Kaiserslautern
Kaiserslautern: Zwei Tage lang närrisches „Spinnrädl“
Die Stammgäste freuen sich schon darauf; das „Spinnrädl“ wird sie nicht enttäuschen. Pünktlich um 11 Uhr 11 wird dort am Montag für zwei Tage der Endspurt für die Fastnacht eingeläutet: „Kneipenfasching“, ein bisschen so, wie Marcus Muders es aus dem Rheinland kennt. „In Köln liegt ab 11 Uhr 11 am Donnerstag alles flach“, schildert der Gastronom, mit Partnerin Christa Bernhardt Pächter der Kaiserslauterer Traditionskneipe. Da werde nichts gearbeitet, sondern die „Pittmänncher“ würden aufgemacht und gefeiert.
Ganz so wild darf der Gastwirt den Faschingsendspurt in Kaiserslautern nicht erwarten. Aber immerhin: Auch im „Spinnrädl“ kommen schon mal komplette „Pittmänncher“ auf einen Tisch. Es müssen einfach nur genügend Leute drum herum sitzen, damit sich ein komplettes Fass oder Fässchen „Kölsch“ zum Selberabzapfen für die Narren und Närrinnen überhaupt lohnt. Wo’s weniger sind, kommt der Service eben von der Theke.
Gäste kommen nur zu dem Anlass
Kneipenfasching einmal im Jahr ist im „Spinnrädl“ Tradition, wenn auch nicht annähernd so ausgeprägt, wie die Kölner es aus ihrer Stadt gewohnt sind. Immerhin: „Es gibt Gäste, die nur zu diesem Anlass kommen und dann auch noch zwei Tage hintereinander“, schildert Muders. Und dann gibt es die „Wiederholungstäter“, Mitarbeiter von umliegenden Banken und Geschäften, die nach der Arbeit vorbeikommen und beim „Humbatäterä“ und „Am Rosenmontag bin ich geboren“ kräftig mitsingen und mitschunkeln. Die meisten Gäste kommen in närrischer Ausstattung – und sei es nur eine Pappnase.
Nicht wirklich närrisch war für das Mitarbeiter-Team der Sonntag. Statt wie gewohnt den Ruhetag zu genießen, hieß es, die Kneipe für den närrischen Ansturm vorzubereiten. Die Bilder von den Wänden abzuhängen, war dabei noch die leichteste Aufgabe. Im Erdgeschoß wie in der oberen Etage waren die Tische und Stühle abzubauen und im Anbau zu stapeln. Danach erst konnten die Stehtische aus dem externen Lager angeschleppt und aufgebaut werden.
Festlich in schwarz und weiß
Der Tresen für die Getränke, dazu oben die Sektbar und daneben die Bierstube einrichten, die passenden Gläser bereitstellen und den Kühlraum mit den Getränken füllen: Die Mitarbeiter wussten, was im Vorfeld der närrischen Tage zu erledigen war. Festlich ganz in schwarz und weiß gekleidet – die Damen mit großen weißen Punkten auf ihren Röcken – werden sie ab heute ihre Gäste bedienen.
Am Aschermittwoch ist dann noch den ganzen Tag über Heringsessen im „Spinnrädl“, mit zwei oder gar drei verschiedenen Sorten vom eingespielten Küchenteam selber gemacht.