Kegeln
Keine Einnahmen, keine Zuschüsse
Für beide Vereine mit einer überschaubaren Mitgliederzahl ist der Erhalt ihrer Sportanlage schon im Normalbetrieb ein Kraftakt. Nachdem – bedingt durch Corona – die Saison nicht am 12. September begann, sondern um vier Wochen auf den 10. Oktober verschoben wurde, bedeutete das schon finanzielle Einbußen. Gehandicapt durch die Hygienevorgaben mit begrenzter Zuschauerzahl oder aufgrund der zu kleinen Räumlichkeiten sogar ohne Zuschauer, gab es zudem bei der Gastronomie in Eigenregie bei beiden Vereinen zu wenig oder fast keine Einnahmen.
Kegelbahnen sind dicht
Durch den erneuten Lockdown sind beide Kegelbahnen seit Ende Oktober komplett dicht, denn trainiert werden darf auch nicht. Das sind immerhin sechs Spieltage ohne Einnahmen.
Dazu kommt, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht stattfinden wird. Um zu überleben, geht es an die Substanz der Rücklagen. Aber irgendwann sind die Reserven erschöpft. Wie soll es dann weitergehen? Förderkosten vom Staat sind nicht in Sicht. Mit dieser bitteren Erkenntnis müssen die Kegelfreunde und der SKC Mehlingen nun leben.
Der Haken der Novemberhilfe
„Es schmerzt sehr“, so Lukas Lamnek. „Die als unbürokratisch und unkompliziert angepriesene Novemberhilfe ist mit Auflagen verbunden. So zählen wir, da wir als kleiner Verein nur zwei Teilzeitbeschäftigte angestellt haben, nicht zum Begünstigtenkreis und haben keinen Anspruch auf diese Hilfe.“
Die Lage bei den Mehlingern ist ähnlich, da sie mit ihrer Keglerstubb über eine eigene Immobilie verfügen. Die Vier-Bahnen-Anlage wurde im Herbst 1981 in Betrieb genommen. Seit dieser Zeit, bis zur scheinbar nicht endenwollenden Corona-Krise, haben die Verantwortlichen gut gewirtschaftet.
Auf Spenden angewiesen
Zum Thema Zuschuss sagt Mario Dietz: „Wir haben keinen beantragt, da wir wie Sembach nicht zu den Begünstigten gehören. Seit dem ersten Lockdown haben wir so gut wie keine Einnahmen im wirtschaftlichen Bereich. Von den Mitgliedsbeiträgen allein können wir nicht leben. Deshalb sind wir auf Feste sowie Spenden von Sponsoren und Gönnern, für die wir sehr dankbar sind, angewiesen.“
Neben den feststehenden Kosten müssen aber auch Rücklagen für Reparaturen und Instandhaltung gebildet werden. So wurde unter anderem im Dezember 2016 die Anlage nach 35 Jahren mit neuer Technik und viel Eigenleistung modernisiert. Die laufenden Kosten können zurzeit noch beglichen werden.
Sanierung verschoben
Noch kommt der Verein über die Runden. Aufgrund fehlender Einnahmen kann aber die im Frühjahr geplante Sanierung des Flachdaches vorerst nicht durchgeführt werden. „Sollte der Spielbetrieb erst wieder im September 2021 aufgenommen werden und wir wie dieses Jahr keine Feste austragen dürfen, könnte es eng werden“, mutmaßt Mario Dietz.
Keine offenen Rechnungen
Trotz der Krisensituation noch gut aufgestellt sind die Sembacher Kegelfreunde mit ihrer im November 1974 im Kellergeschoß der neuen Sembacher Mehrzweckhalle überwiegend in Eigenregie gebauten Zwei-Bahnen-Anlage, die 2000/2001 auf vier Bahnen erweitert wurde. Stolz informiert Lukas Lamnek: „Also zunächst einmal ist das Kegelzentrum in vollem Umfang bezahlt und unser Eigentum. Auch für die diesjährige Modernisierung bestehen keine offenen Verbindlichkeiten. Auch dank einiger unserer Mitglieder, die Eigenleistungen im Wert von 4000 Euro erbracht haben. Aktuell können wir unsere laufenden Verpflichtungen noch problemlos erfüllen. Das ist den treuen Mitgliedern und deren Beitragsleistung zu verdanken sowie der Unterstützung von Sponsoren- und Werbeeinnahmen sowie Zuschüssen beziehungsweise Wettbewerbsprämien von Volksbank Kaiserslautern und Kreissparkasse Kaiserslautern. Nichtsdestotrotz schmerzen die komplett weggebrochenen Einnahmen aus dem Gaststättenbetrieb, was deutliche Auswirkungen zeigen wird, wenn der Lockdown light noch weiter in die Länge gezogen wird.“
Beide Vereine bedanken sich bei ihren Helfern, Mitgliedern, Hausbanken und Sponsoren für die Hilfe und Treue in dieser besonderen Zeit und hoffen, dass sie auch nach dieser schweren Zeit weiter auf sie zählen können.