Kaiserslautern
Kaiserslauterer Eisenbahnfreunde beteiligen sich an Langer Modellbahnnacht
Der erste Besucher stand schon um 10 Uhr am Morgen vor der Tür. „Hat gemeint, das sei wie bei der Ausstellung vor Weihnachten“, sagt Roland Irmer lachend. Nun, der Besucher musste sich bis zum späten Nachmittag gedulden. Dann aber konnten er – und viele andere – bei der „Langen Nacht der Modelleisenbahn“ Einblick nehmen in die faszinierende kleine Welt beim Kaiserslauterer Klub EMK.
Andere kamen spät: Am Abend schauten noch zwei Herren rein, die gerade von Dillingen angesaust gekommen waren. Das Duo frönt dem Hobby ebenfalls, gehört dem Märklin-Stammtisch in Sembach an, ist aber in der Südpfalz in Edenkoben zu Hause. Beide hatten sie in der gut 100 Kilometer entfernten Stahlstadt an der Saar ebenfalls einen Klub besucht, der sich an der Modellbahnnacht beteiligt hat. „Lag ja sozusagen auf dem Weg.“ Gelegenheit also, auch in Kaiserslautern noch mal nach Neuem Ausschau zu halten.
Die „Lange Nacht der Modelleisenbahn“ hat ein kleines Jubiläum gefeiert. Vor zehn Jahren im saarländischen Freisen aus der Taufe gehoben, haben sich mehr und mehr Modelleisenbahn-Vereine und -Organisationen angeschlossen. Zum vierten Mal hat am Samstagabend der Verein „Eisenbahnfreunde – Modelleisenbahnclub Kaiserslautern“ (EMK) die Pforten zum Vereinsdomizil in der Augustastraße geöffnet. Um die große stationäre Anlage zu präsentieren, um mit Modellen die Vielfalt zu demonstrieren, aufzuzeigen, wie viele verschiedene Spurweiten es gibt.
Der „Daylight-Express“ steht im Regal
Letzteres lässt den Laien staunen. Ist aber auch für den Fachmann interessant. Denn nur Kenner können einiges anfangen mit dem „Daylight-Express“, der auf einem Regal in einem der Räume aufgestellt ist. Der ultralange Personenzug ist in den USA lange Jahre im Einsatz gewesen, war dann in Schlummer verfallen – und fährt nun wieder, wie Roland Irmer erzählt.
Im Kreise der EMK-Eisenbahnfreunde mit rund 215 Mitgliedern stellt Irmer als Vorsitzender die Weichen. Dazu gehört auch, das Geschehen im Verein auch nach außen zu tragen. So präsentiert sich der EMK alljährlich im Dezember mit einer Adventsausstellung. Und die Modellbahn-Freunde haben in ihrem Domizil im Jugendheim Augustastraße vor drei Jahren erstmals auch die Chance beim Schopf gepackt, auf den Zug der „Langen Modellbahn-Nacht“ aufzuspringen, die in der Saarpfalz, im Saarland, dann auch in der Pfalz und mittlerweile bis ins Badische, etwa in Mannheim, Mitstreiter gefunden hat.
Ist der EMK bei der Premiere vor drei Jahren beinahe überrannt worden, so haben sich die Besucherzahlen mittlerweile eingependelt. Es ist übersichtlich geworden. „Gezählt haben wir nicht“, sagte Irmer am Samstagabend. „Aber wir sind mit der Resonanz zufrieden.“
Vorbereitung auf „Tage der offenen Tür“
Ohnehin ist die Lange Modellbahn-Nacht eher eine Vorbereitung auf den Großkampftag, den der Verein alljährlich am ersten Adventswochenende austrägt. Dann öffnen sich die Klubheim-Pforten zur großen Ausstellung, die sich dann über mehrere Räume hinzieht.
Diese „Tage der offenen Tür“ bei den Kaiserslauterer Modellbahnfreunden gehen in diesem Jahr am 30. November und 1. Dezember – Samstag und Sonntag - jeweils von 10 bis 17 Uhr über die Bühne. Dann können frühe Besucher also tatsächlich auch schon am Morgen glänzende Augen bekommen beim Anblick der immer wieder faszinierenden Welt kleiner Eisenbahnen.