Kaiserslautern Kirche als Wohnhaus

Umgenutzt: Der Grundstein der katholischen Kirche Christkönig wurde am 22. Juni 1958 gelegt. Seit einem Umbau 2010 wird das Bauw
Umgenutzt: Der Grundstein der katholischen Kirche Christkönig wurde am 22. Juni 1958 gelegt. Seit einem Umbau 2010 wird das Bauwerk als Wohnhaus genutzt.

«Lämmchesberg.» Als „Wink des Schicksals“ empfindet Helga Fischer ihren Umzug nach Kaiserslautern. Das mag auch daran liegen, dass sie in der umgebauten ehemaligen Kirche Christkönig wohnt. Deren Grundstein wurde am 22. Juni 1958 gelegt. Für die Bewohner ist der Charakter des Gebäudes noch spürbar.

Die „ganze Atmosphäre“ und das Miteinander machen für Helga Fischer das Besondere in ihrem neuen Zuhause aus. Vor mittlerweile acht Jahren ist sie von Karlsruhe mit ihrem Mann in dessen ursprüngliche Heimat gezogen und auf dem Hahnenbalz 25 sesshaft geworden. In der vergangenen Woche feierten die mittlerweile 22 Hausbewohner im Eingangsbereich die Grundsteinlegung der Kirche Christkönig vor 60 Jahren. Auch wenn das Gebäude seit der Umnutzung durch Architektin Sabine de Fries „nicht mehr als Kirche erkennbar sein darf“, sind die Spuren allgegenwärtig: Der Grundstein aus rotem Sandstein hängt an der Wand im Treppenhaus, darüber eine der Orgelpfeifen des Original-Instruments des ehemaligen Gotteshauses. Die Stimmen der Feiernden hallen von den Wänden wider, als ob ein Kirchenchor zum Gesang anheben würde. „Ich bekomme immer eine Gänsehaut, wenn ich hier rein gehe“, erzählt Fischer. Mit ihren Eindrücken ist sie nicht alleine, das bestätigen auch die anwesenden Bewohner, die von den gemeinsamen Feiern zu Ostern oder Weihnachten schwärmen. Die Umnutzung des Objekts war keine einfache Sache, erinnert sich de Fries an die Baumaßnahme. „Die ehemalige Kirche war aus Spenden der Nachbarschaft finanziert. Wir hatten einige Demos als sie umgebaut werden sollte“, sagt sie. Von der Hallenkirche sei nur die Frontfassade aus roten Backsteinklinkern erhalten geblieben. Die Kubatur, im Architektenjargon die Gestalt des Bauwerks, habe sich ebenfalls nicht verändert. Die Kirchenfenster seien an das Bistum in Speyer übergeben worden, ähnlich sei es auch mit anderen Gegenständen gewesen, erklärt de Fries. Die katholische Hallenkirche Christkönig war 2007 profaniert und von 2009 bis 2010 umgebaut worden.

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