Handball
Keine Feierstimmung beim TuS Dansenberg
100 Jahre wird der TuS Dansenberg in diesem Jahr alt, doch Feierstimmung will nicht so recht aufkommen. Spielerisch läuft es nicht wie erhofft, und auch finanziell sah es bei den Schwarz-Weißen schon mal besser aus. Zum Rückrundenstart am Samstag (20 Uhr) gegen den TuS Opladen steht die Mannschaft von Trainer Thomas Weber gleich unter Zugzwang.
Wie alles begann
Der schleichende Niedergang des TuS-Teams begann mit der Demission von Trainer Steffen Ecker, dem das Ausscheiden in der Gruppenphase zur Aufstiegsrunde in die Zweiten Bundesliga zum Verhängnis wurde. Das Minimalziel, der Einzug ins Viertelfinale, wurde verpasst. Die Mannschaft von Trainer Steffen Ecker stellte in der Aufstiegsrunde die beste Abwehr und den schwächsten Angriff. Die Trennung im August 2021 warf dennoch viele Fragen auf, zumal sie mitten in der Saisonvorbereitung erfolgte.
Nachfolger Kai Christmann schien es rasch gelungen zu sein, das Team aus der vermeintlichen Komfortzone zu holen. Mit fünf Siegen in Folge legte die auf vielen Positionen verstärkte Mannschaft einen Traumstart hin. Von den folgenden acht Partien wurden vier verloren. Die Niederlage bei Kellerkind TV Großsachsen brachte das Fass aus Sicht des damaligen Teammanagers Alexander Schmitt zum Überlaufen. „Kein Herz, keine Einstellung. Schuld sind immer die anderen. So kann es definitiv nicht weitergehen“, grollte Schmitt nach der Hinrunde.
Nicht für die Aufstiegsrunde gemeldet
Kurz darauf wurde verkündet, dass man den Vertrag mit Trainer Kai Christmann am Ende der Saison nicht verlängern werde. Dieser verspürte offenbar wenig Lust, den zahnlosen Tiger zu geben und stellte sein Amt Ende Januar 2022 zur Verfügung. Chefscout Marco Sliwa, der die Mannschaft einst in die Dritte Bundesliga geführt hat, übernahm und lotste sie am letzten Spieltag auf Rang drei. Dass der TuS Dansenberg nicht für die Aufstiegsrunde gemeldet hatte, hatte die Mannschaft vor den entscheidenden Spielen laut RHEINPFALZ-Informationen aus der Presse erfahren.
Zur Spielzeit 2022/23 übernahm Frank Müller. Sein erstes Engagement als Cheftrainer stand für den langjährigen Co-Trainer des Zweitligisten Eulen Ludwigshafen von Beginn an unter keinem guten Stern. Nach dem miserablen Saisonstart mit nur einem Sieg aus den ersten vier Spielen, darunter die beiden krachenden Auswärtspleiten in Hanau (19:36) und Nieder-Roden (15:29), fing sich die von großen Verletzungssorgen geplagte Mannschaft jedoch und verlor von den folgenden sieben Spielen nur die Partie bei der HG Saarlouis. Der Aufwärtstrend war aber nicht von Dauer. In den nächsten vier Spielen unterlag Dansenberg dreimal, im Dezember 2022 erfolgte die Trennung.
Weber übernimmt
Co-Trainer Jochen Schwarz und Theo Megalooikonomou sprangen bis zur Verpflichtung von Thomas Weber in die Bresche. Von dem ursprünglichen Ziel, einen Platz im oberen Tabellendrittel zu erreichen, hatte man sich bei dessen Antritt bereits verabschiedet. Auch Weber gelang es nicht, den Abwärtstrend zu stoppen. Vor allem in den Duellen gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib machten die Schwarz-Weißen keine gute Figur. Der 34:39-Blamage in eigener Halle gegen den TV Kirchzell folgte eine vernichtende 20:27-Pleite bei der HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II.
Durch die beiden unerwarteten Niederlagen hatte sich der TuS Dansenberg vor dem Saisonfinale in eine prekäre Situation manövriert, konnte den Sturz auf den Relegationsrang mit einem Sieg am letzten Spieltag aber noch verhindern. Die Westpfälzer beschlossen die Saison mit 25:27 Punkten. Zehn Siegen standen elf Niederlagen und fünf Unentschieden gegenüber.
Auf dem Boden der Tatsachen
Von solchen Zahlen kann man beim TuS Dansenberg (8:22 Punkte) aktuell nur träumen. Die Hinrunde in der Dritten Bundesliga verlief phasenweise desaströs, der Vorsprung auf den Tabellenletzten TV Homburg (6:22 Punkte) beträgt nur zwei, der Rückstand auf den oberen Tabellennachbarn Friesenheim-Hochdorf II (11:19) bereits drei Punkte.
Besonders alarmierend: Die Zwischenbilanz gegen die direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt fällt ernüchternd aus. Gegen Homburg kassierten die Dansenberger in eigener Halle eine 23:30-Pleite und sicherten sich beim 26:26 gegen die TSG Haßloch (8:22) erst in der Schlusssekunde einen Punkt. Beim TV Aldekerk (6:24) glückte einer von bislang zwei Auswärtssiegen.
Sorgen über Sorgen
Zu den sportlichen Sorgen kommen derzeit strukturelle und finanzielle hinzu. Den vom Verletzungspech gebeutelten Kader zu verstärken, scheint aktuell nicht in Frage zu kommen. Die vom ehemaligen Teammanager Alexander Schmitt in den Raum gestellte Fremdfinanzierung potenzieller Neuzugänge fand bei seinen Vorstandskollegen keine Mehrheit.
Auch die von ihm angestrebte Ausgliederung der Drittliga- und Oberligamannschaft in eine Kapitalgesellschaft wurde verworfen. Nachdem diese auf der Jahreshauptversammlung im November 2023 mit großer Mehrheit abgelehnt wurde, stellte sich Schmitt nicht mehr zu Wahl. Die Heimspiele der Mannschaft, die sich unter seiner Regie binnen weniger Jahre von einem Mittelfeldteam der Oberliga zu einem etablierten Drittligisten entwickelte, verfolgt Schmitt seither als Zuschauer von der Tribüne aus. Zumeist mit großer Sorge.