Fussball
Karl-Heinz Halter steht vor Rückkehr nach Morlautern
Seit bekannt ist, dass Karl-Heinz Halter seine Zelte in Bruchmühlbach abbrechen wird, schießen die Gerüchte um seine Person regelrecht ins Kraut. In einer Sprachnachricht, die der RHEINPFALZ vorliegt, hat Halter am Freitagnachmittag seine Spieler über den Schritt informiert: „Hallo Mannschaft, hier spricht euer Noch-Trainer. Ich wollte euch persönlich mitteilen, dass ich zur neuen Runde ein anderes Engagement angehe.“ Er sprach von einer „schönen Zeit“ in Bruchmühlbach, wo ihm „mit einem großen Teil der Mannschaft“ 2020 der Aufstieg von der A-Klasse in die Bezirksliga gelang. Halter hoffe, dass damit eine Grundlage für eine gute Zukunft in Bruchmühlbach gelegt worden sei. Bei Saisonabbruch rangierte der Klub nach neun ausgetragenen Spielen auf dem siebten Platz.
Wenig überraschend
Heiner Semar, Mäzen und Sportlicher Leiter des FV Bruchmühlbach, zeigte sich wenig überrascht von Halters Rücktritt. „Ich kenne ihn und seinen Ehrgeiz, für ihn zählt nur der nächste Schritt.“ Dies sei in einer Vereinsstruktur wie der in Bruchmühlbach aber nicht ohne weiteres realisierbar. „Ich musste ihn schon bremsen, als er von der Landesliga redete.“
Ein Durchmarsch, wie von einigen Beobachtern vermutet, habe der FVB deshalb auch nie angestrebt, so Semar. Gemeinsam mit der Vorstandschaft soll nun an einer „internen Lösung“ für die Nachfolge Halters gearbeitet werden. „In diesen Spielklassen haben sich schon häufig Spielertrainer bewährt“, lässt Semar vielsagend durchblicken.
Entscheidung fällt noch
Karl-Heinz Halter selbst sei jetzt in einem Alter, in dem er für eine andere Aufgabe bereitstehe und diese „mit Freude angehen werde“, so der ehrgeizige Trainer in seiner Sprachnachricht. Über sein neues Engagement hat er dagegen keine konkreten Angaben gemacht.
Für die RHEINPFALZ war Halter seit Sonntag telefonisch nicht erreichbar. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits die Rückkehr Halters zum SV Morlautern ab. SVM-Vorsitzender Reiner Engbarth hat auf RHEINPFALZ-Anfrage entsprechende Gespräche zwar bestätigt, eine endgültige Entscheidung werde aber wohl erst am Donnerstag in einer erweiterten Vorstandssitzung fallen.
Rückblick
Als sich die Wege von Karl-Heinz Halter und dem SV Morlautern nach achteinhalbjähriger Zusammenarbeit im Dezember 2017 getrennt hatten, fühlte sich der Erfolgstrainer, als „hätte man mir mein Baby weggenommen“, wie er es später in einem RHEINPFALZ-Interview formulierte. Offiziell verlief die Trennung „in beiderseitigem Einvernehmen“. Halter, der den SVM 2009 in der Kreisliga übernahm, startete einen Parforceritt bis zur Oberliga, feierte im Sommer 2017 den Gewinn des Verbandspokals und damit den Einzug in den DFB-Pokal.
„In jedem Fußballverein gibt es auch mal Meinungsverschiedenheiten, aber das Ende hat schon geschmerzt“, so Halter. Aus Verärgerung über zu spät gezahlte Prämien habe er damals einem Vorstandsmitglied des SVM seinen Rücktritt angeboten. Doch Halter verzockte sich. Statt des insgeheim erhofften klärenden Gesprächs nahm der Verein für ihn überraschend den Rücktritt an. Schnee von gestern?
Vier kommen, vier gehen
Dass er tatsächlich noch einmal auf den Kieferberg zurückkehren könnte, wäre für viele denn doch eine Überraschung. Der Verbandsligist beendete die Saison 2019/20 als Tabellendritter. Auch in der nun abgebrochenen Spielzeit belegt der SVM nach sieben ausgetragenen Spielen den dritten Platz. Die Planungen für die nächste Saison laufen bereits: Mit Felix Bürger (FK Pirmasens), Diogo Azevedo (VfR Kaiserslautern) und den Nachwuchshoffnungen Max Lorenz (JFV Fritz-Walter-Jugend) und Fatlum Imergaj (FK Pirmasens) stehen bereits vier Neuzugänge fest. Gleichzeitig verlassen mit den Gebrüdern Erik und Alex Tuttobene (beide TuS Altleiningen), Robert Lehmann (VfR Baumholder) und Artem Artemov (Karriereende) vier Akteure den Verein.
Lob für den Trainer
Reiner Engbarth äußerte sich „sehr zufrieden mit der tollen Entwicklung der Mannschaft“ unter Trainer Daniel Graf. „Wir sind in dem Bereich top aufgestellt“, freut sich der Vorsitzende. So habe Graf viele junge Spieler an das Team herangeführt und für eine große mannschaftliche Geschlossenheit gesorgt. Lediglich im Übergangsbereich zwischen den Junioren und Aktiven sieht Engbarth derzeit eine Vakanz, die es zu beheben gelte.
Auf Halter angesprochen, äußerte sich Reiner Engbarth äußerst diplomatisch: „Ich kenne ihn schon von Kindesbeinen an, habe mit ihm Fußball gespielt und später ein paar Jahre erfolgreich zusammen in Morlautern gearbeitet.“ Zu einer möglichen Rückkehr wollte er sich dagegen vor der Vorstandssitzung nicht äußern.