Kaiserslautern Kaiserslautern: Stadtentwässerung plant Großprojekt mit Amerikanern

Die Kläranlage der Stadtenwässerung an der Lauterstraße. Hier landen die Enteisungsmittel vom Flugplatz Ramstein.
Die Kläranlage der Stadtenwässerung an der Lauterstraße. Hier landen die Enteisungsmittel vom Flugplatz Ramstein.

Die Kläranlage der Stadtentwässerung ist ein Vorzeigeprojekt. Sie arbeitet energieneutral, deckt ihren Energiebedarf selbst. Und sie hat noch reichlich Kapazitäten. So kann die Stadtentwässerung ein Projekt mit den amerikanischen Streitkräften realisieren, das ein Volumen von rund zwölf Millionen Euro hat.

Bei dem Projekt geht es darum, ein Regenrückhaltebecken auf dem Flugplatz Ramstein mitttels eines Kanals an die Kaiserslauterer Kläranlage anzubinden – mit dem Ziel, die Enteisungsmittel auf dem Flugplatz aufzufangen und in die Kläranlage einzuleiten, wie Rainer Grüner, Vorstand der Stadtentwässerung, erläutert. Nach den Worten von Grüner werden die Flugzeuge auf der Airbase im Winter enteist, das Enteisungsmittel läuft in ein Rückhaltebecken. Wenn starker Flugverkehr herrsche oder wenn große Flächen der Flugzeuge enteist werden müssen, könne das Rückhaltebecken jedoch das Enteisungsmittel nicht komplett aufnehmen, es laufe dann in den Floßbach, der durch die Air Base läuft und dort in den Mohrbach mündet, der wiederum zum Glan fließt. Um zu verhindern, dass Enteisungsmittel in den Bach laufen, baut die Stadtentwässerung nun einen Kanal vom Stadtteil Einsiedlerhof bis zum Rückhaltebecken auf dem Flugplatz. Das Wasser mit dem Enteisungsmittel gelange so direkt zur Lauterer Kläranlage, das Rückhaltebecken laufe dann nicht mehr über.

Projekt für Umweltschutz

Das Projekt diene dem Umweltschutz, erklärt Grüner, wenngleich das Enteisungsmittel nicht gefährlich sei. Es handele sich um Harnstoff, der in der Kläranlage eliminiert werde. Theoretisch könne das auch in der Kläranlage in Landstuhl erfolgen, aber die könne die Mengen aus dem Rückhaltebecken nicht aufnehmen; sie sei viel kleiner als die Kläranlage der Stadtentwässerung, sagt Grüner. Der Kanal der Stadtentwässerung werde bis an die Flugflächen auf der Air Base herangebaut, erklärt der Vorstand weiter. Ende Januar werde der Vertrag mit der amerikanischen Seite abgeschlossen. „Im Frühjahr wollen wir dann loslegen, als Bauzeit ist gut ein Jahr eingeplant“, so Grüner, nach dessen Worten das Projekt ungefähr zwölf Millionen Euro kostet – inklusive der Aufrüstung der Kaiserslauterer Kläranlage. Die müsse umgebaut werden, die Stadtentwässerung müsse „etwas Luft schaffen“, damit die Kapazitäten der Anlage erhalten bleiben, außerdem gebe es Umbauten, um den Stickstoff zu eliminieren. Wenn das Projekt realisiert ist, zahlten die Amerikaner Gebühren an die Stadtentwässerung wie jeder Lauterer Bürge auch, sagt Grüner. Das bringe Einnahmen und helfe, die Gebühren zu stabilisieren.

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