Kaiserslautern
Kaiserslautern: Claudia und Ralf Henze sind für die TSG-Fechter und die Weidenkirchen im Einsatz
Auf den ersten Blick hat die Weidenkirche auf der Gartenschau nichts mit Fechten zu tun. Keiner weist den Weidenbewuchs mit dem Säbel in seine Schranken. Claudia und Ralf Henze sind die Verbindung. Das Ehepaar engagiert sich bei den TSG-Fechtern und sorgt für eine gepflegte Weidenkirche.
Die Weidenkirche und auch die Weidenschule, die oben auf dem Kaiserberg im Areal der Gartenschau stehen, das sind wahre Schmuckstücke, die ein Stück vom Lautrer Flair weit über die Grenzen der Region hinaustragen. Jedes Schmuckstück will aber gepflegt werden. Genau wie der Silberteller oder der goldene Ring ab und an geputzt werden müssen, verlangt auch die Naturkirche nach Händen, die sich dem wüchsigen Kraut am Boden annehmen und die vor allem das „Kirchengebäude“ in Form halten. Weide wächst bekanntlich ergiebig vor sich hin und da ist es schnell vorbei mit der Struktur einer Freiluft-Kirche.
Claudia und Ralf Henze und das kleine Team der Gartenschaufreunde kümmern sich liebevoll, jäten das Kraut, das nicht wachsen sollte, wo die Kirchenbesucher nach Andacht suchen. Und sie schneiden die Weide, binden die Zweige in Form.
„Das Unkrautjäten wird während der Gartenschausaison je nach Bedarf erledigt. Geschnitten wird dann ab November, wenn der Garten geschlossen hat“, erzählt Claudia Henze, die aus gesundheitlichen Gründen zwar selbst keine Hand an die Weide anlegen kann, aber dafür sorgt, dass beim Arbeitseinsatz der Gartenschaufreunde alle mit Frühstück versorgt werden. Ihr Mann Ralf koordiniert die Arbeiten, packt fest mit an. Nur das geht nicht immer so wie er sich das vorstellt.
Henze ist auch international als Waffenwart unterwegs
„Wir kommen zeitlich manchmal ganz schön in Bedrängnis“, verweist er auf die Weidenschule, die in diesem Sommer ein wenig struwwelig, er nennt es buschig, zum „Unterricht“ lud. „Das haben wir im vergangenen Jahr einfach nicht geschafft“, sagt Henze, der über noch mehr helfende Hände froh wäre. Und da ist ja auch noch das Wetter als begrenzender Faktor. „Bei Nachtfrost kann an der Weide nichts gemacht werden. Da brechen die Zweige wie Glas.“
Nachtfröste sind den Fechtern zwar egal, aber auch dort sorgt Ralf Henze dafür, dass keine Fechtwaffe bricht. Zumindest prüft er jeden Degen, jeden Säbel, jedes Florett vor dem Kampf auf Herz und Nieren – und das nicht nur bei den TSG-Fechtern. Henze, der mit seiner Frau und den drei Jungs 1996 aus Dresden nach Kaiserslautern kam und hier auf der S-Bahn-Linie als Lokführer unterwegs ist, ist Waffenwart. Nicht irgendeiner! Henze gehört dem Technikerteam des Deutschen Fechtbundes an, ist im Einsatz auf großen Turnieren, betreut deutsche Meisterschaften, war schon bei der Weltmeisterschaft vor Ort. Gerade hat er in Düsseldorf bei der Fecht-Europameisterschaft für durchgeprüftes Material bei den Athleten gesorgt.
„Diese Aufgabe wird nur sehr kompetenten Technikern aufgetragen“, ist Sarah Reeb, die zweite Vorsitzende der TSG-Fechter, enorm froh, Henze im Verein zu wissen. Und nicht nur ihn. Seine Frau Claudia regelt als Schatzmeisterin die Finanzen, pflegt die Homepage und ist einfach immer da, wenn sie gebraucht wird. „Ohne die beiden könnte die Fechtabteilung nicht so funktionieren wie sie es tut. Ich bin ihnen sehr dankbar für ihre Arbeit“, erklärt Reeb, die weiß, dass ein solches Engagement keinesfalls selbstverständlich ist.
Wie so oft sind die Eltern über ihre Kinder zum Verein gekommen. Die drei Söhne der Henzes entdeckten das Fechten und die TSG Ende der 1990er für sich. Die Eltern spielten Taxi, halfen mal hier ein bisschen gingen mal dort zur Hand und schon waren sie fest eingebunden. Sie sind es immer noch, obwohl keiner der Söhne mehr in Kaiserslautern vor Ort ist. Auch zur Weidekirche kamen sie über die Jungs. „Unser Marcel hat bei der Weidenkirchenpflege mitgemacht, so bin ich dann da reingerutscht und später auch mein Mann“, blickt Claudia Henze auf das Jahr 2011 zurück. „Der Spaß an der Weidekirche und das Herz bei den Fechtern, doch das ist schon schön und auch nicht stressig“, wird es den beiden nicht zu viel. Trotzdem wäre Ralf Henze froh, wenn sich noch ein paar Helfer für die Pflege der Weidenkirche und der Weidenschule bei ihm entweder telefonisch unter 0631/25045 oder per E-Mail an c-Henze@gmx.de melden würden.