Kaiserslautern
Kaiserslauterer Band Lazarus Dream legt erste CD vor
Schon die rein musikalische Basis stimmt und hat es ordentlich in sich: Irgendwo auf dem weiten Feld zwischen klassischem Hardrock und melodischem Metal angesiedelt, kreieren die beiden in allen künstlerischen Belangen fugenlos und sicher miteinander kooperierenden Vollblutmusiker – man kennt sich schließlich schon seit Jahrzehnten – einen ständig energiegeladenen, mitreißenden Stil.
Das gilt sogar auch noch in den zurückgenommenen Parts, wie etwa in dem entspannten Titel „Listen“. Der Zuhörer kann sich kaum einem Takt entziehen, sollte er es denn überhaupt wollen. Denn tatsächlich hat man schon nach dem kompositorisch abwechslungsreichen Opener „Dawn Of Time“ kaum das Bedürfnis, vor dem Ende irgendwo vorzeitig „auszusteigen“.
Ein rundes Ganzes mit feinen Details
Die raue Stimme des Sängers, die unglaublich schnellen und komplexen Gitarrensoli und nicht zuletzt die sich rund ums titelgebende „Leben“ entfaltenden und nachdenkenswerten Texte um Vitalität, Verletzlichkeit und Sorgen – wie hier etwa das den Reigen abschließende „Days Of Darkness And Rain“ – alles vereint sich auf „Alive“ zu einem runden Ganzen, das einen nach jedem Song schier atemlos zurück- und sofort ebenso auf den nächsten Teil des Ganzen warten lässt.
Genau zwölfmal erlebt man bei den 13 Titeln – noch eine weitere Auffälligkeit – diese angespannten Pausen. Und man wird danach nie enttäuscht, vielmehr sogar noch mit kleinen, aber feinen Details in den Kompositionen angenehm überrascht. In „Fleshburn“ zum Beispiel erklingt ein lyrisches Flötenspiel, gekonnt intoniert von Gastmusikerin Sabrina Roth, und in „Steam“ passenderweise der Sound einer mächtigen Dampflokomotive.
Ohrwurm mit Suchtpotenzial
Apropos Gastmusiker: Neben den beiden Lazarus Dream-Masterminds Pfeffer und Schulz sorgen auf „Alive“ neben Flötistin Roth noch Schlagzeuger Markus Kullmann, Percussionist Thomas Rieder und Keyboarder Thomas Nitschke – allesamt keine Unbekannten in der regionalen Szene – in jeweils unterschiedlichen Anteilen zusätzlich für den „guten Ton“ und abrundende Partien.
Bei soviel guten Titeln einen einzigen „Anspieltipp“ zu geben, ist schwierig. Am ehesten würde man da wohl die nicht ohne Grund schon ausgekoppelten und in professionellen Videos umgesetzten Stücke „Wings Of An Eagle“, das hier auch durch atemberaubende Bilder beeindruckt, und den Ohrwurm „House Of Cards“ verweisen. Nicht nur der Refrain dieses letztgenannten Stücks, aber dieser besonders, hat echtes Suchtpotenzial.
Gelungener Wurf im Rock-Genre
13 Titel hinter einem surrealistisch-düsteren Cover an einem Freitag, den 13. zu veröffentlichen, das bedeutet in diesem Fall ganz sicher nichts Ungutes. Da ist der brandneuen Band mit erfahrenen Musikern ein echter Wurf gelungen. Auch über sechs Jahrzehnte nach dem ersten Auftreten des Rock gibt es also doch tatsächlich noch etwas Hinhörenswertes in diesem Genre zu erleben.
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