Kaiserslautern Kaiserslautern: „Wir müssen an allen Fronten kämpfen“

Das Werkstor bei Opel blieb gestern zu.
Das Werkstor bei Opel blieb gestern zu.

„Wir sind eine stolze Belegschaft“, rief Opel-Betriebsratsvorsitzender Lothar Sorger der jubelnden, trötenden und trommelnden Menge zu, die sich am Freitag während des 24-Stunden-Streiks vorm Werkstor traf. Zum Kampf um einen guten Tarifabschluss kommt bei Opel der Kampf um die Zukunft.

Sorger freute sich, dass die Beschäftigten bei Opel und GKN Driveline von Donnerstag, 22 Uhr, bis Freitag, 22 Uhr, geschlossen die Arbeit niedergelegt hatten – kein einziger Streikbrecher habe versucht, ins Werk zu kommen: „Ihr seid eine tolle Mannschaft!“ Zur laufenden Tarifrunde selbst verlor Sorger kein Wort, wichtiger war ihm die Situation beim Autobauer Opel, der im vergangenen Jahr von der französischen PSA-Gruppe gekauft wurde.

Opel-Management soll sich klar äußern

Opel stehe unter Sparzwang durch die neuen Eigentümer: „Die Franzosen setzen uns, bildlich gesprochen, die Pistole auf die Brust.“ Die noch gültigen Tarifverträge von Opel bezeichnete Sorger als „Fundament, auf dem wir unsere Leben aufbauen“. Dass beispielsweise der neue Opel Mokka nicht in Eisenach gebaut werde, wirke sich auch auf Kaiserslautern aus. Sorger forderte das Opel-Management auf, sich klar dazu zu äußern: „Was ist mit den Beschäftigungszusagen? Was ist mit den Tarifverträgen?“ Er erinnerte daran, dass PSA Opel mit den bestehenden Tarifverträgen gekauft habe, die in die PSA-Welt übergegangen seien. Sorger räumte ein, dass es Opel ohne die Übernahme durch PSA möglicherweise heute nicht mehr gebe: „Aber das heißt nicht, dass wir Freiwild sind.“ Die Belegschaft stehe vorm Werkstor, „obwohl wir Riesen-Probleme haben“, zeigte sich Sorger energisch: „Wir müssen momentan an allen Fronten kämpfen.“ Wenn es das Management auf eine Machtprobe ankommen lasse, „werden wir kämpfen und gewinnen“.

Nächster Konflikt befürchtet

Uwe Schütz, Bezirkssekretär der IG Metall Mitte in Frankfurt, ging ebenfalls auf die Verhandlungen bei Opel ein. Bislang habe es die Arbeitgeberseite nicht geschafft, ihre Pläne für die Opel-Standorte auf den Tisch zu legen. Schütz: „Ich befürchte, wir haben nach der Tarifrunde den nächsten Konflikt mit der Opel-Betriebsleitung.“ Bereits am Freitag, 8 Uhr, gab’s eine Kundgebung vor dem Werkstor – für die Beschäftigten in der Nacht- und der Frühschicht. Unterstützt wurden die Opelaner von Delegationen aus anderen Betrieben aus der Region.

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