Kaiserslautern „Klasse Leistungen und viele neue Bestzeiten“

Schwimmer sind eigentlich Einzelkämpfer, die um persönliche Bestzeiten ringen. Doch es gibt einen Wettkampf, bei dem sie als Team auftreten und gemeinsam mit jedem Start Punkte sammeln: die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Schwimmen (DMS). Die fanden am Sonntag in Bad-Bergzabern statt – und die Damen des Kaiserslauterer SK sind dort aufgestiegen, für die Herren reichte es dagegen nicht ganz.
Im Team ist taktisches Vorgehen gefragt, denn jeder Aktive darf nur viermal starten und es sind insgesamt 26 Starts von 50 bis 1500 Meter zu besetzen. Und die Taktik ging bei den Damen des Kaiserslauterer SK voll auf: Lagen sie zwischenzeitlich immer wieder auf Platz zwei mit nur wenigen Punkten Abstand, so siegten sie am Ende mit 11.511 Punkten vor den Damen aus Neustadt/Weinstraße. Somit sind die Damen in die Verbandsliga aufgestiegen und werden sich in der kommenden Saison gegen neue Gegner behaupten müssen. Direkt zu Beginn in die Veranstaltung startete Annika Zimmerer über 200-Meter-Freistil mit einer klasse Zeit von 2:15,3 Minuten und brachte die Damenmannschaft direkt in Führung. Auch bei ihren weiteren Starts schwamm sie tolle Leistungen (100-Meter-Freistil in 1:00,6 Minuten; 50-Meter-Freistil in 27,2 Sekunden und 100-Meter-Rücken in 1:07,8 Minuten). Die harten Trainingseinheiten seit Januar zahlten sich bei vielen Aktiven aus Kaiserslautern aus, aber auch die laute Unterstützung vom Beckenrand sorgte für viele neue Bestzeiten. Lotta Eschbach startete in ihre Favoritenlage über 200-Meter-Rücken und konnte eine starke neue Bestzeit von 2:36,4 Minuten für sich verbuchen, auch die 800-Meter-Freistil schwamm sie sehr gleichmäßig in 10:52,6 Minuten. Für tendenziell lange Strecken war auch Linnea Krummenauer zuständig. Über 400-Meter-Freistil schwamm sie eine Zeit von 5:15,6 Minuten. Die 200-Meter-Freistil schaffte sie in 2:26,8 Minuten. Oft gequält hatte sich auch Lea Korn im Training und war Meter um Meter Schmetterling geschwommen – in dem Wissen, bei guten Leistungen viele wichtige Punkte an diesem Wochenende für ihr Team zu sammeln. Sie lieferte ab: 200 Meter in 2:42,3 Minuten und 100 Meter 1:11,6 Minuten sind Zeiten, auf die sie stolz sein kann. Innerhalb fast eines Jahres konnte sie sich auf 100-Meter-Schmetterling um vier Sekunden steigern, was bei solch einer kurzen Strecke eine große Leistung ist. Nicht ganz zufrieden mit sich selbst und ihrer Leistung war Franziska Kleber, die jedoch mit ihren vier Starts und guten Zeiten viele wichtige Punkte für das Team sammelte (200-Meter-Lagen in 2:36,6 Minuten, 100-Meter-Rücken in 1:09,9 Minuten, 200-Meter-Rücken in 2:32,7 Minuten, 200-Meter-Schmetterling in 2:40 Minuten). Aber gerade sie war es, die sich im Vorfeld viel für das Team ausgedacht und organisiert hatte: Sie organisierte in kurzer Zeit zwei Sponsoren, die die Kosten für ein Mannschafts-T-Shirt trugen und brachte Bast-Röckchen für das Mädchen-Team mit, das somit ein e Blickfang in der Halle war. Wiebke Ruppert war an diesem Sonntag für die langen Strecken zuständig, bedeutet: 400- und 800-Meter-Freistil. Gerade bei solch langen Strecken ist