Kaiserslautern Kaiserslautern: Lebenshilfe betritt Neuland

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Für die Lebenshilfe Westpfalz ist es ein Leuchtturmprojekt: der Bau eines Lebensmittelmarkts, einer Tankstelle und einer Waschstraße.

Die Lebenshilfe Westpfalz sorgt für ein städtebaulich neues Gesicht an der Pariser Straße 300 in Höhe des früheren Eisenbahnausbesserungswerks Kaiserslautern. Dort, wo heute noch der überwiegende Teil des Eingangsgebäudes zum Ausbesserungswerk steht, sollen ein Lebensmittelmarkt und eine Tankstelle entstehen. Der geschäftsführende Vorstand der Lebenshilfe, David Lyle, stellte gestern der RHEINPFALZ die Pläne vor. Auf einem 7000 Quadratmeter großen Gelände will sie einen Lebensmittelmarkt als Vollsortimenter, eine integrierte Metzgerei, eine Bäckerei mit Café sowie eine Tankstelle mit Waschstraße errichten. Die Tankstelle soll auch die Möglichkeit bieten, Elektroautos aufzutanken. Bei der Waschstraße soll es sich um eine große, hochwertige Anlage handeln. Die Lebenshilfe Westpfalz, die damit für sich Neuland betritt, will nach den Worten Lyles ein Leuchtturmprojekt verwirklichen. Das Projekt zielt auf die Schaffung von rund 30 Arbeitsplätzen ab, davon rund die Hälfte für schwerbehinderte Menschen. Für die Lebenshilfe ist das Vorhaben auch Werbung für die Integration beeinträchtigter Menschen in den Arbeitsalltag. Lyle sagte dazu gestern, er würde sich wünschen, es gäbe mehr Unternehmen, die den gesellschaftlichen Wert von Integrationsbetrieben erkennen würden. Denn, so Lyle, solche Konzepte hätten innerbetrieblich positive Vorteile. Sie stünden für ein soziales Miteinander in der Belegschaft. Die Voraussetzungen für das Projekt, was die Fläche anbetrifft, sind bereits geschaffen. Die Lebenshilfe hat mit der Immobiliengesellschaft der Baufirma F.K. Horn einen Kaufvertrag abgeschlossen, der die baureife Übergabe des Geländes vorsieht. Und: Die Entwurfsplanung für das Vorhaben steht kurz vor dem Abschluss. Einige Details seien noch zu klären, so der geschäftsführende Vorstand der Lebenshilfe, um schnellstmöglich den Bauantrag bei der Stadt stellen zu können. Betreiber der Anlage soll die Integrationsgesellschaft Kaiserslautern werden, die die Gartenschau, das Brauhaus an der Gartenschau und die Veranstaltungshalle an der Freizeitanlage managt. Als Lebensmittelmarkt soll ein Cap-Markt umgesetzt werden, der behinderte Menschen in den Arbeitsalltag integriert. Die Lebenshilfe Westpfalz rechnet mit Investitionen von rund 6,5 Millionen Euro. 80 Prozent davon will sie über Darlehen finanzieren, der Rest über Eigenmittel, Spenden und Unterstützung durch weitere Zuschussgeber. Das Konzept soll sich nach den wirtschaftlichen Vorstellungen Lyles selbst tragen. Die Investitionen sollen sich über die Betriebserlöse finanzieren. Die derzeitige Niedrigzinsphase für Bankenkredite hilft dabei, das Projekt in die Tat umzusetzen. Die Bauzeit für die Verwirklichung von Lebensmittelmarkt und Tankstelle kalkuliert Lyle auf gut zwölf Monate. Ziel ist es, mit den Bauarbeiten im Frühjahr, spätestens im Frühsommer dieses Jahres zu beginnen. Die Lebenshilfe erfüllt damit auch eine Vorgabe im zuständigen Bebauungsplan, der an der Stelle eine Grundversorgung der Anlieger vorsieht. Gedacht ist das Vorhaben für das rund 75.000 Quadratmeter große Neubaugebiet, das auf dem Areal des früheren Eisenbahnausbesserungswerks von der Firma F.K. Horn erschlossen wird. Profitieren soll von dem neuen Angebot aber auch das ganze Viertel drumherum, so auch das Bahnheim. Mit dem Projekt trägt die Lebenshilfe auch ihrer erklärten Zielsetzung Rechnung, unterschiedliche Arbeitsmöglichkeiten für behinderte Menschen zu schaffen, die die Unterschiedlichkeit der Behinderungen berücksichtigen. Zu Arbeitsplätzen in Garten- und Landschaftsbau, Gastronomie oder Verkauf/Verpacken/Internethandel, wie sie bereits von der Integrationsgesellschaft Kaiserslautern angeboten werden, kommen nun auch Beschäftigungsmöglichkeiten im Lebensmittelmarkt, in der Tankstelle oder in der Waschanlage dazu.|rdz

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