Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Ausstellung „Amipfalz“ eröffnet

Bei der Eröffung der Schau „Amipfalz“ in der Pfalzbibliothek: der Leiter des Docu-Centers Ramstein, Michael Geib.
Bei der Eröffung der Schau »Amipfalz« in der Pfalzbibliothek: der Leiter des Docu-Centers Ramstein, Michael Geib. Foto: VIEW

Amerika und die Pfalz verbindet eine lange, gemeinsame Geschichte. Aber „Amipfalz“? Was soll das sein, warum diese Kombination, fragte sich nicht nur der Leiter des Docu-Centers Ramstein (DCR), Michael Geib, als er am Mittwochabend in der Pfalzbibliothek vor zahlreichen Bürger die Ausstellung „Amipfalz – Zwei Perspektiven“ eröffnete.

Mit Objekten aus der Sammlung des DCR, ergänzt um Fotografien, mit denen der Ludwigshafener Fotograf Günther William besonders prägende Orte in der Region mit der Kamera abgelichtet hat, luden Docu-Center und Pfalzgalerie gemeinsam ein, sich auf die Suche nach den Besonderheiten einer Region zu begeben. Dies, dem Motto der Ausstellung entsprechend, aus mehr als einer Perspektive und bei der Eröffnung ergänzt um amerikanische Gassenhauer, die Tobias Layes mit Gesang und Gitarre gelungen interpretierte.

In Frankenthal aufgewachsen und somit ein echt Pfälzer Kind, hatte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder zum Thema selbst Bilder im Kopf gespeichert. Da waren die Flugübungen über der Rheinebene, mit Flugzeugen so groß, dass die heutigen Flieger gerade idyllisch daherkommen. Und gab es den Wurstmarkt, hätten eine beachtliche Zahl Amerikaner es sich „ohne Grundkenntnisse“ am Wein so gütlich getan, dass „gewisse Ausfälle“ nicht zu vermeiden waren.

Theo Wieder blickt zurück

Amerikanische Streitkräfte hätten die Sicherheit und Freiheit der Menschen in der Bundesrepublik bis heute garantiert und Deutschland aus der Herrschaft der Nazis befreit, erinnerte Wieder. Tatsächlich bestehe die Verbindung der Pfalz mit Amerika viel länger. Vergleichbar mit heutigen Flüchtlingen sah er die massenhafte Auswanderung im 19. Jahrhundert von Pfälzern nach Amerika. Auch sie hätten in der Heimat damals keine Lebensgrundlage für sich gesehen.

Zwischen Deutschland und Amerika habe sich in den letzten Jahren einiges grundlegend verschoben, räumte Wieder ein. Früher habe man sich auf das Handeln von Präsidenten wie Kennedy, Bush senior oder Obama verlassen können. Heute herrsche eher große Furcht vor dem, was über Nacht über Twitter mit geopolitischen wie sicherheitspolitischen Folgen in die Welt geschickt werde.

Mit Amerika über Jahre verbunden

Mit Amerika sei die Pfalz über Jahre verbunden, fasste der Bezirkstagsvorsitzende zusammen. Die Zeugnisse und Folgen seien noch sichtbar. Er regte an, aus der Geschichte zu lernen, wie die Menschen zu Amerika gestanden hatten und wie wir mit unserer vielleicht großen Verantwortung umzugehen haben. Zur Ausstellung solle jeder seine eigenen Gedanken finden.

Über 70 Jahre sei die Region um Kaiserslautern, Ramstein und Landstuhl durch das US-Militär geprägt, schilderte der Leiter des Docu-Centers. Weil die Amerikaner seinerzeit darauf bestanden hätten, von ihrer Wohnsiedlung im Westen auf direktem Weg zu ihren Kasernen im Osten fahren zu können, sei Kaiserslautern mit dem damals einzigartigen Kleeblatt die erste autogerechte Stadt Deutschlands geworden. Die Kasernen hätten die Stadt regelrecht in die Zange genommen. „De Ami“ habe auch dafür gesorgt, dass sich die wirtschaftliche Struktur rasant geändert habe – Bauernhäuser zu Mietshäusern wurden.

„Vielleicht sind wir auf dem Weg zu einer speziellen Kulturlandschaft – aber dafür braucht es noch Zeit“, stellte Geib in den Raum. Aspekte für eine erste Annäherung wolle die Ausstellung aufzeigen. Er lud die Besucher ein, sich auf Objekte wie ein selbst heute noch beliebtes Plüschbärchen in Uniform, eine Sammlung spezieller Dosenöffner, dazu Bücher und Bilder einzulassen und damit selbst auf Spurensuche zu gehen.

Die Schau im Lesesaal der Pfalzbibliothek ist bis 18. Januar montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr zu besichtigen.

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