Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Wildschweine pflügen Wiese in Wohngebiet auf Kaiserberg um

Das war mal ein Rasen: Hinterm Haus von Heidrun Kothe am Kaiserbergring haben Wildschweine gewütet.
Das war mal ein Rasen: Hinterm Haus von Heidrun Kothe am Kaiserbergring haben Wildschweine gewütet. Foto: Christian Hamm

„Sauerei“. Heidrun und Klaus Kothe aber nehmen’s gelassen. Allzu hohen Schaden hat das Paar nicht zu beklagen, wenngleich es hinter beider Terrassentür schlimm aussieht. Wildschweine haben in der Nacht zum Sonntag die Rasenfläche umgepflügt.

Die Hausherrin sieht das nun keineswegs tragisch. „Das ist ja ohne viel Mühe wieder hinzubekommen“, sagt Heidrun Kothe. Ohnehin gelte es, die Maulwurfshügel am Rand der Wiesenfläche einzuebnen. Im Rasenglätten sind Kothes schon geübt; Maulwürfe sind Dauergäste auf dem Areal, von dem aus der Blick hinterm Reihenhaus Richtung City schweift.

Sanfte Maulwurfshügel waren auch gestern zu sehen – wirkten allerdings ganz und gar unscheinbar neben jener Kraterfläche, die offenkundig eine Rotte hungriger Schweine hinterlassen hat. „Zustände wie in Berlin“, scherzt das Ehepaar – Klaus Kothe ist gebürtiger Spandauer. Dass die Wildschweine dem Menschen immer näher auf die Pelle rücken, ist inzwischen nichts Neues mehr. Das die Tiere auf Nahrungssuche auch Siedlungen nicht mehr scheuen, dafür gibt’s immer wieder eindrucksvolle Belege.

Aber ungewöhnlich sei das wohl schon. „Wir wohnen jetzt über 20 Jahre hier – so was haben wir noch nicht erlebt“, sagt Heidrun Kothe, noch immer ein wenig verwundert über das, was sie am Sonntagmorgen vorgefunden hat. Die Bescherung hat sie gleich erblickt. Und später, gegen 11 Uhr, hat sie eine Sau mit drei Jungen am Rande des Gestrüpps jenseits ihres Grundstücks herumstreichen sehen. „Das waren schon keine Frischlinge mehr“, schätzt die Kaiserberg-Anwohnerin.

Nachbar macht gegen 4 Uhr nachts die Rotte aus

Dass sie die Übeltäter entdeckt hat, ist allerdings unwahrscheinlich. „Vielleicht war das die Nachhut“, scherzt sie. In der Nacht zuvor muss eine Rotte dort ihr Unwesen getrieben haben. Darauf jedenfalls deuten Beobachtungen eines Nachbarn hin. Er hat gegen 4 Uhr früh eine Schweinetruppe erspäht.

Die direkte Nachbarin rechter Hand hat Glück gehabt: Ihren Wiesengarten haben die Wildschweine verschont. Wohl des kleinen Zäunchens wegen, das sich nur gut 30 Zentimeter übern Boden erhebt. Die Schweine aber sind, wie Spuren schließen lassen, brav drumrum getrippelt. Kothes Grundstück ist hingegen von keinerlei Zaun umfriedet. Freie Bahn für ungebetene Besucher.

Erstaunlich auch: die Rotte hat sich ziemlich weit vorgewagt. Schützenden Wald, Gehölz und Sträucher finden sich in unmittelbarer Nähe nicht. Sichere Deckung ist ein schönes Stück entfernt. Erst jenseits des Schulzentrums Nord, kann sich Schwein wieder sicher fühlen.

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