Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Gaststätte „Traube“ hat am Freitag ihren letzten Tag

Ziehen sich zurück: Gaby Staudt (rechts) mit ihren Töchtern Claudia Leiner (links) und Petra Petri.
Ziehen sich zurück: Gaby Staudt (rechts) mit ihren Töchtern Claudia Leiner (links) und Petra Petri.

Wenn liebgewonnene Einrichtungen aufhören zu existieren, da ist häufig das Pathos nicht weit. Könnte auch passieren, wenn in der Gaststätte „Traube“, beheimatet Ecke Mozartstraße/Richard-Wagner-Straße, am Freitag, 21. Februar, zum letzten Mal Gäste bewirtet werden. Nun sind 14 Jahre Bestand nicht unbedingt umwerfend lang, aber mit der Wirtin Gaby Staudt und ihren beiden Töchtern Claudia und Petra schließen drei Lauterer „Mäd“ ein Lokal, dessen Genre allmählich auszusterben beginnt. Nach dem „Bächle“ und der „Winnweilerer Bierstub“ nun also die „Traube“.

Die Gründe für das Ende sind einfach: gesundheitliche Probleme der Wirtin, die aus einer alten Lauterer Familie stammt, die das gaststättische Leben in der Stadt über lange Zeit mitprägte. Erst „Zum Eichhörnchen“, wo Gabys Eltern Renate und Philipp Hoffmann das Sagen hatten, dann der legendäre „Deutsche Michel“, wo stets die Schnitzel über den Tellerrand ragten und selbst der knurrigste Magen aufhörte zu rebellieren, dann das „La Mamma“ und das „La Nuova Mamma“ als italienische Ausflüge, wobei in letzterem Gabys Sohn Marco noch aktuell Chef ist.

Gaby Staudt führt die „Traube“ seit 14 Jahren

Vor 14 Jahren hat die inzwischen verstorbene Renate Hoffmann ihre Tochter ermuntert, die „Traube“ zu eröffnen. „Däs kannsche allä mache“, vertraute sie Gaby und setzte auf deren Schaffenskraft, die von Kindesbeinen an unendlich schien. Nun, die „Traube“ wuchs und gedieh. Dank gut bürgerlicher Küche, korrekter Preise auch für Weine, freundlichem Service und einem Ambiente, das mit gediegen wohl treffend gekennzeichnet ist.

Die Zahl der Stammgäste, rund 80 Prozent sind’s wohl inzwischen im rund 60 Personen fassenden Lokal, wuchs im Laufe der Jahre beträchtlich und der Frau Wirtin fast übern Kopf. Die beiden Töchter sprangen als Bedienungen ein, neben ihrem Job im Westpfalz-Klinikum, wo beide seit über 20 Jahren tätig sind. Die Mama rödelte derweil in der Küche, kaufte ein und handelte sich dank nimmermüder Arbeitswut unter anderen Malaisen zwei Bandscheibenvorfälle ein.

Wenn Gaby Staudt nun sagt; „Ich kann nicht mehr“, dann ist das ehrlich gemeint, trifft den Kern. Schon als Kinder mussten Gaby und ihre beiden Schwestern arbeiten. Sie taten’s gerne, auch weil sie es nicht anders gewöhnt waren. Nun sagt Gaby ihrem Beruf, der ja auch Passion war, adieu. Mit einem lachenden und heftig weinenden Auge.

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