Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Karate: Jonathan Horne für zwei Monate gesperrt

Trainiert derzeit ganz entspannt: Jonathan Horne. Rechts Trainer Uwe Schwehm.
Trainiert derzeit ganz entspannt: Jonathan Horne. Rechts Trainer Uwe Schwehm. Foto: Frei

Durchatmen nach der Entscheidung des Karateweltverbandes: Jonathan Horne, Karateweltmeister aus Kaiserslautern, wurde nach einer Unstimmigkeit auf der Matte für zwei Monate gesperrt. Somit fällt nur ein Wertungsturnier auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Tokyo aus. „Ende Januar bin ich in Paris wieder dabei“, ist Horne erleichtert, dass sein bislang nahezu perfekter Punktelauf auf dem Weg nach Tokyo nun nicht maßgeblich gestört wurde.

Was war passiert? Anfang Oktober kämpfte Horne in Moskau, wollte weitere Qualifikationspunkte mit nach Hause nehmen. In den Pool-Kämpfen und im Viertelfinale lief es für den 30-Jährigen, unterwegs in der Gewichtsklasse plus 84 Kilo, eigentlich wie immer. Der Welt- und Europameister zeigte seine Extraklasse.

Verwunderung am Mattenrand

Im Halbfinale entschieden die Kampfrichter gegen ihn, was am Mattenrand beim Kumite-Bundestrainer Thomas Nitschmann Verwunderung auslöste. Mit dem Kampfgericht wird nicht gestritten, Horne kämpfte folglich um Platz drei und wurde wieder von den Kampfrichtern schlecht beurteilt. Dann geschah, was nicht sein sollte. Der Kampf wurde unterbrochen, trotzdem schlug der Gegner zu. Horne reagierte, und beide Kämpfer wurden disqualifiziert. Der Weltverband sichtete das Videomaterial und sperrte die Athleten, die sich nicht regelkonform verhielten.

„Ich war angespannt“

Das Urteil sollte eigentlich schon Mitte Oktober vorliegen. Es kam jetzt am 7. November. „Ich war schon angespannt“, gibt Horne zu, dass er in seinem Innersten auch einen größeren Stein auf dem Weg zu Olympia nicht ganz ausgeschlossen hat. Die Emotionen auf der Matte haben nun zum Glück aber nicht dazu geführt, dass der Traum wie eine Seifenblase platzt. Das Turnier in Moskau gab keine Punkte, in Madrid wird er gar nicht dabei sein, aber Anfang nächsten Jahres greift er wieder ins Geschehen ein.

Vollgas im Training

Der Blick auf den bisherigen Qualifikationsstand – da kann eigentlich nicht mehr viel passieren –, lässt ihn derzeit ganz entspannt ins heimische Dojo beim Teikyo Karate Team Kaiserslautern gehen, um mit Trainer Uwe Schwehm Vollgas zu geben. „Dazwischen bin ich am HHG im Kraftraum“, ist er froh, auch an seiner ehemaligen Schule, an der Sportschule Heinrich-Heine-Gymnasium, trainieren zu können.

Alles hat ja bekanntlich zwei Seiten, auch eine Turniersperre. Jedenfalls ist Horne, der im Sommer seine langjährige Partnerin geheiratet hat, gerade ein klein wenig öfter daheim in Kaiserslautern. Ab Januar ändert sich das wieder, dann läuft der olympische Endspurt.

x