Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Ausstellung erinnert an „Stars and Stripes am Deutschen Eck“

Andrew Lewis vom US-Generalkonsulat Frankfurt skizzierte die Rolle der USA in den beiden Weltkriegen bis hin zum Marshallplan.
Andrew Lewis vom US-Generalkonsulat Frankfurt skizzierte die Rolle der USA in den beiden Weltkriegen bis hin zum Marshallplan. Foto: VIEW

Großes Interesse fand gestern Abend die Ausstellung „Stars and Stripes am Deutschen Eck. Die amerikanische Besetzung an Rhein und Mosel (1918 – 1923)“ in der Kundenhalle der Kreissparkasse. Eröffnet wurde die Ausstellung vor 200 Gästen im Deutschordensaal des Geldinstituts, unter ihnen Repräsentanten des US-Generalkonsulats Frankfurt und der Kommunalpolitik der Region.

Ein besonderer Willkommensgruß entbot Hartmut Rohden, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse, den amerikanischen Freunden. Seit vielen Jahren pflege Rheinland-Pfalz sehr enge Beziehungen zu den USA, sagte Rohden. Nicht unerwähnt ließ er die vielen Auswanderer, die im 19. Jahrhundert ihre Heimat in Rheinland-Pfalz verlassen und ihr Glück in den USA gesucht hätten. Mit der Eröffnung der Air Base Ramstein im April 1951 und dem Hauptquartier der United States Air Forces in Europa hätten die Amerikaner ein neues Kapitel in den deutsch-amerikanischen Beziehungen aufgeschlagen. Über ein eher unbekanntes Kapitel der Geschichte informiere die Ausstellung „Stars and Stripes am Deutschen Eck“, so Rohden.

Weichel betont gutes Miteinander von Zivil- und Militärgemeinde

Oberbürgermeister Klaus Weichel, Officer Andrew Lewis vom US-Generalkonsulat Frankfurt und David Sirakow, Direktor der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz, hießen die Gäste in englischer Sprache willkommen. Weichel betonte das gute Miteinander zwischen der Zivil- und Militärgemeinde in Kaiserslautern. Lewis skizzierte die Rolle der USA in den beiden Weltkriegen bis hin zum Marshallplan und stellte die Atlantische Akademie als ein Bindeglied der Freundschaft zwischen Rheinland-Pfalz und den USA dar. Sirakow wünschte, dass die Ausstellung die Phase der deutsch-amerikanischen Geschichte wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücke und als Teil einer gemeinsamen Erinnerungskultur etabliere.

Ausführlich befasste sich der Historiker Kai Sprenger vom Bildungsministerium Rheinland-Pfalz in seinem Vortrag mit der Zeitspanne, über die die Ausstellung auf 20 Tafeln in Bildern, deutscher und englischer Sprache informiert. Weder im rheinland-pfälzischen noch im deutschen oder amerikanischen Gedächtnis sei verankert, dass schon nach dem Ende des Ersten Weltkrieges bis 1923 weite Teile des Gebiets von Trier bis Koblenz und im Westerwald eine eigene amerikanische Besatzungszone bildeten, sagte Sprenger.

Weiter erinnerte er an den Marschallplan, der Deutschland wirtschaftlichen Aufstieg und Wohlstand gebracht habe. Die profunden Kenntnisse Marshalls, wie ein Land wie Deutschland nach einer so schweren Niederlage zu behandeln sei, hätten nicht zuletzt aus seinen persönlichen Erfahrungen nach dem Ersten Weltkrieg resultiert. Als Adjudant von John J. Pershings, dem Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte, war George C. Marshall bereits 1918 an den Rhein gekommen.

Info

Die Ausstellung „Stars and Stripes am Deutschen Eck“ ist noch bis 29. Oktober in der Kundenhalle der Kreissparkasse zu sehen.

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