Handball Kerscheknabber-Cup: Ein Tor fehlt zum alleinigen Turniersieg
Bis in die späten Abendstunden wurde ausgelassen gelacht, gefeiert und die ein oder andere Anekdote zum Besten gegeben.
Bevor sich die Regionalliga-Handballer am Grillbüffet stärken konnten, standen noch zwei schweißtreibende Partien gegen den zukünftigen Ligarivalen HSG Dudenhofen/Schifferstadt und den Drittligarückkehrer TV Homburg auf dem Programm.
Kuriose Szene am Ende
Im ersten Spiel gegen die HSG verspielte das Team von Trainer Theo Megalooikonomou auf der Zielgeraden eine Zwei-Tore-Führung. Die Partie endete mit einer kuriosen Szene: Als der letzte Dansenberger Angriff ins Stocken geriet, entschied einer der beiden Unparteiischen auf Schrittfehler, der andere auf Foulspiel. Noch bevor die beiden Schiedsrichter eine Entscheidung treffen konnten, schaffte der Regionalliga-Aufsteiger Tatsachen und beförderte das Spielgerät am sichtlich überraschten TuS-Torwart Simon Gabrys vorbei zum 21:21-Endstand.
Da sich Schifferstadt im anschließenden Spiel gegen den gedanklich noch in den Sommerferien weilenden TV Homburg überraschend mit 22:19 durchsetzte, hätte der TuS Dansenberg das letzte Spiel des Tages gegen die Saarländer mit vier Toren Differenz gewinnen müssen, um sich den Turniersieg zu sichern. Die mit fünf A-Jugend-Spielern angetretenen Hausherren hatten schon eine Hand am Pokal, ehe sie sich kurz vor Schluss noch einen Treffer zum 27:24-Endstand einfingen.
Ben Kölsch macht den Unterschied
Den Unterschied in einem Spiel auf Augenhöhe hatte aus Sicht der Gastgeber Ben Kölsch gemacht. Der junge Spielmacher, der seinen auslaufenden Vertrag bereits im Februar vorzeitig verlängert hatte, war mit zehn Toren in 40 Minuten der überragende Mann auf der Platte. Der 20-Jährige stellte seine Führungsqualitäten eindrucksvoll unter Beweis und wird in der kommenden Spielzeit ein Schlüsselspieler sein.
Werbung in eigener Sache machte auch Youngster Vincent Uben. Der Linkshänder zeigte sich beim Auftaktspiel gegen Dudenhofen mit fünf Toren treffsicher und hinterließ nicht nur aufgrund seiner stattlichen Körpergröße von 2,05 Meter mächtig Eindruck. „Trotz des Fehlens der Stammkräfte Michael Hoppe, Timo Holstein und Philipp Becker setzte die Mannschaft viel von dem um, was wir besprochen hatten. Dass unsere Youngsters mit so viel Leidenschaft und Engagement dabei waren, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, Betonte Ivan Vukas, der Sportliche Leiter der TuS Dansenberg. Der hoch dekorierte Ex-Profi, der für sein Heimatland Kroatien 32 Länderspiele absolviert hat, möchte in der Westpfalz nachhaltig etwas aufbauen. Eine Rückkehr in die Dritte Bundesliga, in der die Schwarz-Weißen bis zum Abstieg im Mai 2024 über viele Jahre spielten, ist kurzfristig kein Thema. „Wir setzen auf die eigene Jugend“, stellte Vukas klar, „wir wollen organisch wachsen.“
„Die Jugend ist unsere Zukunft“
Wie das gelingen kann, machte ein Einlagespiel zwischen zwei kurzfristig zusammengewürfelten Nachwuchsteams der Westpfälzer deutlich. Obwohl der vereinsinterne Aufruf sehr kurzfristig erfolgte und viele Kinder noch in den Sommerferien waren, tummelten sich mehr als 40 Jungs und Mädels der eigenen E- und D-Jugend auf dem Parkett, die über 60 Minuten vollen Einsatz zeigten.
„Die Jugend ist unsere Zukunft. Wenn es uns gelingt, jedes Jahr zwei Spieler in die erste Mannschaft hochzuziehen, bin ich zufrieden“, bilanzierte Ivan Vukas. Externe Verstärkungen sollen also in absehbarer Zukunft die Ausnahme sein und allenfalls punktuell erfolgen.