Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Persische Musikgruppe Mahbanoo beim Deutsch-Iranischen Kulturverein

Das Ensemble Mahbanoo bringt persische Musik auf die Bühne.
Das Ensemble Mahbanoo bringt persische Musik auf die Bühne. Foto: böhmer

„Wir möchten Sie mitnehmen auf eine Reise durch den Iran“, lud die Vorsitzende des Deutsch-Iranischen Kulturvereins Kaiserslautern (DIVKL), Mahin Moghaddam, am Sonntagabend zu einem Konzert der persischen Musikgruppe Mahbanoo in den Deutschordensaal ein.

Der Blick auf andere Kulturen schärft auch die Sichtweise auf die eigene Kultur. Das wusste schon Goethe, als er seinen west-östlichen Divan nach persischen Gedichten schrieb. Am Sonntagabend wurde nicht nur persische Kultur, sondern auch persische Musik geboten. Zu Gast war das Frauenensemble Mahbanoo, unter der Leitung des Komponisten und Tar-Spielers Majid Derakhshani.

Musik mit der Langhalslaute

Ein Tar ist eine Langhalslaute mit einem eigentümlich metallischen, leicht vibrierenden Klang. Das Ensemble spielte virtuos auf den traditionellen Instrumenten seiner persischen Heimat. Es nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in seine Welten. „Die Musik spricht an“, versprach Mostafa Narimani den rund 50 Besuchern. Narimani, aus Saarbrücken, hatte den Kontakt zur Gruppe hergestellt, die derzeit auf Europa- und Deutschlandtour unterwegs ist.

An den bunten, traditionellen Kleidern freute sich bereits das Auge. Die Gruppe fesselte mit klassischer persischer Musik, in der es sehr viel um alte Poesie geht. Unter anderem wurden Werke von Dschalal ad-Din Muhammad Rumi, im Iran meist Maulawi genannt, vertont. Maulawi war ein Sufi-Mystiker, Gelehrter und einer der bedeutendsten persisch-sprachigen Dichter des Mittelalters.

Die Begeisterung ist ansteckend

Die Begeisterung übertrug sich schon nach den ersten Klängen nahtlos auf das Publikum. Die Musiker erzeugten mit ihren Instrumenten und ihrem Gesang eine beinahe mystische Atmosphäre. In persischer Musik erklingen oft Vierteltöne. Lange Tonfolgen über mehrere Oktaven, rasante Schlagtechnik und zartes Saitenspiel füllten den Raum mit verträumten, traurigen oder zornigen Melodien. Mal als zarter Hauch durch den Saal schwebend, dann wieder von archaisch anmutenden Rhythmen vorangetrieben, führte ihre Klangreise weit weg von der hektischen Betriebsamkeit des Alltags. Auch wenn die Klänge für deutsche Ohren gewöhnungsbedürftig sind, zeugte die Darbietung von hoher Kunstfertigkeit.

Den Musikern gelang es, mit Charme und musikalischem Können das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Seit 2009 gibt es Mahbanoo. Musik und Gesang ließen den Abend zu einem reinen Hörerlebnis werden. Auch ein reichhaltiges Buffet persischer Gaumenfreuden hatte für den Feinschmecker Allerlei zu bieten.

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