Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslauterer Forscher messen Haltung der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz mit Sensoren

Mathias Musahl, Elektrotechniker in Diensten des DFKI, kümmert sich bei dem Forschungsprojekt vor allem um die Sensoren, die – i
Mathias Musahl, Elektrotechniker in Diensten des DFKI, kümmert sich bei dem Forschungsprojekt vor allem um die Sensoren, die – in Kleidung verbaut – Daten über Bewegungen sammeln.

Welche Belastungen muss der Körper bei der Arbeit aushalten? Welche Muskeln und Gelenke werden besonders beansprucht? Mit diesen Fragen setzen sich Forscher der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern sowie vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) auseinander. Diese Woche präsentieren die Forscher erste Ergebnisse auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin.

Welche Belastungen muss der Körper bei der Arbeit aushalten? Welche Muskeln und Gelenke werden besonders beansprucht? Mit diesen Fragen setzen sich Forscher der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern sowie vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) auseinander. Diese Woche präsentieren die Forscher erste Ergebnisse auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin.Seit Januar forschen Wissenschaftler des DFKI sowie die Arbeitsgruppe Wearhealth der TU (Leitung: Gabriele Bleser) darüber, wie sich die Haltung von Arbeitnehmern am Arbeitsplatz auf die Gesundheit auswirkt und wie man auch schnell gegensteuern kann, wenn eine Fehlhaltung zu Schmerzen führt oder gar längerfristige Schäden auftreten könnten.

Dazu sammeln die Forscher Daten von Bewegungen, die mittels Sensoren, die in der Arbeitskleidung verbaut sind, aufgezeichnet werden. Das Projekt heißt Bionic, die Forscher von TU und DFKI arbeiten dabei mit neun Partnern zusammen, etwa mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Forschern aus Spanien und Griechenland, aber auch mit Firmen, etwa Interactive Wear aus München.

„Wir sind grob gesprochen für die Sensorik zuständig, die Kollegen von der TU kümmern sich um die Analyse der Daten“, erklärt Mathias Musahl vom DFKI. Der 36-jährige Elektrotechniker ist seit rund zwei Jahren am DFKI, arbeitet dort im von Didier Stricker geleiteten Forschungsbereich Erweiterte Realität. „Der Vorteil ist, dass die Sensoren quasi am Mann getragen werden“, erklärt Musahl. Zwar sei es generell möglich, die Bewegungen auch mittels Kameras zu erheben, die in Kleidung verbauten Sensoren hätten dagegen den unschätzbaren Vorteil, dass sie mit wenig Aufwand und quasi in jeder Arbeitssituation die Bewegungen messen und in von den Forschern auswertbare Daten übersetzen könnten. „Bei einem Fabrikarbeitsplatz zum Beispiel könnten wir mit Kameras arbeiten, auf Baustellen ginge das nicht“, so Musahl.

In der Praxis würde dann ein Arbeiter morgens seine Arbeitskleidung anlegen, in der Sensoren verbaut sind, die beispielsweise Beschleunigungen bei Bewegungen messen. Wie bei fast allen modernen, technischen Geräten, erklärt Musahl augenzwinkernd, müsse dazu natürlich der Akku aufgeladen sein. Der wiegt rund ein Pfund, ist aber auch in der Arbeitsjacke verbaut. Mittels einer Smartwatch, also einer intelligenten Armbanduhr, bekomme der Arbeiter quasi in Echtzeit Rückmeldungen, ob er sich falsch bewege. Die Daten würden dann, in einem zweiten Schritt, alle auf einem Chip gesammelt, bevor sie dann, am Ende des Tages, ausgelesen und dann von den Forschern für Rückschlüsse genutzt werden können. Das alles geschehe natürlich auch mit Rücksicht auf den Datenschutz. So sei für die Auswerter nicht erkennbar, welche Daten von wem kämen, unterstreicht Musahl. „Es kann also am Ende keiner ablesen, ob der Paul schneller arbeitet als der Peter.“

Bis zum Jahresende sollen die ersten Tests mit den Sensoren, mit denen hauptsächlich in den Räumen des DFKI gearbeitet wird, abgeschlossen sein, im kommenden Jahr soll es dann verstärkt um die Chips gehen, bis dann zum Jahresende das komplette System getestet werden kann.

Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) vertreten sein werden die Forscher aus Kaiserslautern am Gemeinschaftsstand „Forschung und Innovation Rheinland-Pfalz“. Stand und Exponate sind bereits auf der Reise, aufgebaut werden wird am Donnerstag, bevor es dann am Freitag richtig losgehen wird, berichtet Musahl.

x