Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Karateweltmeister Horne erhält den 5. Dan

Damit hatte er nicht gerechnet: Trainer Uwe Schwehm überreicht Jonathan Horne das Diplom.
Damit hatte er nicht gerechnet: Trainer Uwe Schwehm überreicht Jonathan Horne das Diplom.

Jonathan Horne wurde vom Deutschen Karateverband geehrt. Die Auszeichnung erfolgte mit virtuellen Zuschauern und einer ungewöhnlichen, aber authentischen Reaktion des Karateweltmeisters.

Das Dojo des Teikyo Teams in Kaiserslautern ist mehr als leer. Wie es in Zeiten des „Nichts-geht-mehr“ halt in vielen Sportstätten so ist. Allein der Kaiserslauterer Jonathan Horne, amtierender Karateweltmeister, und sein Trainer Uwe Schwehm lassen hier noch den Schweiß fließen. Die Vorbereitung auf die verschobenen olympischen Spiele nimmt schließlich allmählich wieder Fahrt auf.

Der schwere Weg

Karate sollte 2020 in Tokio zum ersten Mal überhaupt unter den olympischen Ringen mit dabei sein. Horne hatte sich über die letzten Jahre hinweg einen Startplatz in der Karateschwergewichtsklasse erkämpft. Kein leichter Weg für den Weltmeister aus Kaiserslautern. Ist doch Karate mitunter ein Sekundengeschäft, und manchmal war es für Jonathan Horne auch noch ein zusätzliches Duell mit den Kampfrichtern. Die wussten dem Deutschen Karatekämpfer den einen oder anderen Sieg mit strittigen Entscheidungen zu nehmen.

Horne ließ sich nicht beirren, nahm die Herausforderungen immer wieder an, blieb sich treu und war nach einem langen, nicht immer schmerz- und verletzungsfreien Weg, am Ziel seiner Träume. Dachten er und sein Trainer Uwe Schwehm jedenfalls. Dass das weltweit wütende Virus dazwischengefunkt hat und die Spiele auf Sommer 2021 verschoben wurden, ist bekannt.

Ahnungslos im Dojo

Jedenfalls erschien der zum Teikyo Team Kaiserslautern gehörende Weltmeister am Mittwochabend im Dojo. Von einer Ehrung wusste er allerdings nichts. Alle hatten dicht gehalten, wollten ihn überraschen. Gelungen!

„Warum sind da denn so viele Leute auf dem Bildschirm da?“, war seine erste Reaktion auf das, was dann kommen sollte. Online zugeschaltet waren Wegbegleiter, Vereinsmitglieder und allen voran Wolfgang Hagge, Vizepräsident des Deutschen Karateverbandes (DKV).

Auf dem Boden geblieben

„Jonny ist mit weitem Abstand der erfolgreichste Karateka Deutschlands. Er ist immer mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben. Keiner der vielen wirklich großen Erfolge hat ihn abheben lassen. Dieser Sportler strahlt einfach immer Sympathien aus“, äußerte sich Hagge als Vizepräsident und als Karateka, wie er betonte. Hagge verlieh dem Ausnahmesportler für sein Engagement und seine herausragenden Leistungen den 5. Dan (Meistergrad). Etwas, was längst überfällig sei. „Die Verleihung des 5. Dan ist mehr als angebracht“, zitierte Uwe Schwehm aus einem Schreiben von Hans Wecks, dem Bundesstilrichtungsreferent Koshinkan im DKV.

„Ich möchte ihn mir verdienen“

„Was soll ich sagen“, zeigte sich der sonst eisenharte Karatekämpfer Jonathan Horne zunächst bewegt von der Ehrung, um dann ganz er selbst klar und deutlich zu machen, was er von einem verliehenen Meistergrad hält: „Ich möchte mir meinen Dan verdienen!“ Dazu muss man wissen, wer den Schritt vom vierten zum fünften Dan begehen will, vor dem liegt monatelanges Training einschließlich Pauken der Theorie und Abgabe einer umfangreichen schriftlichen Arbeit sowie einer abschließenden Prüfung. Der Dan kann vom Deutschen Karateverband aber auch verliehen werden.

„Du hast ihn dir mehr als verdient“, kam deshalb der Konter von Wolfgang Hagge, der auf den Weltmeistertitel, aber vor allem auf eine bereits zehnjährige Trainertätigkeit von Horne auch im Karatebreitensport verwies.

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