Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Fotoausstellung zum Thema Freiheit an der Technischen Universität eröffnet

25 Fotografien im Format 30 mal 40 oder 45 Zentimeter sind im Foyer vor dem Audimax zu sehen.
25 Fotografien im Format 30 mal 40 oder 45 Zentimeter sind im Foyer vor dem Audimax zu sehen. Foto: VIEW

Eine Hand, durch ein Gitter nach draußen gestreckt. Ein Hund, der durch eine weite Landschaft rennt. Freiheitskämpfer, kreative Freiheit, Forschungsfreiheit – Freiheit, ein komplexes Thema. Entsprechend vielfältig und individuell fielen auch die Bilder aus, die beim TU-Fotowettbewerb des Wintersemesters 2019/20 eingereicht wurden. Am Dienstag wurde die Ausstellung im Foyer des Gebäudes 42 der Technischen Universität (TU) eröffnet. Drei Arbeiten schafften es aufs Siegertreppchen.

25 Fotografien im Format 30 mal 40 oder 45 Zentimeter sind im Foyer vor dem Audimax zu sehen. Musiker, versunken in den Moment ihres Auftritts, Kinder, die sich im Wasser austoben, weite Landschaften in Deutschland oder im Himalaya, scheinbar grenzenlos, das Auto als Symbol der Reisefreiheit, das Lesen der Zeitung – die Pressefreiheit. Daneben fällt der Blick auf Gitter – die vorenthaltene Freiheit. Dahinter der uns so nahe Menschenaffe, der uns mit seinen Augen fokussiert. Die politische Freiheit, symbolisiert durch den “Rosinenbomber“ der Berliner Luftbrücke oder die fragwürdige Freiheit, wenn schon Kinder an Plastikgewehren sich im Freiheitskampf üben. Die künstlerische Freiheit im Zufälligen, wenn Ansichten übereinander gelegt werden und Konturen verschwimmen.

Wettbewerbsthema Freiheit vielfältig umsetzbar

„Wenn man fünf Leute zum Thema Freiheit befragt, erhält man wahrscheinlich fünf verschiedene Antworten“, sagt Sven Krumke, Leiter der TU-Foto- und Labor-AG und Professor für Mathematik an der TU, dazu, welche Spielarten das Thema bietet. Krumke verweist in seiner Eröffnungsansprache auf die Bedeutung von Freiheit beispielsweise in der Philosophie oder der deutschen Geschichte. Freiheit gehöre zu den zentralen Begriffen der menschlichen Ideengeschichte. Psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen werden mit dem Begriff umfasst. „Freiheit“ von Marius Müller Westernhagen sei zu einer Art Hymne der Befreiung von der DDR-Diktatur geworden – Reisefreiheit, Presse- und Meinungsfreiheit waren hier zentral gemeint. Pressefreiheit stehe aktuell zwischen Zensur, wie in China, oder Fake News wie etwa in sozialen Medien, so Krumke.

Große Resonanz: 170 Bilder von 70 Teilnehmern

Angesichts dessen wundert nicht die große Resonanz auf den Wettbewerb. „Fast 170 Bilder von rund 70 Teilnehmern sind bis Ende November 2019 eingereicht worden“, freut sich Anna Marlene Steinbach von CampusKultur, die zusammen mit der Foto-AG Veranstalter des Wettbewerbs war. „Die Resonanz war sehr gut. An manchen Tagen standen bis zu 20 Leute bei mir im Büro.“ Auch Steinbach lobt die große Vielfalt, die sich bei den eingereichten Arbeiten präsentiert.

Übrigens nicht nur TU-Angehörige, sondern alle, die sich für Fotografie begeistern können, waren eingeladen, sich zu beteiligen – allerdings mit Ausnahme von professionellen Fotografen. Bis zu drei Bilder konnten pro Person eingereicht werden. Die Qual der Wahl, welche Bilder am Ende auf dem Siegertreppchen gekürt werden sollten, hatten nicht nur die Kunsthistorikerin Steinbach und Krumke, sondern auch Ulrike Annecke, Geschäftsführerin von CampusKultur, und TU-Präsident Helmut Schmidt.

Zudem war als externes Jury-Mitglied Fotograf Jörg Heieck mit dabei, um mit professioneller Einschätzung die Beurteilung zu bereichern. Jeder habe seine Erfahrungen und seinen eigenen Standpunkt eingebracht, so Steinbach. Und: „Es ist toll, einen Profi-Fotografen dabei zu haben.“

Info

Zu sehen ist die Ausstellung im Foyer des Gebäudes 42 der Technischen Universität (TU) noch bis zum 29. Januar. Der Eintritt ist frei.

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