Metal-Szene RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslauterer Band Adorned Graves bietet eine besondere Stilmischung

Metal made in Lautern (von links): Lupus Veruta, Andreas Wormser, Cailen Leif Graever, Deavon Graever.
Metal made in Lautern (von links): Lupus Veruta, Andreas Wormser, Cailen Leif Graever, Deavon Graever.

Seit 30 Jahren tummelt sich die Band Adorned Graves nun schon in der Westpfälzer Metal-Szene. Nun hat sie ein neues Album am Start. Der Stilmix, den die Band präsentiert, ist erstaunlich.

Die Kaiserslauterer Musikszene ist seit vielen Jahrzehnten stilistisch bunt und qualitätsmäßig stark. Davon weiß nicht nur die Online-Enzyklopädie Wikipedia mit Einträgen über Lautrer Bands wie Vanden Plas, die Walter Elf oder Winterland zu berichten. Auch die RHEINPFALZ stellt regelmäßig einheimische Gruppen vor, die auf unterschiedliche Art auffallen und zumindest in ihrer jeweiligen Szene reichlich Erfolg haben. So wie gerade erst die Formation Endtime Prophets und nun das Quartett Adorned Graves, das dieser Tage sein drittes Album vorstellt.

Tatsächlich haben die beiden Bands eine ganze Menge gemeinsam. Die Gründungszeit vor ziemlich genau 30 Jahren, die Anzahl der bisher veröffentlichten Alben (drei Produktionen), die von Fans und Kritikern gleichermaßen gelobte Qualität, nicht zuletzt der vergleichbare harte Metal-Stil – Kaiserslautern scheint in der Tat eine Art Schmelzofen für wertvolles musikalisches Schwermetall zu sein. Und dieser Ofen kocht für Adorned Graves nun schon seit 1993. Nach einer Demo-Aufnahme im Jahr 1998 und dann deutlich später (2015) der Veröffentlichung der EP „The hand of death“ folgten mit „Out from the depth of the grave“ (2017) und „Being towards a river“ (2020) die ersten beiden kompletten Alben – beide jeweils mit einigem Erfolg.

Extraschneller Old-School-Metal

Die Namen von Band und Alben lassen schon ein wenig erahnen, wohin die Reise stilistisch und inhaltlich bisher gegangen ist und noch immer geht: in Richtung extraschnellem Old-School-Metal nämlich, textlich abgedunkelt und voller Fantasie, musikalisch mit einigen Versatzstücken aus angrenzenden Bereichen. Die Band Adorned Graves selbst öffnet beim Thema Stilbezeichnung die Benennungsschublade für ihr Genre ganz weit und füllt sie mit allem, was ihr besonders reichhaltiger Stil hergibt: „Melodic Old School Epic Doom ’n’ Thrash“, der noch beeinflusst werde von Death Metal und Progressive Rock. Das kommt einigermaßen hin. Und allein schon beim Lesen gewinnt man den Eindruck, dass es dabei ganz bestimmt nicht allzu leise und zögerlich zugeht.

Und tatsächlich haben Gitarrist, Sänger und Texter Cailen Leif Graever, Schlagzeuger Deafon Graever (beides Gründungsmitglieder), Bassist Lupus Veruta und Gitarrist und Produzent Andreas Wormser (alles freilich fantasievolle Künstlernamen) auch für ihre aktuelle Produktion „The earth has opened her mouth“ technisch wie stilistisch alle Register gezogen. Sie haben alles in die Produktion gepackt, was das große Genre im Allgemeinen und die große Erfahrung der Musiker im Speziellen zu bieten haben. Und das ist beides naturgemäß eine ganze Menge. Ein Reinhören in das aktuelle Werk lohnt sich allemal – nicht nur, weil man dort noch auf so einige Überraschungen trifft.

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