Stadtleben
Kaiserslautern: Tanzlehrerin Gerdi Marquardt 80 Jahre alt
Sie hat halb Kaiserslautern das Tanzen beigebracht: Gerdi Marquardt. Heute wird die Tanzlehrerin 80 Jahre alt. Sie feiert mit der Familie auf Mallorca, im August gibt es dann ein Fest mit Freunden im Marhöferschen Saal, dem Sitz der Tanzschule. Noch immer hilft die Seniorin in der Tanzschule aus, die mittlerweile von ihrer Tochter Antje geführt wird. Auch Enkelin Jana hat den Beruf, von dem sie behauptet, dass es keinen schöneren gibt, gelernt und lehrt Jung und Alt Cha-Cha-Cha, Foxtrott und Wiener Walzer.
„Ich wollte eigentlich auf die Modeschule in München, war sogar schon angemeldet“, blickt Gerdi Marquardt zurück. Dann sei Maja Zöller mit der Bitte auf sie zugekommen, bei ihr eine Ausbildung zu machen. „Zum Glück“, wie sie heute sagt.
Bereits 1973 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit, mietete Räumlichkeiten in der Marktstraße an. Fortan hatte sie Jahr für Jahr im Schnitt 200 Tanzschüler, auch die Mitglieder des Tanzclubs Rot-Weiß hat sie lange trainiert. 1988 zog sie ins „Sälchen“ am Martinsplatz um, das sie mit Hilfe eines Innenarchitekten nach ihrem Geschmack aufhübschte.
„Das große Glück war, dass meine Tochter Antje nach ihrer Ausbildung in Heidelberg zu mir in die Tanzschule kam, neue Impulse mitbrachte wie den Kindertanz und Dance for Fans, jene Angebote, die heute genauso so gut laufen wie die Erwachsenen-Tanzkreise und Schülerkurse.“ Die Tanzschule Marquardt sei immer ein Familienbetrieb gewesen. Ehemann Gunther und Tochter Heike hätten im Hintergrund stets mitgeholfen.
Das Tanzen sei heute vielfältiger als früher, sogar Breakdance werde angeboten. Und Gerdi Marquardt freut sich nach wie vor, wenn sie ab und an in einem Kurs vortanzen darf. Am Schönsten sei es, wenn Enkelin Jana rufe: „Oma, kannst du mal kommen.“ Die Schritte, auch die neuen, beherrsche sie nach wie vor aus dem Effeff.
Tanzen halte jung und sei das beste Mittel, um Demenz vorzubeugen, sagt Gerdi Marquardt. „Ich würde alles wieder so machen, wenn ich noch mal entscheiden müsste“, betont sie. Sie komme täglich mit ganz vielen Menschen zusammen, jungen und alten, zudem gehöre zum Tanzen Musik und Bewegung. „Mehr braucht der Mensch nicht.“