andreas Rahm gelang mit 34,8 Prozent der Wiedereinzug in den Landtag. Dass er deutlich unter den 41,5 Prozent von vor fünf Jahren blieb, hatte damit zu tun, dass diesmal auch die AfD einen Bewerber ins Rennen schickte. „Mein größter Konkurrent war Manfred Schulz“, sagte Rahm, der zufrieden war, den Christdemokraten hinter sich gelassen zu haben. Schulz, mit 21,7 Prozent etwas besser als die CDU-Landesstimmen im Wahlkreis, haderte mit der Maskenaffäre. „Ich habe bis am Samstagnachmittag noch Flyer verteilt“, sagt der 42-Jährige. Umso bitterer sei es, dass ein überregionales Thema solchen Einfluss auf die Wahl habe.
Den Sprung nach Mainz verpasst hat Paul Bunjes, der auf Platz zwölf der Grünen-Landesliste stand. Mit 15,3 Prozent kam er auf das drittbeste Ergebnis bei den Wahlkreisstimmen. Den Einzug in den Landtag schaffte er dennoch nicht. Dazu hätten die Grünen auf Landesebene über zehn Prozent gebraucht.
Die AfD verlor in der Stadt bei den Landesstimmen vier Prozentpunkte gegenüber 2016. Rund elf Prozent konnten die Partei und ihr Direktkandidat Kai Dettmar am Ende verbuchen.
Zufrieden war Dominik Stihler von den Freien Wählern, der mit 7,4 Prozent besser abschnitt als seine Partei bei den Landesstimmen. Brigitta Röthig-Wentz (FDP) und Lena Edel (Linke) blieben mit 4,6 und 5,2 Prozent hinter ihren Ergebnissen von 2016 zurück.
Wahlkreis 45
Die Überraschung im Wahlkreis 45 blieb erwartungsgemäß aus: SPD-Kandidat Thomas Wansch holte das Direktmandat und zieht zum vierten Mal in den Landtag ein. Der rote Stempel bleibt dem Wahlkreis also erhalten – obwohl sich dessen Zuschnitt verändert hat und er weniger ländlich geworden ist.
Die Sozialdemokraten sind im Wahlkreis 45 ungefähr genauso stark wie landesweit. Die CDU hingegen blieb bei den Zweit- wie auch den Direktstimmen hinter dem Landesergebnis. Gerade deswegen ärgert sich CDU-Herausforderer Norbert Herhammer umso mehr, dass er zwar nicht wirklich knapp, aber hinter dem Amtsinhaber liegt. „Die Maskenaffäre hat mich rund zwei Prozent gekostet“, sagt er sichtlich gewurmt. Ohne das Dekabel hätte er seiner Meinung nach deutliche Chancen auf das Amt gehabt.
Wansch ist hingegen mit seinem Ergebnis zufrieden. Dass er in seinem Heimatort Sembach nicht die große Mehrheit hinter sich geschart hat – wie beispielsweise sein SPD-Kollege Daniel Schäffner –, sieht er gelassen: „Das ist der Ortsbürgermeister-Bonus“, winkt er ab. Und dass selbst CDU-Herausforderer Norbert Herhammer aus Otterberg in Sembach an ihm vorbeigezogen ist, scheint ihn auch nicht groß zu stören: „Mit einer Stimme“, betont er gelassen.
Mehr als zufrieden und zwar mit gutem Grund ist Eckhard Vogel, der für die Freien Wähler antrat. Dass sie den Einzug ins Landesparlament schaffen, freut ihn sehr; dass er in seinem Heimatort Frankenstein 44,1 Prozent der Erststimmen auf sich vereinte, ist ein weiterer Grund für ihn zu feiern.
Wahlkreis 46
Die SPD hat zwar gegenüber 2016 einige Stimmen eingebüßt, die Wahl im Wahlkreis Kaiserslautern-Land aber klar gewonnen: Mit 36,7 Prozent der Stimmen lag sie bei den Landesstimmen 7,9 Punkte vor der CDU, die auf 28,8 Prozent (2016: 31,0) kam. Auf Platz drei landete die AfD mit 10,8 Prozent, die aber gegenüber der letzten Landtagswahl vier Prozentpunkte verloren hat. Ihr Ergebnis mehr als verdoppeln konnten dagegen die Freien Wähler, die auf 6,5 Prozent der Stimmen kamen. Um 2,2 Punkte legten die Grünen zu, 5,9 Prozent der Wähler gaben ihnen ihre Stimme. Die FDP erreichte 3,8 (2016: 4,6) und die Linke 2,6 Prozent (3,1).
Das Rennen um die Direktkandidatur gewann nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen mit Daniel Schäffner (SPD) letztlich CDU-Politiker Marcus Klein. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte der 44-jährige Steinwendener nach der Zitterpartie, in der Schäffner eine ganze Weile vorne gelegen hatte, bevor Klein allmählich auf- und überholen konnte. Mit 34,3 Prozent lag er am Ende 1,5 Punkte vor Schäffner. „Ich bin noch ganz geplättet, denn noch nie ist es einem CDU-Politiker gelungen, in diesem Wahlkreis das Direktmandat zu gewinnen“, sagte Klein. Aber angesichts des Abschneidens der CDU auf Landesebene fiel auch seine Freude eher verhalten aus: „Das ist ein Desaster, eine Katastrophe“, konstatierte Klein bitter und machte in erster Linie den Corona-Masken-Skandal für das schlechte Ergebnis seiner Partei verantwortlich.
Schäffner zeigte sich sehr enttäuscht, dass er es nicht – wie 2016 – geschafft hat, das Direktmandat zu erringen. Als einen Grund für seine Niederlage nannte er den neuen Zuschnitt des Wahlkreises. Ob der Mackenbacher angesichts des guten Abschneidens seiner Partei über die Landesliste – dort belegt er Platz 18 – erneut in den Landtag einziehen kann, blieb am Abend offen.