es wichtig, sie nicht zu schnell anzugehen, sein eigenes Tempo zu finden und dies relativ gleichmäßig durchzuschwimmen. Und dies gelingt Ruppert immer besser (400 Meter: 5:08,5 Minuten; 800 Meter: 10:46,6 Minuten). Und so sammelte auch sie weiter Punkte für die Gesamtwertung. Spricht man von gleichmäßigem Schwimmen und Aktiven, die eine 100-Meter-Durchschnittszeit exakt schwimmen, um ihre persönliche Bestzeit zu erreichen, dann muss der Name Léon Wilke fallen. Als habe er eine Uhr unter Wasser, schwimmt Wilke die 1500-Meter-Freistil mit einer 100-Meter-Zeit von 1:13,5 Minuten und weicht von diesem Wert um nur wenige Hundertstel ab. Optisch unterstützt von seinem Trainer Mirko Obradovic, der mit einem roten Handtuch am Beckenrand steht und durch die Höhe des Handtuches Wilke zu verstehen gibt, ob dieser die passende Durchgangszeit schwimmt. So schlug er mit großem Abstand zur Konkurrenz nach 18:14,6 Minuten an die Wand. Auch bei seinem Start über 200-Meter-Rücken schwamm er in 2:20,6 Minuten zu einer neuen Bestzeit. Gerald Kothe konnte es erst nicht glauben, welche Zeit er über 100-Meter-Freistil geschwommen war, er musste die Kampfrichterin mehrmals fragen: Nach 54,9 Sekunden schlug er als schnellster Schwimmer bei den Herren an die Wand und sammelte fleißig Punkte. Leider reichte es bei den Herren nicht ganz für den angestrebten Aufstieg. Krankheitsbedingt etwas geschwächt mussten sie sich der Herrenmannschaft aus Bad Bergzabern mit 10.927 Punkten und einem Rückstand von 693 Punkten geschlagen gegeben. Neu in der Mannschaft des KSK ist Philipp Osadsky, ein US-Amerikaner, der das Team gerade auf den Bruststrecken mit sehr guten Zeiten unterstütze: auf 100 Meter 1:15,4 Minuten und über 200 Meter 2:40,9 Minuten. Slawa Koltschin konnte zu einer neuen persönlichen Bestzeit in 1:12,4 Minuten über 100-Meter-Brust schwimmen. Maximilian Kaiser lieferte sicher auf all seinen Strecken gute Zeiten – ob Schmetterling (100 Meter in 1:03 Minuten) oder Rücken (100 Meter in 1:02,0 Minuten) oder Lagen (200 Meter in 2:20,7 Minuten) – und ließ das Punktekonto der Männer kräftig anwachsen. Der älteste Schwimmer aus Reihen der Kaiserslauterer war Johannes Diehl mit vier Starts, wobei er über 200-Meter-Schmetterling eine neue Bestzeit schwamm (2:31 Minuten). Über 200-Meter-Freistil (2:12,6 Minuten), 100-Meter-Schmetterling (1:06,9 Minuten) und 50-Meter-Freistil (26,9 Sekunden) zeigte er gute Leistungen. Die beiden jüngsten Teilnehmer aus Reihen des KSK waren Nicklas Birich und Dennis Wunder. Sie starteten am Wochenende zum ersten Mal bei den DMS und konnten auf ihren Strecken Erfahrungen sammeln. Rundum zufrieden zeigte sich Cheftrainer Mirko Obradovic: „Beide Teams haben klasse Leistungen gezeigt und es gab viele neue persönliche Bestzeiten. Der Aufstieg der Damen freut mich sehr, leider hat es bei den Herren nicht gereicht.“ Besonders positiv hervorzuheben sei die Stimmung im Kaiserslauterer Team. Immer hätten Aktive mit ihren Trainerinnen und Trainern am Beckenrand gestanden und ihre Kameraden angefeuert. In der kommenden Saison werden die Damen- und Herren-Mannschaften des Kaiserslauterer SK in getrennten Veranstaltungen bei den DMS antreten.