Kaiserslautern
Kaiserslautern: Ahornbäume ersetzen Platanen am Schillerplatz
Die elf Platanen, die auf dem Schillerplatz stehen, werden demnächst gefällt. Das hat Baudezernent Peter Kiefer erklärt. Grund für die Fällung seien Probleme am Wurzelwerk. Statt der Platanen sollen Ahornbäume gepflanzt werden.
Vor Beginn der Baumaßnahmen am Schillerplatz und in der Schillerstraße wurde nach den Worten von Kiefer der Boden untersucht. An allen Probestellen sei unterhalb der Deckschicht aus Pflaster, Beton oder Asphalt entweder Sand oder Kies vorhanden gewesen. Nun sei bei den vorbereitenden Arbeiten für die Pflasterung des Schillerplatzes allerdings festgestellt worden, dass unter den Bäumen jeweils eine Asphalttragschicht liege, die den Platanen als Widerlager diene und ihnen festen Stand verleihe. Diese Asphaltschicht müsse vor der Verlegung des neuen Belages komplett entfernt werden, was zu massiven Beschädigungen an den Wurzeln führe. Die seien ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogen und weit in den Asphalt hineingewachsen, erläutert der Baudezernent.
Der Erhalt der Platanen würde 110 000 Euro kosten
Die Stadt hat einen Gutachter hinzugezogen, der das Wurzelwerk der Bäume begutachtet hat. Er kommt zu dem Ergebnis, „dass die Bäume nach der derzeitigen Planung mit Vitalitätsverlusten erhalten werden können“. Gemäß der Expertise bestehe theoretisch die Möglichkeit, die Bäume zu erhalten, allerdings führten alle angedachten Maßnahmen zu Schäden an den Wurzeln, betont Kiefer. Möglich sei eine ebenerdige Einfassung der Bäume mit einem Stahlblech, dies würde aber große Teile des Wurzelwerkes zerschneiden. Alternativ könnten Hochbeete angelegt werden wie in der Schillerstraße oder am Altenhof, die aber auch den Feinwurzelbereich angriffen.
Zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der Wurzeln kosteten rund 110.000 Euro, erklärt Kiefer. Und sie wären nach Einschätzung des Gutachters kein Garant für eine nachhaltige Vitalität und Standsicherheit der Bäume. Vielmehr sei es trotz hoher Aufwendungen mehr als fraglich, ob die Bäume erhalten werden können. Es bestehe ein hohes Risiko, dass sie dann in einigen Jahren kaputt seien.
Würde man versuchen, die Platanen zu erhalten und um sie herum Hochbeete anzulegen, mache dies die Planung für den Schillerplatz zunichte, führt der Baudezernent weiter aus. Das führe zu Nutzungseinschränkungen auf dem Platz. Es gebe weniger Außenbestuhlung unter den Bäumen, weniger Fläche für Veranstaltungen, außerdem könnten keine Stromverteiler unterirdisch eingebaut werden. Und der Platz könne dann nicht mehr barrierefrei ausgebaut werden. Letztendlich müsse sich dann der Stadtrat mit einer Neuplanung befassen.
Fraktionen wurden informiert
Kiefer kommt zu dem Schluss: „Der Erhalt der Bäume wäre mit einem Riesenaufwand verbunden, der uns nicht weiterbringt. Es wäre grob unvernünftig, mit aller Macht an den Platanen festzuhalten.“ Sie würden daher umgehend gefällt und durch neue Bäume ersetzt. Die Fraktionen im Stadtrat seien darüber informiert worden.
Die Wahl sei auf Ahorn gefallen. Anstelle der elf Platanen sowie mit den drei vorgesehenen Neupflanzungen würden 14 klimaresistente Ahornbäume gepflanzt. Dies seien problemlose Bäume, ausgewählt werde eine Art, die keine Früchte bilde. „Wir nehmen aber keine Jungbäume“, betont Kiefer. Vielmehr sollten mittelgroße Bäume mit einer Höhe von vier bis fünf Metern und einem Stammumfang von 20 bis 25 Zentimetern gepflanzt werden, die gleich eine Wirkung erzielen. Sie hätten eine gelbe bis rote Herbstfärbung und könnten fachgerecht mit Wurzelschutz eingepflanzt werden, die geschehe im Oktober oder November, wenn der Schillerplatz neu gepflastert ist. Die Kosten für die neuen Ahornbäume lägen bei rund 90.000 Euro.