Kaiserslautern Kaiserslautern: Mehr als nur Handball
Der Turn- und Sportverein 04 Kaiserslautern-Dansenberg wird meist besonders mit einer Sportart verbunden: Handball. Doch die Turnabteilung bietet ein weitaus größeres Angebot an Kursen und Übungsstunden.
Die Hitze hatte in diesem Sommer kräftig zugeschlagen. Edith Benkel, Abteilungsleiterin Turnen beim TuS 04, erzählt, dass das Training zeitweise aufgrund der hohen Temperaturen sogar ausfallen musste. Länger pausieren als unbedingt notwendig, das wollten die Teilnehmer der verschiedenen Kurse, die der TuS Dansenberg anbietet, aber keinesfalls.
Turnabteilung hat in einer Gymnastikhalle ihr neues Reich gefunden
Die Freude an der Bewegung in der Gruppe ist bei den Aktiven hier so stark, dass viele sich heute dazu entschlossen haben, der Sommerhitze zu trotzen. In der Sporthalle, die Benkel gerade betritt, ist das Handballtraining bereits in vollem Gange. In der Gymnastikhalle beenden gerade die Kinder gut gelaunt ihren Karateunterricht und machen Platz für die Frauen, die zum Bodyforming wollen. Männer sind hier heute nicht zu sehen, die meisten gehen sowieso lieber zum Handball. Die erste Herrenmannschaft tritt auch in dieser Saison in der Dritten Liga an. Seit dem Umbau der vereinseigenen Halle, der 2006 abgeschlossen wurde, hat die Turnabteilung in einer 10x10 Meter großen Gymnastikhalle ihr neues Reich gefunden. Eine gute Sache, zumal die optimale Hallenbelegung bei 15 aktiven Handballmannschaften sowieso eine Herausforderung ist. Doch der TuS Dansenberg bietet weit mehr als nur Ballsport: Turnen, Karate, Tischtennis, Sportschießen, das sind die Sportarten, die die Turnabteilung anbietet. „Wir wollen die Leute in Bewegung bringen“, sagt Benkel, „nur auf der Couch liegen, hat noch keinen fit gemacht.“ Wohl aber das Liegen auf dem Boden der Gymnastikhalle, bäuchlings, den Schwungstab vor sich in die Luft streckend. Fest halten die Frauen dort gerade das Sportgerät in den Händen. Dann heben sie den Oberkörper vom Boden, bewegen die Arme leicht und bringen es so zum Schwingen. Leicht sieht es aus und auch den Frauen ist die Anstrengung nicht anzumerken, aber wer es selbst einmal probiert hat, weiß, dass es diese Übungen in sich haben. Eine gestärkte Tiefenmuskulatur ist der Lohn.
Zwischendurch immer wieder lustige Bemerkungen
Dass das Training aber auch Spaß macht, lässt sich daran erkennen, dass die Frauen sogar noch genug Energie haben, zwischendurch immer mal wieder eine lustige Bemerkung von sich zu geben. „Wir haben hier wirklich einen tollen Übungsraum und Geräte für alles“, betont Benkel die Vorteile der Gymnastikhalle. Insgesamt sechs Übungsleiter sorgen dafür, dass alle Kurse abwechslungsreich sind. Die meisten aktiven Sportler hier kennen sich schon lange und besuchen die verschiedenen Kurse oft seit vielen Jahren. Das ist auch bei Edith Benkel so. „Ich turne seit bestimmt 30 Jahren hier beim TuS“, verrät sie. Seit 1999 ist sie auch als Abteilungsleiterin Turnen tätig. „Man rutscht so rein“, erzählt sie lächelnd. In letzter Zeit, das ist ihr aufgefallen, habe sich der Vereinscharakter verändert. Junge Leute gingen lieber ins Fitnessstudio, um anonym ihre Trainingseinheiten zu absolvieren. Dementsprechend schwierig sei es, besonders in der Altersgruppe 16 bis 25 neue Mitglieder zu finden.
"Wir freuen uns über jeden neuen Teilnehmer"
„Bei uns wird schon auch mal nachgefragt, ,Was ist los, geht es dir nicht gut?’, wenn jemand mehrmals nicht zum Kurs kommt“, sagt sie. Wer sich auf diese familiäre Atmosphäre einlasse, werde belohnt, denn es falle leichter regelmäßig Sport zu treiben, wenn man wisse, dass man den anderen fehle. Die meisten Aktiven der Turnabteilung bleiben ihrer Gruppe über viele Jahre lang treu. „Wenn man sich aufgenommen fühlt, bleibt man halt auch gerne“, erzählt Benkel und betont: „Wir freuen uns sehr über jeden neuen Teilnehmer und nehmen jeden mit offenen Armen auf.“ Das Angebot sei vielfältig und reiche vom Mutter-Kind-Turnen über Aerobic und Wirbelsäulengymnastik bis zum Rehasport, der ab Herbst angeboten wird. So haben auch diejenigen die Möglichkeit, zu trainieren, die gesundheitlich angeschlagen sind.