Kaiserslautern
Kennst Du Lautern: Der Gärtner Jakob Michel baut 1904 das erste Haus im Stadtteil Lindenhof
Die Namen der Lauterer Stadtteile sind oft Flurnamen. Wohnviertel haben die Namen der Landschaft angenommen. Daran erkennt man die reizvolle Lage Kaiserslauterns: „Tälchen“, „Berg“, „Dell“. „Hof“. Heute geht’s zum Lindenhof.
„Lindenhof, ein magischer Zauber entspringt dem Wort. Blaue Sommernächte werden lebendig, Linden verbreiten Süße, ein leiser Wind geht über reifendes Korn, Duft steigt aus den Rosengärten...“ Genug zitiert aus einer Eloge an den Lindenhof, erschienen in der Pfälzischen Presse im Juli 1935. Heute zischt, rauscht und quietscht die Autobahn herüber, je nachdem wie der Wind steht, und man muss schon ganz genau hinsehen, um den alten Lindenhof zu entdecken. Kaiserberg und Seß klammern das Lindenhof-Idyll an die Stadt. Das „reifende Korn“ gibt es noch; gegen Norden und Nordosten hat der Lindenhof noch etwas ländlichen Freiraum.
Der Name Lindenhof stammt nicht von den dort angepflanzten Linden. Diese Bäume wurden erst gesetzt als die Häuser schon gebaut waren. Der Feldweg, der in den Hagelgrund führt, verläuft durch die „Gewanne 32 Linden“; daher kommt der Name.
Man kann davon ausgehen, dass der Gärtner Jakob Michel 1904 das erste Haus im Stadtteil Lindenhof gebaut hat. Er besaß ein Grundstück am damaligen „Morlauterer Weg“, auf dem er Obst- und Rosenkulturen anlegte und ein Haus baute. Zur Wasserversorgung seiner Plantagen ließ er einen Brunnen bis etwa 80 Meter Tiefe errichten. Eine Windturbine, die erste in Kaiserslautern, förderte das Wasser in ein Reservoir. Das Windrad wurde zum Wahrzeichen des Stadtteils. Bis 1935 kurbelte es Wasser aus dem Boden.
Fast jede der älteren Bauepochen ist in Kaiserslautern zu finden, auch nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Klassizistische Gebäude prägen die Stadt, der Jugendstil ist zu finden, expressionistische Bauhausideen und andere mehr. Es gibt auch Häuser mit einem ausgeprägten, ländlichen Stil.
Der Bauverein errichtete 1906 an der Gabelung Morlauterer Weg und dem „Pfad zum Hagelgrund“ einige kleine Häuser. Sie sind in einem Stil gebaut, wie er bei den nach Siebenbürgen ausgewanderten und wieder zurückgekehrten Pfälzern üblich war. Drei dieser Häuser sind mit geringen Veränderungen auf dem Lindenhof in der Hagelgrundstraße heute noch erhalten geblieben. Torbogen verbinden die Häuser miteinander.
Von der Gabelung „Morlauterer Weg“/„Pfad zum Hagelgrund“ entwickelte die Stadt den Lindenhof nach und nach als Wohngebiet.