Kaiserslautern
Kaiserslauterer Creative Corporation übernimmt Social-Media-Auftritte von anderen Unternehmen
„Auch der Bäcker auf dem Dorf kann von sozialen Medien profitieren“, sagt Jens Michelbach, Gründer der Creative Corporation. Das Start-up unterstützt Unternehmen dabei, sich auf Facebook und Instagram zu präsentieren – und durch die sozialen Medien neue Kunden ins Geschäft zu locken.
Sich mit dem eigenen Unternehmen – egal wie groß es sein mag – in sozialen Medien wie Facebook und Instagram zu zeigen, das hält Jens Michelbach für extrem wichtig: „Ein Geschäft muss heute auch online für die Kunden sichtbar sein.“ Wer die Social-Media-Werkzeuge richtig nutze, könne Menschen auf sich aufmerksam machen, „gerade, wenn man junge Kunden erreichen will“. Die verbringen laut Michelbach nämlich die meiste Zeit in sozialen Medien, vor allem bei Instagram. Im Gegensatz zum Bäcker mit eigenem Laden, der dagegen vielleicht gar keine Zeit im Internet verbringt. Da kommt das von Michelbach gegründete Start-up Creative Corporation ins Spiel, das die Pflege der Social-Media-Präsens des Bäckers übernimmt, um bei dem Beispiel zu bleiben.
Kaiserslautern treu geblieben
„Zu unseren Kunden gehören etliche Firmen, die direkt Endkunden ansprechen“, schildert der 38-Jährige, „derzeit vornehmlich aus dem Mobilfunkfachhandel.“ Kundenschwerpunkte seien aktuell Köln und Stuttgart, darunter regionale Samsung-Niederlassungen und der Elektrofachmarkt Euronics. Kunden in der Region Kaiserslautern gebe es dagegen nur wenige. Michelbach: „Wir sprechen hier niemanden aktiv an, da wir derzeit gut ausgelastet sind.“
Dass der Firmensitz dennoch in der sogenannten Start-up-Garage des DT:Hub in der Zollamtstraße ist, das ist den Lautrer Wurzeln Michelbachs zu verdanken: „Ich bin hier aufgewachsen und meine Familie lebt hier.“ Nach ein, zwei Vor-Ort-Terminen mit Geschäftspartnern lasse sich viel über Videokonferenzen besprechen. Doch wie gelingt es, Kunden zunächst auf die Facebook-Seite aufmerksam zu machen, sie dort zu unterhalten und letztlich ins Geschäft zu lotsen? „Einen Königsweg gibt es da nicht“, erläutert der gelernte Systemkaufmann, der eine Karriere im klassischen Vertrieb hinter sich hat.
Freischaffende helfen mit
Je nachdem, welchen Fokus ein Kunde habe, variiere man die Ausgestaltung des jeweiligen Social-Media-Auftritts. Michelbach: „Sollen Kunden gewonnen, Mitarbeiter angeworben oder einfach eine Marke bekannt gemacht werden?“ Entsprechend arbeite man einen Plan aus, wie der entsprechende Auftritt mit Leben gefüllt wird.
In Hochzeiten betreut das junge Unternehmen, das seit 2018 von Michelbach in Vollzeit betrieben wird, fast 40 Accounts. Dabei arbeitet er mit zwei Kollegen und mehreren Freischaffenden zusammen – beispielsweise wenn es um Fotoaufnahmen oder Filmclips zu Produkten geht. Fühlt sich ein Kunde sicher genug, den Auftritt selbst zu betreuen, könne er das mit oder ohne Hilfe übernehmen. „Da haben wir die Erfahrung gemacht, dass viele doch wieder zu uns kommen“, sagt Michelbach, „denn Social Media bedeutet nicht, stupide ein paar Werbungsbeiträge zu posten.“
Ziel für 2020: weiter wachsen
Erfolgversprechender sei da ein Mix aus Werbung, Infos zum Unternehmen und kleinen Live-Hacks, also Tipps zu Produkten zu zeigen. „Eben den Fans und Followern einen Mehrwert zu bieten“, betont der Gründer. Ein gern gemachter Fehler sei es, dass sich manche Unternehmen nur auf einen Social-Media-Kanal festlegten: „Es darf nicht heißen entweder Facebook oder Instagram. Das eine sollte man nicht ohne das andere machen, die Nutzergruppen ergänzen sich.“ Während auf Facebook altersmäßig vornehmlich 35 plus unterwegs sei, tummele sich die Jugend eher auf Instagram.
Aber wirken die Social-Media-Auftritte auch? „Das ist ein großes Thema“, zeigt sich Michelbach selbstkritisch, genau nachverfolgen lasse sich das nur schwer. Doch durch Nachfragen bei Kundenkontakten im Geschäft könne die Wirksamkeit belegt werden oder durch Aktionen, bei denen die Kunden im Laden über die sozialen Medien gestreute QR-Codes vorzeigen müssten. Für 2020 steht bei der Creative Corporation Wachstum auf Jahresplan – auch im Bereich Mitarbeiter.